Pfarrchronik Grünburg 1873 - 1968 Transkribiert von Ulrike und Reinhold Sonnleitner 2014
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- 4 - Obergrünburg, im April 2014 [Version B2]
- 5 - Grünburg an der Steyr unter der Patronatsherrschaft Steyr Grünburg nach Vischer Grienberg ein Pfarrdorf im Gebirge an der Steyr mit 237 Häusern. War früher eine Filiale von Waldneukirchen, es wurde 1457 eine selbstständige Pfarre. Die Pfarrkirche klein, aber solid gebaut, dem Georg geweiht, mit drei Altären versehen. 1599 wegen Mangel eines Priesters gesperrt. 1818 mit schönem Paramenten versehen, 1824 renoviert. Entstand aus den Trümmern des Raubschlosses Grünburg, welches der Sage nach mit Leonstein durch heimliche Wege in Verbindung stand und wahrscheinlich nebst diesem 1380 vom Herzog Albrecht von Österreich mit Kanonen zusammengeschossen wurde. Merkwürdig ist das Hochaltarbild des Heiligen Georg zu Pferd von einem alten unbekannten Meister. An dieser Kirche außerhalb haben die Grafen von Salburg eine Familiengrabstätte errichtet. Die Seitenkapelle mit dem Kreuzaltare ließ der Messerverleger Johann Georg Kresberger um 1792 gleichfalls aus den Ruinen der alten Burg bauen. Mit 1650 beginnt die Reihe der Pfarrern. Um 1786 wurde der Pfarrhof, ein einfaches Söldnerhäusel gewesen zu sein scheint, etwas bequemer gebaut. 1811 das jetzige Schulhaus gekauft und 1822 erweitert; das frühere Schulhaus war am Platze, wo jetzt das Gasthaus des Johann Resl ist (Schellmann). 1825 gründete der Pfarrherr Anton Leibetseder eine Industrieschule für arme Mädchen. 1096 war nach einer Anmerkung 1120 und 1290 kamen Poppo von Grünburg , 1318 und 1327 Ulrich von Grünburg in Urkunden vor. Die Ortsgemeinde Grünburg besteht aus den Ortschaften: 1. Untergrünburg 2. Obergrünburg 3. Wagenhub 4. Pernzell und hat einen "Flächenraum" von 4325 hektar. Änderungen im Umfang der Ortschaften sind nie vorgekommen. Die größte Länge der Pfarre; Gemeinde (Leonstein inbegriffen, welche Pfarre zur Gemeinde Grünburg gehört), beträgt 12 Kilometer, & Breite 8. Die Lage der Gemeinde ist bergig und umfasst das Steyrerthal und das Pernzellerthal. Nennenswerte Berge sind : der Landsberg und der Bergrücken vom Fliesenberg bis Jäger im Sattel. Das Schloß Leonstein liegt auch noch im Pfarrsprengel, ist nach neuerem Style erbaut und im Besitz der Familie Graf Salburg, welche Familie im hiesigen Ortsfriedhofe ihre Begräbnisstätte hat. Die Pfarrkirche Grünburg steht isoliert auf einem Hügel. Daselbst stand früher eine Burg, welche den Grafen Haunolden gehörte, welche Familie aber ausgestorben und sodann das Schloß verfallen ist; aus den noch vorhandenen Materialien des nun verfallenen Schlosses wurde die jetzige Pfarrkirche erbaut, und Grünburg - wie bereits angedeutet - im Jahre 1457 eine selbstständigen Pfarre.
- 6 - Pfarrkirche Grünburg unter dem Patronate der Herrschaft Steyr - zum Hl. Georg Beschreibung vom Jahre 1861, und vom Jahre 1873 an. Das Kirchengebäude liegt im südlichen Theile des dazugehörigen Friedhofes mit dem Hochaltare gegen Osten; es ist 54 Schuh lang - 30 Schuh breit und ebenso hoch; im Innern gothig gewölbt. An der Epistelseite ist die Sakristei, an der Evangelienseite eine Kapelle angebaut. Der Thurm, dessen Gemäuer 10 Klafter Höhe hat, erhebt sich an der Rückseite der Kirche. Die Kirche, welche von außen und innen frisch geweist ist, und deren Presbyterium samt Kapelle neu gemalen ist, ist in gutem Bauzustande, sie hat neben dem Hochaltare (mit dem kunstvoll gemalenen, durch die Munificung des Herrn Fürsten Lamberg restaurierten Gemälde des hlg. Georg) zwei Seitenaltäre und einen Altar in der Kapelle, alle in guten Zustande, eine schön geschnitzte Kanzel und mehrere schön gearbeitete Statuen. (St. Wolfgang - St. Donatus – St.Sebastian – St. Florian) dann der hl. unbefleckte Jungfrau und der 4 Evangelisten an der Kanzel. Sie hat rückwärts zwei Emporkirchen, von welchen die obere (neu hergestellt) auf welcher die neugebaute Orgel (Moser in Salzburg) angebracht ist, als Musikchor dient, die untere mit Männersitzen versehen, noch im guten Zustand ist. Die Kirche und Sakristei sind mit Ziegeln gedeckt. Die Thurmkuppel ist mit kleinen, rothgefärbten Schindeln gedeckt, und noch in gutem Zustande. Die Kirche hat zwei Eingangsthüren, von denen die rückwärtige mit Eisenblech überzogen ist, die Seitenthüre ist aus hartem Holz; außerdem führt noch eine Thür auf die Emporkirche, und eine andere in die Sakristei und von dort in das Presbyterium, beide sind auch mit Eisenblech überzogen. Die Kirche hat 6 längliche Fenster (gothisch), welche dieselbe hinlänglich erhellen; die Kapelle hat 2 verhältnismäßig kleinere Fenster, ebenso Sakristei, Oratorium und Musikchor. Die Kirchenfenster haben alterthümliche fünfeckige kleine Fenstertafeln und sind mit Netzen von Eisendraht versehen. Die Kirchenstühle sind noch in gutem Zustande. Der Thurm hat oben ein Glockenhause nach den 4 Seiten vier Thurmfenster, von denen die an der Westseite mit hölzernen, die an der Südseite mit Eisenblech-Jalousien geschützt sind. An der Südseite des Thurmes befindet sich das Ossarium . Zur Kirche gehört auch eine am Fuße der Kirchenstiege gelegene kleinhölzerne Kapelle mit einem großen Krucific, Figuren aus Blech – Maria und Johannes (letztere zwei wurden hinzugekauft); die Erhaltung der Kapelle hat die Kirche übernommen nach Erhaltung einer 4-prozentigen Notenrente (Stiftbrief 24. April 1859, Cäcilia Grubmüllerische Kapellenstiftung) Der zur Kirche gehörige Friedhof liegt zum größten Theile hinter derselben; er wurde bedeutend vergrößert, erscheint noch zu klein zu werden; er umfasst einen Flächenraum von mehr als ½ Joch. Auf dem Friedhofe befinden sich zwei hölzerne Krucifice, eines vor, das andere hinter der Kirche. Der Friedhof ist größtentheils mit einer Mauer, die mit Brettern gedeckt ist, umgeben. Die Grabstätte der Familie Graf Salburg im Schlosse Leonstein ist durch Stiftung einer 5-prozentigen Obligation gesichert.
