Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968

- 100 - Man berichtet uns aus heute aus Aschach an der Steyr: Vorgestern, am 15. vormittags um etwa halb 9 Uhr, verunglückte der im Sägewerk „Sommerhub“ des Herrn Franz Brandstetter in hiesiger Gemeinde, seit 10. Februar als Sägearbeiter beschäftigte, Ignaz Pickl beim Zubringen der Blöcher zur Säge derart schwer, dass er nach dreistündigem qualvollem Leiden verschied. Das Zubringen der Bloche zur Säge geschieht mittels eines Kettenzuges, welcher über eine, an der Decke des Arbeitslokales befindliche Welle führt. Ignaz Pickl, welcher den Kettenzug in Bewegung setzte, stand hierbei über demselben und wurde von der Kette an der Hose erfasst, gegen die Welle gezogen und unter dieselbe mit seinem Unterleib und dem linken Oberschenkel gedrückt. Der Verunglückte schrie erst, als er von der Welle erfasst worden war, und Hilfe schon zu spät kam. Der in seiner Nähe arbeitende Sägeknecht Franz Riedl stellte den Betrieb zwar sofort ab, worauf Pickl aus seiner fürchterlichen Lage befreit werden konnte, er hatte aber bereits so schwere Verletzungen erlitten, dass der schnellstens gerufene Gemeindearzt Herr Dr. Pessl von Sierning den Verunglückten für verloren erklärte. Nachdem der Verunglückte noch dir hl. Sterbesakramente bei vollem Bewusstsein empfangen hatte, starb er mittags. Pickl hatte einen Bruch des linken Oberschenkels und eine absolut tödliche Zertrümmerung des Beckens mit Zerreißung der Bauchdecke und der Gedärme erlitten. Fremdes Verschulden ist bei dem Unglücksfalle ausgeschlossen. Die Ursache desselben ist wohl nur darauf zurückzuführen, dass Ignaz Pickl mit der Gefährlichkeit seiner Arbeitsverrichtung noch nicht vertraut war. Er war 39 Jahre alt, verheiratet, gelernter Maurer und hinterlässt eine Witwe mit drei unversorgten Kindern. Die Beerdigung fand am Friedhofe in Aschach statt; er wohnte in Grünburg, im Schatzhäusl in der Pernzell. 1. März Der erste Niederschlag Nach vorausgegangener furchtbarer Kälte trat ein warmer feiner Regen ein, sodaß die hart mitgenommenen Saaten unter der Wohltat dieses Himmels gleichsam aufatmen konnten. 2. März Plauderstube 30. März Die Gemeinde Steinbach war abends der Schauplatz einer blutigen Tat, der ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der Zimmermannssohn Brandhuber war am Abend, etwa 10 Uhr mit mehreren Burschen Fensterln gegangen und kam dabei auch zu dem Hause, in welchem der Arbeiter der Steyrer Waffenfabrik, Stummer, wohnte. Zwischen beiden kam es zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf Stummer sein Taschenmesser herauszog und dem Burschen Brandhuber einen Stich in den rechten Oberschenkel versetzte und zwar so unglücklich, dass die Schlagader durchschnitten wurde und der tödlich Verletzte in wenigen Minuten ohne christlichen Beistand verschied. Stummer, ein rabiater Mensch, wurde noch in derselben Nacht verhaftet und ins Bezirksgerichte Grünburg eingeliefert. 2. April Brand Am genannten Tage brannte das Holznergut in Pernzell ab. Entstehungsursache war der schadhafte Rauchfang. Am 8. April fand die Plauderstube des katholischen Volksvereines statt; und zwar im

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