- 104 - hustete mit einer furchtbaren Vehemenz, weil der Hals und die Luftröhre nicht vom Schleim rein werden wollte. Aber o weh, es war geschehen, im Hinterhaupte wie sich der Pfarrer selbst ausdrückte, machte es einen kleinen Krach und es war ihm als hätte man ihn auf der rechten Seite ein furchtbare Ohrfeige gegeben; es war eine Ader im Hinterkopfe geborsten. Alles fing an zu wanken, und ich musste nur schauen, so erzählt er, dass ich ins Bett kam. Der hochw. Herr wollte nun mit der rechten Hand um den Glockenzug über dem Bette greifen um jemand zu Hilfe zu rufen, aber er konnte die Hand nicht mehr so hoch heben - er konnte sich nicht mehr rühren. So musste er in dieser Lage bis ungefähr 5 Uhr früh bleiben, bis das Stubenmädchen Elisabeth Schwaiger ins Einheizten kam. Er offenbarte ihr seinen Zustand, dass etwas Schlimmes vor sich gegangen. Man weckte den Geistlichen Herrn Ignaz Pötscher. Sogleich wurde der Knecht Ferdinand Hubner zum Doktor geschickt, der mit dem 9 h Zug hereinkam. Der Geistliche Herr musste unterdessen in die Schule gehen. Gerade war er mit den Schülern der II. Classe beschäftigt, als die Nachricht kam sogleich nach Hause zu gehen und den Herrn Pfarrer mit den hl. Sterbesakramenten zu versehen, da große Herzschwäche eingetreten war. Nachdem Herr Pfarrer von Steinbach, Anton Rubenzer, den hochw. Kooperator holen ließ, schnell die Beichte dem Kranken abgenommen, verlangte der Schwerkranke, dass der Herr Kooperator ihm das Allerheiligste bringen und die hl. Ölung und Sterbeablass erteile. Alles weinte. Am Sonntag wurde Dr. Spechtenhauser von Wels neben Dr. Fraidl, Gemeindearzt von Grünburg, zu Rate gezogen. Er konstatierte Berstung einer Ader im Hinterhaupt und sagte gleich „schwerlich wird er sich wieder erholen.“ Die halbe rechte Seite war gelähmt. Hände und Füße nicht zu gebrauchen und auch der Schlund gelähmt. Sogleich wurde von den Kreuzschwestern aus Linz eine Wärterin, Schwester Fidelius Müller bestellt, die 8 Wochen hier war. Ungefähr 6 Wochen dauerte es bis er einmal aus dem Bette herauskam. Endlich nach 2 Monaten kam es soweit, dass er mit 2 Stöcken gehen konnte. Schließlich mit einem, aber den musste er immer haben. Messe lesen konnte er nicht bis ungefähr 21. Juni, da das Augenlicht viel schlechter geworden. Von diesem Tage an musste ihn der Knecht jeden Tag mit seinem Pferde, „Mandl“ geheißen, zur Kirche hinaufführen. Aber der Herr Pfarrer kam nicht mehr so recht zusammen. Selbst das Messelesen war ihm zu stark. Nach der Messe schlief er in der Sakristei immer ein. Im Hochsommer besserte sich aber doch sein Zustand, sodaß man glaubte, er käme doch noch einmal zu seiner vollen Gesundheit, aber es sollte anders kommen. Während dieser Zeit lastete die ganze Arbeit auf den Schultern des hochw. Kooperators Ignaz Pötscher. 16. Juli An diesem Tage fuhr der hochw. Herr Pfarrer mit der Köchin Maria Pfeil nach Linz und von da nach München zum Augendoktor Herzog Karl Theodor, der ihm neue Brillen gab und ihn wieder nach Hause sandte mit dem Bemerken, es müsse sich der Übelstand von selbst beheben. Am 19. Um 10 h abends kam der Herr Pfarrer Georg Fierlinger wieder in Grünburg an. Montag, den 20. Juli um 7 h, erschien der hochw. Herr Dechant um Visitation zu halten im Auftrage des bischöflichen Ordinariats mit dem Kooperator. Nachdem alles in Ordnung be-
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