- 7 - Anstoßend an die südliche Friedhofmauer ist das Todtengräberhäusel, mit Ziegel gedeckt. Die Todtenkammer wurde 1893 von der Gemeinde erbaut am westlichen Abhang des Friedhofes. Die Kaufmann Wenzl’sche Grabstätte ist gesichert durch Spende von 100 fl zum Kirchenverschönerungsverein im Jahre 1880. Die Nußbaumer’sche Grabstätte durch 25 fl zu demselben Zwecke. Bruner-Kunze’sche Grabstätte gesichert durch Herstellung eines Friedhofgitters von geschmiedeten Eisen im Werthe von 50 fl. Versicherung Der Dachstuhl der Kirche samt Ziegeldach mit 1000 fl und der Dachstuhl des Thurmes samt Schindeldach und Glockenstuhl mit 1300 fl; zusammen 2300 fl bei der Landesbrandassekuranz versichert. Kirchenbrunnen Zur Kirche gehört auch eine 468 Klafter lange Wasserleitung, welche auf dem Grunde der Riedelhub in der Pernzell entspringt und von dort bis zum Seiserhof und, dann zum Orte, wo der Wasserbehälter ist, unterhalb des Wirthes Johann Oberndorfinger - aus lärchenen Röhren besteht. Der Wasserbehälter ist im Jahre 1892 neu hergestellt und von der Kirche und den Participanten des Wassern um 40 fl gezahlt worden; auch die Gemeinde leistete dazu 10 fl. Die drei Hausbesitzer, der Krämer Auer № 122, der Wirth Oberndorfinger № 124 und der Wirth und Kleinschlächter Resl № 123 haben aus Gnade den Mitgenuß der kirchlichen Wasserleitung. Sie haben nämlich Jahr für Jahr bei den jeweiligen Pfarrern am Neujahrstage um das Wasser zu bitten, welche Bitte eigens in die Brunnbücheln vorgemerkt wird, damit, wie es in den Brunnbücheln heißt, keine Verjährung eintreten kann. Unterthanen und Grundhalter vide in der jährlichen Kirchenrechnung Grundstücke Die Nutznießung des zur Kirche gehörigen Grundes per 1 Joch Wiese ist mit Ausnahme eines sehr kleinen Raumes an der Westseite des Friedhofes, welches der Todtengräber benutzt, dem Mesner zugewiesen. Seit der Trennung des Mesner vom Schuldienste bezog seit 1870 mit Ordinariatsbeschluß (vide Kirchenrecht) der Organist Stiglbauer den Genuss der Kirchenwiese und wird auch jetzt noch den Organisten zugewiesen, der für Heu und Grumert der Kirchenwiese längs der Kirchenstraße und für das sogenannte Böndl unterhalb des Wirthshauses № 123 den jährlichen Betrag per 20 fl vom Pfarrer erhält. Auch hat der Organist die Früchte aller auf dem Kirchengrund stehenden Obstbäumen und des Apfelbaums im Friedhofe. Die Abhänge außerhalb und das Gras im Friedhof hat der Mesner und Todtengräber, die Abhänge außerhalb des Friedhofes gegen jährliche Bitte auf Gnade und Widerruf. Aktivkapitalien vide Kirchenrechnung Beiträge vide Kirchenrechnung
- 8 - Begräbniskosten: die Kirche bezieht: A. Bei Erwachsenen in toto kleines Geläute (2 Glocken) 2 f 10 4 f mittleres Geläute (3 Glocken) 3 f 15 12 f großes Geläute (4 Glocken) 4 f 20 22 f bei Aussegnung vom Hause 5 f 25 32 f nach Umständen auch ein höherer Betrag. B. Bei Kindern kleines Geläute 1 f 05 mittleres Geläute 2 f 10 großes Geläute 3 f 25 Lasten vide Kirchenrechnung Die Kirche zahlt für die Pfarrpfründe die Steuern und sämtliche Reparaturen im Pfarrhof und Ökonomiegebäude. Inventar im eigenen Hefte. Siehe Kirchenrechnung, Stand desselben vom Jahre 1895. Pfarrpfründe Grünburg Eine alte Pfarre, worauf der Herrschaft Steyr das Patronatspräsentationsrecht zusteht. 1.Beschreibung der Gebäude vide Inventar von 1861 2.Unterthanen und Grundholden vide Inventar von 1861 3.Grundstücke siehe Inventar vom Jahre 1861. Der hochwürdige Herr Dechant und Pfarrer Norbert Purschka kaufte die sogenannte Gassenbauerwiese dazu und schenkte dieselbe der Pfründe; im Jahre 1880 ließ der Pfarrer Ferdinand Kerschbaum einen Heustadl setzen. 4.Zehent vide Inventar von 1861 5.Beiträge vide Inventar von 1861
- 9 - 6.Sammlung wurde samt dem sogenannten verzückten Frauenvereins im Jahre 1879 abgelöst. 7.Deputatholz 36 Raummeter im Forste Tiefenbach zugewiesen; der betreffende Pfarrer muss für die Schlägerung (die entweder von einem Bauern oder von herrschaftliche Holzknechte geschieht) 27 fl zahlen, gibt dem betreffenden Förster für die Auszeigung des Holzes ein Trinkgeld von 2 fl (oder mehr) – und letztlich das Holz durch die Bauern, nachdem man sie freundlich ersucht, herausführen, wofür sie Most und Brot, und das kleine Trinkgeld per 30 x per Schlitten oder Wagen mit Ochsengespann (Pferde 50) erhalten. Der Dank muss das Übrige ersetzen. Braucht der jeweilige Pfarrer Stangen oder anderes Holz, wendet er sich bittweise an die Excellenz Graf Lamberg’sche Güterdirektion, bei kleinen Sachen an das Forstamt, den Oberförster. 8.Aktivkapitalien 9.Stolgebühren Bei Erwachsenen 3.Classe (2 Glocken mit hl. Messe) Mesner 50 x 2.Classe (3 Glocken mit Requiem) Aussegnung vom Kreuze an der Kirchenstiege oder beim Wirtshause № 124 1 fl 1 fl freiwillig Cooperator (früher nichts) 1.Classe von der Station (4 Glocken) Bäckerkreuz beim Gattern - Weber in der Schütt Kapelle bei der Schule 21 fl 3 fl Cooperator Requiem und Libera Organist 9 fl 1.Classe Hausaussegnung Pfarrer 30 fl oder 35 fl – Cooperator 5 fl (früher 3 fl) Organist 12 fl Bei Begräbnissen aus der sogenannten Bruderschaftslade oder bei Begräbnissen der Bürgergardisten und Veteranen – Aussegnung mit Kirchenfahne vom Pfarrhof aus 11 fl 30 x, Organist 3 fl, Graber und Mesner 2 fl. Die Ministranten werden vom Opfergeld bei Konducten beteilt 50 x für 1.Classe und 30 x für 2.Classe; auch bekommen sie bei Leichen- und Trauungen durch Sammlungen oft namhaftes Geld, welches in eine Büchse gelegt und monatlich geteilt wird. Stolgebühren bei Kindern 3.Classe (2 Glocken) mit hl. Messe 3,65 fl bis 4 fl, davon der Mesner 40 x Ohne hl. Messe 3 fl 15x 2.Classe mit Aussegnung wie bei den Erwachsenen mit Amt 7 fl 10 bis 7 fl 50 Organist 4 fl, Mesner 60 x 1.Classe ….. kommt beinahe nie vor.
- 10 - 10.Trauungsgebühren Trauung mit einer hl. Messe 3 fl 65, davon Mesner 30 x Trauung mit Segenmesse 4 fl 65 , davon Organist 1 fl u. Mesner 40 x Trauung mit Amt 5 fl , davon Organist 4 fl u. Mesner 50 x Es wird bemerkt, dass der Organist und Todtengräber von den Parteien eigens bezahlt werden soll, nur dem Mesner und seine Bezahlung ist bei den Trauungen und Conducten von dem Bezuge des Pfarrers zu zahlen. Die Parteien sind zu erinnern, den Organisten gewissenhaft zu zahlen.
