Das Kloster der Karmelitinnen in Gmunden

Wohltäter kennen lernen, deren Opfersinn und Freigebigkeit in dieser doch so egoisti¬ schen Zeit nur zum Anstaunen war. Anfangs September 1920 war Hochwasser in Gmunden. Bis zur zweiten Stufe der Klosterpforte ging das Wasser. Die electri¬ Lichtleitung versagte, die stadt. Wasserleitung funktionierte nicht mehr. Man hörte nur das Rauschen des Wassers und das Aufklät¬ schen der Wellen an den Hausermauern. Man mußte fast befürchten, daß das Wasser noch in die Kirche komme. Als am Feste Maria Geburt, am 8. September, zum erstenmal wieder die Sonne sich zeigte, atmete man er¬ leichtert auf, die Gefahr war beseitigt. Am 22. Dezember 1921 wurden die zwei neuen Turmglocken geweiht, die größere er¬ hielt den Namen Maria Immaculata, die kleinere Josepha Theresia. Da aber die klei¬ nere nicht ganz zur großeren stimmte, wur¬ de die frühere Glocke, die noch in Linz sich befand, wieder zuruckgebracht und gegen die neue vertauscht. Vom 14. bis 17. Oktober 1923 wurde in der der Klosterkirche die Seligsprechungsfeier kleinen Theresia vom Kinde Jesu unter gro¬ der Beteiligung der Bevölkerung abgehalten, zwei Jahre darauf, am 24. bis 26. September 1925, schon die Heiligsprechungsfeier. Im nächsten Jahre wurde auf einem kleinen Al¬ tare bei der Kirchenture eine Statue der Heiligen aufgestellt. Die Auslagen wurden von Verehrern der lieben Heiligen bestritten, dem Kloster wurde eines Tages die saldierte Rechnung übergeben. 38

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