- 11 - Pfarrer, Kapläne und Aushilfspriester seit 1650 Verzeichnis in der Pfarrkirche zu Grünburg aufeinanderfolgender Pfarrern, Kaplan und Aushilfspriestern von dem ältersten sich vorfindlichen Pfarrbuche, angefangen vom Jahre 1650 I. 1650 Gallus Kornmesser von Wasserburg 32 Jahre Pfarrer bis 1682 1677 P. Ambrosius , Ord. Prov. , Caplan - P. Joseph 1679 P. Caspar 1680 P. Jordan Bistl 1681 P. Mathias Holzner , P. Gottfried 1682 Jos.Con. Wagner Um diese Zeit kommt als Pate Gotthard Heinrich von Salerburg II. 1682 – 1683 Michael Bolzer 1683 Sebastian Reithohner, S.Theolog , P.T. Prävisor III. 1683 Johann Heinrich Schachermayr Im ältersten Taufbuch sind am 22. April 1693 folgende Worte zu lesen: „finivit abiens paroicus Henricus Schachermayr“ 1683 Monat April, Johann Leonhard Rieg. ? P. Dominikus ? P. Michael , Profess. Garstensis ? P. Berthold ? P. Placidus IV. 1724 Pfarrer Balthasar Vilsegger Verstorben am 13.5.1730, 74 Jahre alt V. 1730 Pfarrer Anton Dreseli 1730 D. M. Martino Geble , Cooperator 1749 Josef Anton Dreseli , Kaplan 1752 Michael Degenfellner , Kaplan 1755 Mathias Stiebinger ? Kaspar Mayr 1759 verwaltete Michael Egger, Pfarrer von Leonstein die Pfarre Grünburg 1759 den 5ten Februar Joseph Oberländer Angezeigt im Taufbuche ist der 30. Mai 1765 als der Sterbetag des Pfarrers VI. 17. Juli 1759 Pfarrer Josef Oberländer, verstorben am 15.1.1796 in Grünburg № 88 P. Julian Profess. Schlierbach Ignaz Peissl coom supernumerarius P Robert Profess. Schlierbach P. Placidus Johann Hueber, Biberhofer Caplan P. Hermann Schölz, francisc. 1785 1791 August - Franz Resl Coop. 1791 December - Berthold Dietmayr Cooperator vom 25. Februar bis März 1796 Provisor
- 12 - VII. 1796 Ignaz Coloman Buz - Exminorit von Linz - bis 1802 (1806) Provisor : Berthold Dietmayr Hilfspriester : Ambros Spatz 1801 Hilfspriester : Franz Xaver Listle (1801-1802) VIII. Berthold Dietmayr 1802-1818 daselbst gestorben Provisor Petrus Feldbausch IX Anton Leibetseder, Pfarrer 1818 bis 1846 (1857) Provisor Franz Joseph Pammer Coop Joh. Kerschbaummayr 1802 - 1805 (1846) Coop Peter Feldbausch 1805-1808 dann bis 1809 Provisor Coop. Michael Weingartner 1820-1822 (1854) Coop. Benedict Heindl 1822-1825 (1845) Coop. Josef Baldt 1825 1828 (1866) Coop. Franz Pabisch 1828 - 1837 (1874) Coop. Josef Lanz 1837 - 1842 (1856) Coop. Max Edthofer 1842 - 1843 (1851) Hilfspriester: Cajetan Zoppoth 1843 Coop. Wenzel Froschauer 1843 Hilfspriester: Josef Pell 1845, gest. 7.2. 1854 St. Marienkirchen bei Schärding im Rufe der Heiligkeit ! Coop. Anton Kafka 1845 - 1847 (1874) Provisor: Franz Joseph Pammer 1846 (1855) X. Norbert Purschka, geistl. Rat, Dechant 1846-1873 Coop. Carl Zeininger 1847-1855 (1863) Coop. Mathias Ortner 1855-1858 Coop. Mathias Weigl 1858-1859 Coop. Johann Chrys. Mittermüller1859-1861 Coop. Wenzel Walburger 1861-1864 daselbst gestorben Coop. Simon Kreuzhuber 1864-1866 Coop. Johann Ritter v. Scheuchenstuel 1866-1879 Coop. Ferdinand Binder 1869-1879 Coop. Ferdinand Frank 1872 Coop. Ignaz Mayr 1872-1887 Provisor idem 1879 Coop. Idem 1885-1887 XI. Ferdinand Kerschbaum Pfarrer 1873-1901 daselbst gestorben 14.10. (Bruckner Freund, Bassist) , Ehrenbürger von Steinbach und Grünburg Hilfspriester Johann Maass 1873 Coop. Joh. Wöckinger 1887-1888 Coop. Conrad Kupka 1888-1889 Coop. Joh. Bogner 1889-1893 ` Coop. Mathias Gruber 1893-1894 gest. 19.4.1954 Stadl Paura Coop. Alois Vorhofer 1894-1897 Coop. Josef Fink 1898-1899 Coop. Theodor Gertschick 1899-1902 Provisor idem 1901-1902 Coop. Josef Neuhofer 1901-1902
- 13 - XII. Georg Fierlinger Pfarrer 1902-1914, daselbst gestorben am 4.11.1914 Coop. Franz Schlagintweit 1902-? Coop. Franz Xaver Hermentin 1902-1905 Coop. Rudolf Gimplinger- 1907 Coop. Johann Egger- 1909 Coop. Johann Lehner - 1910 Coop. Josef Ruckerbauer- 1912 Coop. Ignaz Pötscher- 1914, Provisor 1914/5, verst. 30.11.1954 als Pfarrer in Pram XIII. Josef Neumayr Pfarrer 1915-1938 Geistlicher Rat, Dekanatadministrator, bischöflich. Schulinspektor des Dekanates Molln, Pfarrer 1.3.1915 bis 1.10 1938, Erbauer des neuen Friedhofes, Ehrenbürger von Grünburg, gestorben 7.8.1940 in Grünburg Coop. Engelbert Lehner 1.4.1915-2.9.1917 gest. 9.6.1967 in Pram Coop. Kaltenbrunner Michael 1.9.1917-1.8.1918, gest. 25.10.1929 als Pfarrer in Thanstetten, später Schiedlberg Coop. Aschauer Josef 1.8.1918-31.5.1920 Coop. Putscher Josef 1.6.1920-15.2.1924, gest. 19.12.1954 in Schmolln Coop. Radgeb Josef 16.2. 1924-15.9.1924 Coop. Uttentaler Josef 10.3.1926-15.5.1929, gest. 9.1.1950 Par Windhag bei Perg Coop. Huber Johann 15.5.1929-15.1.1933, gest. 20.10.1955 als Pfarrer in Eggerding Coop. Brunner Carl 15.1.1933-30.9.1938 Provisor idem 1.10.1938-28.2.1939 XIV. Karl Brunner Pfarrer 1939 - 1967 , geistl. Rat war Pfarrer von 1.3.1939 - 28.10.1967 Kaplan Großauer Adolf, von 15.2.1940 - 15.4.1940, gef. In Stalingrad Kaplan Josef Gerl, Pfarrer von Fornach 15.8.1940-15.9.1940, gest. 28.3. 1945 in Fridolfing Bayern 1945 Isidor Zlepko, griech. Kath. Flüchtling,vom Pfarrer privat als Hilfspriester aufgenommen Kaplan Anton Gebetsberger 1.9.1945 - 15.5.1947 Kaplan Franz Wurm mit 1.8.1947 bestellt aber vor Antritt des Postens nach Garsten versetzt. Kaplan Alois Reiter dazwischen Kaplan Sidonius Sveda 1.9.1951-1.7.1954 Kaplan Rudolf Weinberger 1.7.1954-31.8.1955 Kaplan Stefan Dormayr 1.9.1955-1.7.1957 Kaplan Friedrich Trauner 1.9.1957 - vicarius substit für TBC erkrankten Pfarrer bis 1.7.1958 Kaplan Franz Gasteiger 1.7.1958-31.8.1959 Kaplan August Wurm 1.4.1959-1.8.1963 (Autounfall - kam nach Garsten) Kaplan Kurt Breuer 1.8. 1963-1.11.1964 Kaplan Friedrich Schoßleitner 1.11.1964-1968 XV. Leopold Grasser Pfarrer 1968 - 2913 Geboren am 18. März 1930 in Bruck an der Leitha, Priesterweihe 1962, seit 15.2.1968 Pfarrer in Grünburg Herr Pfarrer Grasser emeritierte am 31. August 2013, bleibt aber weiterhin als Kurator in der Pfarre Grünburg. In der Jahren 2003 bis 2012 vertrat der slowakische Priester Jozef Uram den Pfarrer während seines jährlichen Kuraufenthaltes. Am 16.1.2008 promovierte Jozef Uram an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom zum Doktor der Philosophie.
- 14 - December 1872 Am 1. Adventsonntage wurde der neue Pfarrer Ferdinand Kerschbaum, geb. zu Linz 1838, und seit August 1872 Chorvikar an der Domkirche und Kassier des Volkscredites durch den hochw. Herrn Dechant Norbert Purschka von Waldneukirchen installiert; anwesend waren die Herren: Pfarrer Kirchbäck von Steinbach, Seltsam von Molln, Frank von Leonstein, der Kooperator Falkner von Waldneukirchen, ein spezieller Freund des neuen Pfarrers, - ferner der aktive Herr Bezirksrichter Kren, der pensionierte Bezirksvorsteher Watzke und der Gemeindevorsteher Karl Hönig, Kaufmann. Es begann der Bau der Umlegung des Pfarrerberges durch den Bauunternehmer Jakob Bendik, Lederer in Hall - Bauleiter Seiberlik; der Bau wurde unter großen Streitigkeiten geführt und vollendet; ein Theil der sog. Wirthsleithen am Pfarrhofgrund wurde abgelöst und dafür die Silberrente № 39091 v. 1. April 1880 für 400 fl gekauft. 1873 Der Winter war sehr lau, wenig Schnee und geringe Kälte. Der Herr Provisor Ignaz Mayr wurde wieder Kooperator hier und der Koop. Maase nach Niederkappel versetzt. Herr Mayr ist seit Ende August 1872 hier. Kirchenväter sind: Ludwig Zeitlinger, Sensengewerksbesitzer in der Schmidleithen und Michael Wasserbauer am Großbaumgartengute in der Wagenhub. Am 8. Jänner verunglückte beim Holzführen Josef Haider, 22 Jahre, Militärurlauber, Bauernsohn vom Stampfgute in der Pernzell, der bei seinem Großvater im Windhag im Dienste war; das Holz drückte ihm das Brustblatt ein und er starb daher ohne die hlg. Sacramente. Am 16. Februar feierte Herr Josef Palm, Professor am Gymnasium in Ried mit der Tochter des langjährigen Gemeindevorstehers Josef Dorfwirth, Kaufmann in Untergrünburg, Pauline, seine Hochzeit. Am 18. Februar wurde für das Waisenhaus in Linz durch einen eigenen Sammler aus Linz eine Sammlung in der Pfarre gehalten, die sehr ergiebig ausfiel. Deo gratias! Am 21. April Hochzeit der hiesigen Kaufmannstochter Emilie Wenzl mit Felix Porsche, k.k. Steueramtskontrollor in Ottenschlag in Niederösterreich. 3. Mai Im Monathe Mai wird jeden Samstag abends um sieben Uhr eine Litanei mit einem Preiß und dem hl. Segen abgehalten; täglich Maiandacht zu halten ist wegen der einsamen Lage der Kirche nicht möglich.
- 15 - 10. Mai Die Bittprocessionen; die I. vom Montag wird um 5 Uhr früh nach Waldneukirchen geführt; die II. am Dienstag um die Felder (½ 7 Uhr); die III. am Mittwoch um ½ 6 Uhr nach Steinbach. Am Christihimmelfahrtstage - Maiprocession nach Steinbach 1 Uhr Nachmittag. Zu Fronleichnam am 31. Mai um ½ 6 Uhr ist die Frühmesse; um 7 Uhr das Hochamt, dann beginnt die lange Procession nach Untergrünburg - über den Rottenhuberberg, Schweinsegg beim Karlhuber herein in den Ort - Stationen: die erste beim Löschenkohlhaus in der Waide, die 2. beim Thanner, die 3. auf der alten Post bei der Kapelle, die 4. im Feyrerbach beim Hause des Fritz Hönig. Am 28. Oktober Hochzeit der Kaufmannstochter Maria Dorfwirth mit dem k.k. Hauptmann Heinrich von Gatterer, einem tapferen Soldaten, dessen Brust ganz decoriert ist. December Am Feste der unschuldigen Kinder gehen die Schulkinder das 5. Mal im Jahre zu den hl. Sacramenten, und zwar in den dritten Quatemberzeiten - zu Ostern und zu Weihnachten, immer in Begleitung der Lehrer. In der vergangenen Osterbeichtzeit dieses Jahres empfingen insgesamt etwa 1640 Kinder die hlg. Sacramente bei unter einer Seelenzahl von 2400. Die hlg. Sakramente wurden im Laufe des Jahres, besonders zur Ablasszeit fleißig empfangen, der Gottesdienst, besonders die Frühmesse eifrig besucht. Der Volksverein zählt hier bei 100 Mitglieder. Andersgläubige befinden sich zwei hier, die Steueramtscontrollorsgattin ist eine Calvinerin - und ein Walzenarbeiter in der Haunoldmühle ist protestantischer Konfession; letzterer ist vor ca. 20 Jahren durch den Gustav Wolfmair und seine lockenden Gelder angeregt, vom katholischen Glauben abgefallen; derselbe scheint seinen Übertritt schon längst bereut zu haben, wagt aber seine Rückkehr zur kathol. Kirche nicht öffentlich zu zeigen, wahrscheinlich aus Furcht vor dem Pastor. Schreiber dieser Chronik hat denselben über den Pfarrhofberg an einem Sonntage während der Wandlung heraufgehen gesehen und bemerkte, wie derselbe zuerst scheu herumblickend ob ihn niemand sehe, andächtig an das Herz geklopft hat - derselbe hat Grünburg verlassen. 1874 Gemeindevorsteher Kaufmann Karl Honig. Gemeinderäthe: Bauer auf der Riedlhub, Mairinger-Bäcker, Bauer auf der Ehrenhub, Florian Ebner - und 14 Ausschüsse, darunter Notar Dr. Kurz. - Orthsschulrath: Obmann Enzenfömer, Uhrmacher. Schon im vorigen Jahre wurde ein Theil der Hausbesitzer von Obergrünburg und der Bauern von Pernzell aufgehetzt sich von Grünburg aus- und nach Leonstein einpfarren zu lassen; ein Grund war unter anderem die Nähe der Pfarre von Leonstein, einem Theile der Ortschaften Obergrünburg und Pernzell;
- 16 - die Grenze sollte von der Pernzell aus der Holznerranzen und in Obergrünburg der Sapplberg sein; ein anderer Grund war durch Vergrößerung der Pfarre Leonstein eine eigene Gemeinde Leonstein bilden zu können, ein liberales Eldorado, da wie bekannt ist die Leonsteiner, verhetzt durch etliche Sensenschmiede und ihre Helfershelfer, sich sehr liberal gerieren und auch die an Leonstein angrenzenden Bauern, größtenteils abhängig von der Schmiedleithen, dessen Besitzer im Unglauben des Liberalismus seinen Gefallen zu finden scheint und dieser Richtung schon halb verfallen sind. Die ganze Auspfarrungsfrage verschwand wie der Nebel im Herbst, da die Statthalterei und das H.H. Ordinariat darauf nicht einging, auch Graf Otto Salburg vom Schlosse Leonstein (zur Orthschaft Obergrünburg gehörig) einen energischen Protest gegen die Auspfarrung einreichte. Hofwirth und Brauer Reichl Leopold stimmte für die Auspfarrung. Ludwig Zeitlinger als Nachfolger und Erbe des durch seine großartigen Wohlthaten, seinen kirchlichen Sinn, hochberühmten und allerseits bekannten und gesegneten Besitzer der Schmiedleithen, Herrn Gottlieb Hirzenberger (gestorben 1871), Kirchenvater von Grünburg, legte in Folge der Auspfarrungsfrage seine Stelle als Kirchenvater nieder und es wurde statt seiner Simon Pöllhuber am Riedlhubergute in der Pernzell ernannt. Im Landtage ging das Gesetz durch wegen Ablösung der Sammlungen für kirchliche Organe. Schon bei Trennung des Mesners vom Organistendienste haben hier 8 Bauern, darunter die ob ihrer Hinneigung zum Liberalismus bekannten (Aigner, Grabner, Bär, Röll) dem Mesner die Sammlung verweigert weil dieselbe im Grundbuche als Schullehrersammlung bezeichnet war. Unter diesen befanden sich auch der Bauer Lang (mit zwei Güther) - der Holzner in der Pernzell, sowie der Bauer und der Wurzer; es bestand ein langer Schriftenwechsel zwischen Statthalterei - Bezirkshauptmannschaft - Pfarramt. Die Bezirkshauptmannschaft, an deren Spitze Friedrich Hauer stand, forderte immer neue Beweise ob die „Schullehrersammlung“ wirklich eine Mesnersammlung sei; der Beweise wurden geliefert, die Fassionen der Schullehrer vorgewiesen, worin dieselben selbst diese Sammlung als für Mesnerdienst gehörig bezeichneten; die Statthalterei entschied auch in diesem Sinne; noch einmal wurde ein Rekurs gemacht durch Dr. Edelbacher und die Sache verlief im Sande, die 8 Bauern verweigerten fortan die Sammlung und dem Pfarrer kam die Sache schon so schmutzig und lästig vor, dass er weitere Anzeigen unterließ. Leider! Die neu angelegte Straße wurde im Sommer dem Verkehr übergeben. 31. December Am letzten Tage des Jahres feierliche Danksagung, bestehend aus einer musikalischen Litanei und dem „Großer Gott wir Loben Dich".
- 17 - 1875 Am 11. Jänner starb Martin Knöpfler, ein biederer recht katholischer Schwabe, ehemals Papierfabrikant in Wels, Stiefvater der Brüder Würz, von denen einer Weltpriester war, der andere ein Jesuit ist - der Vater der Frau von Leopold Hönig. 17. Jänner Namen - Jesu - Octav. Beginn der Ablasswoche, welche gleich der Octav Maria Namen zum Empfang der hlg. Sacramente hier sehr häufig benützt wird. 21. Februar Beginn der Beichtlehren; Montag für die ledigen Mannspersonen, Dienstag für die ledigen Weibspersonen gehalten vom hochw.Cooperator; Mittwoch für die Verheirateten gehalten vom Pfarrer. 29. Februar Beginn der Osterbeichte in der alten Ordnung. Montag ledige Mannspersonen von Untergrünburg, Dienstag ledige Mannspersonen von Obergrünburg, Mittwoch und Donnerstag ledige Mannspersonen von der Wagenhub und Pernzell. Freitag und Sonntag ledige Weibspersonen Untergrünburg bis № 58, Samstag ledige Weibspersonen von Untergrünburg von 58 bis 114. Montag ledige Weibspersonen von Obergrünburg, Dienstag ledige Weibspersonen von der Pernzell, Mittwoch ledige Weibspersonen von der Pernzell, Donnerstag die verh. von der Wagenhub, Freitag verh. von der Pernzell und verh. von Untergrünburg, am Sonntag die Arbeiter von der Haunoldmühle und den Sensenwerken von Leonstein. Nachmittag wird an diesen Tagen Beichte gehört, am Montag die verheirateten von Obergrünburg. Die Fastenpredigten wurden vom Herrn Cooperator unter großer Betheiligung gehalten. Zahl der Osterkommunion 1650, Seelenzahl 2350. Ostern Das hI. Grab wurde heuer geziert durch einen neuen Vorhang am Eingang der Kreuzkapelle, ein großer schwarzer Vorhang mit einem weißem Kreuze, ein Geschenk des edlen Fräuleins Antonia Ludwig, Private in Steinbach; auch ein Tabernakel wurde hergestellt zur Aussetzung des Allerheiligsten, und der ganze Kreuzaltar durch den Tischler Watko von Untergrünburg restauriert; die Blumen zur Verzierung des hl. Grabes liefert Herr Johann Wenzel, Kaufmann in splendider Weise. Am 12. April starb der pens. Bezirksvorsteher Vinzenz Watzke am nervösen Schlagfluß, daher leider ohne hl. Sacramente und wurde am 14. unter großer Betheiligung der Bevölkerung begraben; derselbe war früher Pfleger in Spital am Pyhrn, dann kam er als Bezirksrichter nach Grünburg mit dem Sitze in Leonstein am Schloss; dann 1854 nach dem Bau eines Bezirksgerichtsgebäudes durch Interessen und Aktionäre in der Gemeinde - nach Untergrünburg; derselbe war also 21 Jahre hier, genoss großes Ansehen, war religiös gleichgültig, doch ein Freund der Geistlichkeit allerwärts. Er ruhe in Frieden! Er hinterließ eine Familie von einem Sohn und sechs Töchtern, von denen eine an den Notar Dr. Alfons Hollnsteiner verheiratet ist, dessen Vater hier Pfleger und später Notar war.
- 18 - 24. April Das Fest des HI. Kirchenpatrons Georg; an diesen Tagen geht immer von der Nachbarpfarre Steinbach eine Procession hierher ohne Priester, wohnt hier der Segenmesse bei, und kehrt wieder zurück. Das Patrociniumsfest wurde immer an einem Sonntage gefeiert. Am Osterdienstag wurde durch den Gemeindevorsteher Karl Hönig ein Viehmarkt eingeführt; der zweite lange bestehende Markt ist am dritten Sonntage nach Pfingsten, der sogenannte „heimliche Kirchtag“, weil fast keine Verkäufer und Käufer hier sind. Am 24. Mai ist Frl. Antonia Ludwig von Steinbach, eine edle und fromme Wohltäterin der Kirche und Armen im 34. Jahre gestorben. 16. Juni Erinnerungstag an die vor 200 Jahren erfolgte Einsetzung des Herz-Jesu Festes; auch der dreißigste Jahrestag der Wahl des HI.Vaters Pius IX. - Der für diesen Tag gespendete vollkommene Ablass (und den darauf folgenden Sonntag) wurde gläubig benützt und zum Schlusse der Herz-Jesu Predigt das Weihegebet zum Herzen Jesu gebetet und nach der Meinung und nach dem Wunsche des Vaters sowie der Pfarre dem Herzen Jesu geweiht. Am 3. Juni starb zu Obergrünburg Karl Hirnschall, Schuhmacher, an Choleratyphus. Am 4. Juli wurde das vom HI. Vater ausgeschriebene Jubiläumsmonat eingeläutet und mit einer nachmittägigen Betstund eröffnet. Bedingungen: 4 Kirchenbesuche in Procession; die vorgeschriebenen Jubiläumsgebete und der Empfang der hl. Sacramente. October: Ich erhielt die Nachricht, dass der Hochwürdigste Bischof am 11. October in Kirchdorf, am 12. in Spital, am 13. hier in Grünburg und am 14. in Waldneukirchen die römische Visitation und die Firmung vornehmen wird. Es wurden die Eltern von der Kanzel ermahnt ihre Kinder täglich zwischen 8 und 9 Uhr in die Schule zu schicken (es waren gerade Ferien), einerseits um Firmunterricht zu erhalten, andererseits um zur Religionsprüfung vorzubereiten. Am 3. October fiel die Bäuerin am Schatzgute in der Pernzell Maria Kammegger beim Obstpflücken vom Baume und starb infolge Verletzung des Rückenmarkes - Ein braves Weib, Tochter vom alten Kaben. Am 10. October wurde die Pfarrgemeinde verständigt, dass der H.H. Bischof am 12. spät in der Nacht von Spital herkommt und sich jeden Empfang verbeten hat. 12. October Nach qualvollen Vorbereitungen in dem für einen solchen Besuch weitaus zu kleinen Pfarrhofe wurde abends beim Steinermayr, unserem Nachbar, mit zwei Fackelträgern und den Kirchenvätern gewartet auf den Signalschuß in Groißenbach; richtig um 10 Uhr fiel derselbe. Der Graber hatte die Friedhofsmauer sehr schön beleuchtet. Desgleichen war auch der Pfarrhof mit einem Kranze geziert und beleuchtet. Beim Steinermayr wurde der Hoch-
- 19 - würdigste Bischof, der mit Canonicus Baumgartner und Dechant Purschka ankam, von mir und dem Herrn Cooperator Mair empfangen und begrüßt; es war stockmauerfinster und regnete; im Schritte fuhren die Pferd den Wagen bis zum Pfarrhof - begleitet von nur zwei Fackelträger und etlichen Neugierigen - beim Pfarrhof stieg der H.H. Bischof aus, segnete alle, worauf ein Fackelträger, der edle, herzensgute, kindlich naive Krämer am Platze - Georg Kronegger sagte: „Gute Nacht, Herr Bischof!" Der Bischof lächelte, erwiderte freundlich den Wunsch, nahm etwas Suppe zu sich und zog sich zurück. Derselbe wohnte im Zimmer des Pfarrers; Canonicus Baumgartner schlief im Fremdenzimmer - der Dechant im Cooperatorzimmer, ich und Cooperator im Speisezimmer, der Bediener im Archiv, der Kutscher blieb mit den Pferden im Unterhaus; meine Schwestern Fanni und Resi in der Küche. Bei Nacht fiel Canonicus Baumgartner im Bette durch, was einen großen Lärm verursachte. Am 13. October um 6 Uhr celebrierte Canonicus und Dechant und Cooperator die hl. Messe. Regen und Schnee, kalt, die umliegenden Berge schneeweiß; um 7 Uhr vom Pfarrhof weg Einzug in die Kirche; der Herr Pfarrer von Steinbach war hier, die Gemeindevertretung, Schulkinder, weiße Mädchen, die beiden Herren Pfarrer von Molln und Leonstein kamen auch. In der Kirche las der Hochwürdigste die hl. Messe unter Gesang des Volkes. Dann frühstückte er und hielt die Predigt über die erste Christengemeinde in Jerusalem und wie jede christliche Gemeinde sein soll; nach der Predigt ward die Firmung an ca. 400 ertheilt. Nach der Firmung las ich die Schlussmesse, und um ½ 12 Uhr zogen wir wieder in Procession zum Pfarrhof. Empfang des Hrn. Bezirksrichters Kren, des Bezirksvorstehers Scherer, des Grafen Salburg, der Gemeindevertretung. Untersuchung der Kirchenrechnung und Stiftbriefe. Um 2 Uhr einfaches Mittagsmahl, bestehend aus Suppe, Bratwürsten mit Kraut, garniertes Rindfleisch, Hasenbraten, Enten, Torte, Kaffee; nach dem Speisen Vorstellung des Klerus; Ernennung des Pfarrers und Cooperator, ich bewunderte die Güte und die Liebenswürdigkeit des Bischofes. Um 3 Uhr Abfahrt nach Waldneukirchen, in Untergrünburg besuchte noch der Hochwürdigste den Gemeindevorsteher und den Bezirksrichter. Not. Beim Trocknen der nassen Schuhe des Bischofes wurden dieselben unvorsichtig verbrannt. Multa bona invenit in Grünburg - Verba Epp. rev. in libro baptismali. Im Sommer am Anfang des Herbstes hielt sich hier zur Sommerfrische Dr. Friedrich Eichhorn von Linz samt Frau und Söhnlein auf; ein biederer ehrlicher Schwabe. Seine Frau stickte zur Kirche zwei schöne weiße Polster. Im October wurde in Steinbach von den H.P. Jesuiten in Steyr eine Mission abgehalten, der natürlich auch von unserer Pfarre viele beiwohnten. Wir beide, Coop und Pfarrer, leisteten im Beichtstuhl Aushilfe.
- 20 - 1876 Dieses Jahr beginnt mit einem traurigen Todesfall, des edlen, recht katholischen Bezirksrichters Franz Seraphius Krenn. Derselbe hatte am 3. Jänner abends bei seiner gewöhnlichen Tischgesellschaft sich noch recht gut unterhalten, trank des Abends vor dem Schlafengehen wie sonst seinen Tee, und um 4 morgens fand ihn sein Töchterchen Marie tot im Bette. Eine allgemeine Trauer erweckte dieser Tod. „Der gute Bezirksrichter ist gestorben", hieß es in jedem Munde. Tiefreligiös gab er durch Kirchenbesuch und Empfang der hl. Sacramente ein erhebendes Beispiel dem Volk und auch seinen Beamten. Im Jahre 1870 wurde er für den oberösterreichischen Landtag candidiert von den Konservativen, deren Grundsätze er vertheidigt unbekümmert ohne Spott und Tadel. Er hatte zur Frau eine Tochter des Schulleiters von Steinbach Joseph Waldeck, dessen Söhne - Franz, Professor der Exegese in Linz (+ 1864) - Fritz, ein Jesuit (später ausgetreten) - Josef, Lehrer in Steinbach, als Schulleiter in Ottensheim (+) - Karl, Domorganist in Linz - waren. Das Leichenbegängnis am 7. dieses Monaths war großartig - die Thränen, die aus allen Augen so bitter flossen geben Zeugnis von der Liebe, der sich der Verstorbene erfreute. Der hochwürdige Herr Dechant, die Pfarrer von Molln, Leonstein, Hr. Cooperator von Steinbach, Pieslinger - zwei Herren Professoren von Kremsmünster wohnten der Leichenfeier bei. RIP. 6. Jänner In Steyr brannte der Stadtpfarrturm ab. Am 11. Februar starb die Schneiderswitwe Elisabeth Ginstl, die durch 9 Jahre ununterbrochen mit von der Gicht verkrümmten Händen und Füßen voll Geduld darniederlag, von ihrer Tochter gepflegt. Am 11. März begannen die Beichtlehren; in dieser Quatemberwoche wurde die Korn und Hafersammlung eingehoben. Am 7. Mai wurde verkündet: Wie am Tage der Beichtlehren für die Verheirateten gesagt wurde, bedarf unsere Kirche und der Thurm einer gewaltigen Reparatur, diese kann nur durch mehr Beiträge geschehen; wer also die Liebe und Anhänglichkeit an seine Pfarrkirche hat, wird zu einem frommen Beitrage eingeladen und zu diesem Zwecke in dieser Woche zu sammeln aufgefangen. In der Wagenhub ging der Salzbichler, Franz Richter - in der Pernzell der Riedlhuber, Simon Pöllhuber - in Obergrünburg Heinrich Sommerhuber; für Untergrünburg wurde wegen der schlechten Industriegeschäfte die Sammlung aufgeschoben. Die Sammlung ergab circa 1000 fl, welche sogleich im Volkscredit eingelegt wurden. In der Bittwoche wurde die Procession in der gewöhnlichen Ordnung abgehalten.
- 21 - Am 29. Mai starb der hochw. Herr Nachbarspfarrer Karl Kirchböck im 72. Jahre; ein liebensvoller, frommer, emsiger Seelsorger - durch 10 Jahre in Steinbach (mein) Pfarrer. Am 31. Mai war das Begräbnis des Herrn Pfarrers. Dechant Arminger von Steyr führte den Conduct - 6 Priester begleiteten die Leiche. Edtl, Parzer (Professoren aus Linz), Walcher, Taubstummenlehrer Dr. Eichhorn, Weinwurm, Pongauer, Dr. Jeglinger, Dr. Brandlmayr etc. waren bei mir auf Besuch. August Herr Anton Ludwig, Alumnus des 3. Jahrganges, dem ich Vorunterricht gegeben und welchen ich zum studieren gebracht, feierte in Steinbach seine Primiz, wobei der Kapuziner P. Apollinaris Gassner die Predigt hielt, die durch den Hinweis auf seine verstorbene Schwester Antonia, die ihm aus eigenen Geldmitteln studieren lies (Freinberg) alle zu Thränen rührte; der Primiziant hielt am Sonntage darauf hier das Amt und ertheilte den 1.Segen. Orgel - Reparatur durch Breiner in Steinbach (miserabel). Feuerwehrgründung Durch Dr. Kurz und Gemeindevorsteher Hönig wurde eine Feuerwehr gegründet. Durch Sammlungen wurde eine schöne Knautsche Spritze angeschafft. Erster Feuerwehrhauptmann war Max Kaindl, Ziehsohn des Karl Hönig. . Wahl in den Gemeindeausschuss: Karl Hönig legte seine Bürgermeisterstelle nieder, es wurde statt seiner Sommerhuber Heinrich, Wirth unterm Haus (Unterhaus) gewählt. Im October wurde die Leonsteiner eiserne Brücke vollendet, die alte Straße (der Berg) die zu den Häuseln am Schmiedleithenbach führte, zugemauert durch Nachgiebigkeit des früheren Bürgermeisters dem Grafen Salburg gegenüber; und durch diese Absperrung der alten Straße die Auspfarrungsgelüste neuerdings angefacht. Spendierte Frau Magdalena Putz, Besitzerin der Haunoldmühle anlässlich ihrer silbernen Hochzeit 2 rothe Pölster zur Kirche. Johann Gierlinger veranstaltete im Laufe des Sommers mit staatlicher Bewilligung eine Sammlung für das Waisenhaus in Linz, welche sehr gut ausfiel. Osterbeichte wie in den früheren Jahren. Im November dieses Jahres grassierte die entsetzliche Krankheit der Kinder, die Diphtheritis; ein Kind des Messerschmiedmeisters in Untergrünburg, Ferdinand Grasbon, war bereits verstorben; Das zweite Kind, ein Mädchen, namens Cäcilia, 6½ Jahre alt, wurde auch in sehr heftiger Weise ergriffen, sodaß der Arzt täglich, ja stündlich den Erstickungstod voraussagte. Der Arzt hieß Ignaz Neureiter, seit 1871 hier, von Ternberg; dessen Sohn wurde mein Firmling. Das kranke Kind bat 3 mal seine Eltern und Geschwister, zur
- 22 - Mutter Gottes zu Bitten um Genesung - auf die 3. Aufforderung zu beten, fing das Kind auf einmal an sich frisch zu fühlen, und genas schnellstens. Das Gebet der Eltern und Geschwister wurde vor dem Bild „unserer Lieben Frau vom hlg. Herzen“ verrichtet. Bezirksrichter Edlbacher Im Herbste dieses Jahres wurde der k.k. Bezirksgerichtsadjunct von Schwanenstadt, August Edlbacher, zum Bezirksrichter von Grünburg ernannt. Derselbe ist der Sohn des k.k. Landesgerichtsrathes in Linz, August Edlbacher, ehemals Pfleger in Sierning - ein Sohn des verstorbenen Schullehrers von Grünburg, der mehr als 60 Jahre in der hiesigen Schule wirkte. Brand Im Monate October brannte das Jungwirthshaus in der Pernzell № 1 nieder. Ursache Brandlegung; der Thäter wurde nicht eruiert. August feierte Herr Anton Ludwig seine HI. Primiz in der Pfarrkirche Steinbach - Primizprediger war der Kapuziner-Pater Apollinaris Gassner; Herrn Anton Ludwigs Eltern waren früher Hausbesitzer in Grünburg. 1877 Brand in Kirchdorf Im April dieses Jahres brannten im Markte Kirchdorf 60 Häuser und viele Stallungen ab; der Schaden ist unermesslich groß. Es wurde sogleich ein Opfergang in der Kirche und Sammlungen durch die Gemeindeausschüsse veranstaltet. Schulhausbau Auch wurde in diesem Monate mit dem Schulhauszubau begonnen; es soll ein neues Lehrerzimmer und Lehrerwohnung errichtet werden; die Steine zum Zubau lieferte der Pfarrer von einem Felsenvorsprung in der Wiese längs der Kirchenstraße unentgeltlich und führt dafür durch 5 Jahre den Unrat und den Adel vom Schulhaus weg; nach je fünf Jahren wird speziell wieder angesucht. Bischofjubiläum Pius IX Am 27. Mai wurde folgendes von der Kanzel verkündet: am künftigen Sonntage, also am 3. Juni sind es 50 Jahre, dass unser heiliger Vater Papst Pius IX Bischof geworden ist; er feiert also sein 50-jähriges Bischofjubiläum. Als katholische Christen, deren Oberhaupt der Papst ist, wollen auch wir dieses Fest feierlich begehen; es wird daher am Samstag abends um 7 Uhr bei Beginn des Fronleichnamssegens durch eine Viertelstunde mit allen Glocken geläutet werden; am Sonntage ist um 9 Uhr feierliches Hochamt mit Te Deum und Nachmittag 2 Uhr Betstunde für den Hl. Vater; auch können an diesem Tage alle, welche die hl. Sacramente der Buße und Altars würdig empfangen, immer vollkommenen Ablass empfangen.
- 23 - Begräbniszwistigkeiten Am 1. Juli starb im Schmiedleitnergraben, der in der Folge der neuen Brücke und der zugemauerten alten Straße von der grünburger Seite her beinahe abgesperrt ist, der Schuhmachergeselle, Vinzenz Jandl beim Schuhmacher Schatz. Letzterer wurde aufgehetzt die Leiche in Leonstein begraben zu lassen und erhielt auch von der Polit. Behörde trotz Protestation des Pfarramtes, das auf die üblen Folgen hinwies, die Erlaubnis. Weil der Pfarrer zur Beerdigung in Leonstein nicht sogleich einwilligte, und nur um einen Scandal zu verhüten nachgab, entstand ein Spottgedicht „vom todten Schustergesellen“, verfasst vom Steiner, dem Schreiber des Ludwig Zeitlinger in der Schmiedleiten, das von unwahren Vorwürfen strotzte zur Freude des Gesindels. Von dieser Zeit an werden gewiss auch andere in diesem Graben wohnende Pfarrkinder die Überführung ihrer Leichen an den nächstgelegen Friedhof Leonstein verlangen. Kapellenbau Am 30. September wurde nach dem Segen processionsweise zur Kapelle gegenüber der Schule hinabgezogen und dieselbe vom Pfarrer eingesegnet; die Kapelle wurde auf Anregung des Bauern am Langgute Florian Burghuber neu erbaut und sollte für die Leichenbegängnisse von Obergrünburg und Pernzell als Absetzstation gelten. Das schöne Crucifix in der Kapelle ist aus Innsbruck. Goldene Hochzeiten Im Herbst dieses Jahres feierte der alte Ladenführer Martin Felbinger und seine Frau und der Reiterer in der Pernzell unter allg. Betheiligung die goldene Hochzeit, wo zwei Männer ministrieren, die vor 50 Jahren bei der ersten Hochzeit Ministranten waren. 1878 Die hiesige brave Unterlehrerin Romana Schraffl beginnt zu kränkeln und starb am 10. Februar an Tuberkulose im 22. Jahre nach wiederholten Empfange der hl. Sterbesacramente; das Leichenbegängnis fand am 12. Februar unter großer Betheiligung statt. Am Mittwoch nach dem 6. Sonntage nach Ostern wurde das 25-jährige BischofJubiläum unseres geliebten Oberhirten auch in unserer Pfarre durch einen feierlichen Gottesdienst mit Te Deum gefeiert. „Kirchenvater“ Simon Pöllhuber gestorben. Im Juni starb der verdiente, streng konservative Zechprobst Simon Pöllhuber am Riedlhubergute in der Pernzell; er hinterließ 100 fl für den Thurmbau; statt seiner wurde Anton Mitterhuber am Humplgute in der Pernzell ernannt. Neuer Patron der Pfarre Grünburg Im Juli wurde der langwierige Process entschieden, der zwischen den Söhnen des verstorbenen Grafen Lamberg in Steyr - die aus der nichtstandesgemäßen Ehe mit einer Ökonomieaufseherstochter in Böhmen geschlossen, namens Katharina Sch. entsprossen, und der ungarischen und salzburgischen Linie geführt wurde - und zwar zu Gunsten der ungarischen Linie, deren Haupt der alte Graf Rudolf Lamberg war, dessen Tochter, welche mit
- 24 - Graf Franz Emmerich Lamberg verehelicht ist, die Herrschaft Steyr sogleich antrat und einen großen Theil des Jahres sich im Schloss Steyr aufhalten. Die edle Frau Gräfin, eine durchaus religiöse Dame, spendete sogleich zur Kirche ein schönes Messkleid. Tod des alten Todtengräbers Am 23 August starb der alte treue Mesner und Totengräber Georg Kirchberger; sein Schwiegersohn Leopold Edtbauer übernahm provisorisch die Stelle. Sparcasse Im Sommer wurde, besonders durch den großen Eifer des Herrn Karl Hönig Kaufmann in Untergrünburg, eine Sparcasse der Gemeinde Grünburg errichtet, die sehr bald florierte. Am 9. September nachts ging in der hinteren Pernzell ein furchtbarer Wolkenbruch nieder, der besonders in der Schmiedleithen und den hinteren Bauern der Pfarre immensen Schaden anrichtete. Ich schließe dieses Jahr mit lebhaftem Dank gegen Gott und mit heißen Segenswünschen für Leo XIII, der heuer nach dem Tod des edlen Pius IX nach unerwartet schneller, ruhiger Wahl den Stuhl Petri bestieg. Sowohl die Leichenfeierlichkeiten beim Tod Pius, als die Festlichkeiten bei der Thronbesteigung Leo-s XIII wurde hierorts unter großer Betheiligung abgehalten. 1879 Vom November 1879 - Mai 1880 litt ich an partieller Luftröhrenentzündung; und konnte daher kaum Predigt halten; an Wochentagen war immer nur eine hl. Messe. 1880 Brand Steyrleithen Im Frühjahr brannte die Steyrleiten, eine Mühle in Obergrünburg, ab, wobei die Müllerin Katharina Rankl erstickte; der Müller wollte sie retten, konnte es aber nimmermehr. Im Juli starb der gräf. Nachfolger der Herrschaft Steyr Graf Philipp Lamberg und seine Schwester Angelica an Diphtheritis in Csakbereny; große Trauer im gräfl. Hause; solemner Trauergottesdienst, den sämtliche Beamten von Steyr - Förster etc. beiwohnten. Armeninstitut Eintritt des Clerus in der Armenrath.
- 25 - Brand Im August brannte das Windschinkgut in der Pernzell ab, angezündet von der eigenen Bäuerin, deren Kind auch bald verbrannt wäre; dieselbe war schon ledig eine schamlose Person und heirathete dann hierher von Schlierbach; diese Bäuerin wurde sogleich eingezogen und starb im Gefängnisse. 1881 Am 5. April starb der Besitzer der Herrschaft Steyr und Patron der Pfarrkirche - Graf Rudolf Lamberg, 79 Jahre alt; solemner Trauergottesdienst, dem nebst den herrschaftlichen Beamten und Förstern auch die hiesigen k.k. Beamten beiwohnten; die Herrschaft ging über auf dessen Tochter Gräfin Anna Lamberg. Jubelhochzeit Am 11. März feierte Simon und Anna Maria Singhuber, Auszügler am Reiterergute in der Pernzell ihre goldene Hochzeit; die alte Windhagerin, die vor 50 Jahren Kranzlbraut war, übernahm auch diesmal diese Ehrenstelle; die Ministranten vor 50 Jahren lebten auch noch und ministrierten beim Amte; der alte Steinhauferer, Bauer, und Schwödiauer, Messerergeselle. 10. Mai Vermählung des Kronprinzen Rudolf mit Prinzessin Stefani von Belgien; Hochamt in der Pfarrkirche dem die k.k. Beamten etc. beiwohnten. Am 26. Mai besuchte Graf Franz Emmerich Lamberg und seine Gemahlin Gräfin Anna Lamberg die Pfarrkirche. Am 18. August starb im Pfarrhofhäuschen die Nichte des Pfarrers, Frl. Maria Kerschbaum, Lehramtskandidatin in Linz, welche sich mit ihren Eltern und Geschwistern zur Erholung ihrer Lungenkrankheit hierher begeben hatte. Am 8. September war in Adlwang Firmung; am 9. in Molln; am 8. um 5 Uhr Nachmittag fuhr der Hochwst. Bischof mit Canonicus Angermeyer durch Grünburg, wo ihn die Geistlichkeit, der Bürgermeister, etliche Gemeindeausschüsse und die Schulkinder begrüßten. Pfarrer C.Wazl Am 15., 16. und 17. war der Herr Pfarrer von Schöngraben bei Oberhollabrunn hochwürdiger Herr C.Wazl zu Besuche seines Neffen, des Lehrers Hermann Wazl, hier. Konzert der Liedertafel Frohsinn von Linz Am Pfingstsonntage kam die Liedertafel „Frohsinn“ von Linz, bei welcher viele Mitglieder, Studienkollegen und Verwandte des Pfarrers Mitglieder sind, über Ternberg nach Grünburg und gab beim Nußbaumer zum Besten des Thurmbaufonds ein eminentes Concert, das 200 fl eintrug.
- 26 - 2. October Pater Eberhard Bachmayr, Pfarrer von Johnsbach, Stift Admont, der von hier gebürtig ist und im Jahre 1869 seine Primiz feierte, zum Besuch seiner Eltern hier. Am 17. Oktober starb Herr Leopold Reichl, Brauer in Obergrünburg und Leonstein und Zechprobst der Pfarre. 19. Oktober Religionsprüfung Am 23. October starb ein langjähriges Mitglied des Gesellenvereins von Steinbach/Grünburg - Johann Holly, Schneider in Untergrünburg. Am 1. December wurde Johann Eigmayr, Bauer am Krampengute, durch einem Mostfaß, das er in den Keller tun wollte, erdrückt und starb. 1882 Im Februar wurde der neue Pfarrer der Nachbarspfarre Adlwang P. Lambert Guppenberger installiert. Am 1. März starb in Freistadt Prof. Franz Dorfwirth, ein geborener Grünburger. Am 24. Mai starb der hiesige reiche Ochsenhändler Mathias Holzinger am unteren Thoneggergute. Am 1. December wurde der Schleifer Johann Schwinghammer durch den Schleifstein, der zersprang, getötet; Witwe mit 3 Kindern. 1883 Am 26. Jänner wurde eine neue schwarze Fahne bei Beranek um 16 fl gekauft. Am 28. Jänner starb der k.k. Bezirksvorsteher Franz Scherer; ein überzeugungstreuer Katholik, ehemals Landtagsabgeordneter (Rohrbach - Neufelden). Am 25. April starb nach Empfang der hl. Sacramente Heinrich Nußbaumer, Gastwirthsohn von Untergrünburg, Studierender der Technik und Reserveleutnant. Am 5. August starb Frau Sommerhuber, Pulvermachersgattin in der Forstau; ihre Leiche wurde hier in der Familiengrabstätte beerdigt. Am 29. Oktober starb die Todtengräberswitwe Theresia Kirchberger.
- 27 - 1884 Im Februar bekam der hochw. Herr Kooperator Ignaz Mayr sein Versetzungs-Dekret nach Steinbach; durch die Vermittlung meines Freundes, des H.H. Canonicus Pinzger wurde derselbe wieder heimgelassen; er hielt vormittags unter Schluchzen des Volkes seine Abschiedspredigt - und abends feierte man die neue Ankunft. Am 7. Juni starb der Kirchennachbar Georg Kronegger, Krämer, ein edler treuer bewährter Freund der Geistlichkeit. Am 4. Mai starb der Hr. Pfarrer der Nachbarspfarre Nußbach Pater Otto Effinger. Juni war der k.k. Statthalter Weber von Ebenhof hier. Am 12. Juni wurde des schlechten Wetters halber die Fronleichnamsprocession nicht abgehalten. Am 2. Juli fuhr der Hochwst. Herr Bischof Rudigier von Windischgarsten durch Obergrünburg nach Waldneukirchen. Durch das unleserliche Telegramm kamen wir alle zur Begrüßung zu spät. Im August begann in Steyr die elektrische Ausstellung. Am 1. August wollte ein Bäckerjunge vom Gattern Ratten schießen; gerade als er losdrückte ging eine Thür auf und der Sagmeister Josef Feichtinger ging heraus; der Bäckerjunge fuhr mit dem Gewehr etwas in die Höhe, schoss und traf ihn oben in die Hirnschale; nach mehrwöchentlichem Leiden starb der Unglückliche; eine barmherzige Schwester aus Steyr pflegte ihn. Am 6. November starb H. Adalbert Hollnsteiner, Notariatsbeamter Am 29. November starb unser guter edler Bischof Franz Joseph Rudigier; Clerus und Volk ist tief bestürzt. Am 25. December fiel die Oberthanneggertochter Theresia Schimpfhuber vom Heuboden auf die Tenne und starb sogleich. 1885 28. Februar starb der Älteste in der Pfarre, Josef Lunz, Messerschmiedmeister in Untergrünburg im 90. Jahre. 3. Mai Feierlicher Einzug des neu ernannten Hochwst. Bischofs Ernest Maria Müller - in Linz.
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