Das Kloster der Karmelitinnen in Gmunden

Treue. Wer unser Haus und Garten vor 20 Jahren kannte und mit dem jetzigen Stan¬ de desselben vergleicht, der kann nicht um¬ hin, Gott zu preisen, der so Großes durch diese gute Mutter getan. Die Tage der Unruhe, die Mobilisierung zum Weltkrieg 1914 fanden die Schwestern im Gebete. Es wird der Tod des Hl. Vaters Pius X. gemeldet. — Die Priorin Mutter Seraphine hatte ihre Krafte überschätzt, sie erkrankte und legte am 12. Jänner 1915 ihr Amt nieder. Es wurde Schw. Alexia zur Vikarin ernannt. Bischof Rudolf Hittmair von Linz starb an Flecktyphus. Ihm folgte Bischof Johannes Maria Gollner, ernannt am 16. Juli, konserriert am 18. Oktober 1915. Bereits am 11. Jänner 1916 erschien der Hochwürdigste Herr Bischof im Kloster; er leitete die Wahl der Priorin, Mutter M. Alexia, die bisherige Vitarin, wurde zur Priorin gewählt. Während die ganze Welt Krieg führte, herrschte im Karmel zu Gmunden die Stille des Friedens; es wurde viel gebetet um Frieden, um Abwendung des entsetzlichen Blutvergießens. Zu den schrecklichen Folgen des Krieges gehörte die allgemeine Not, die Teuerung, der Mangel an Lebensmitteln und damit die Einführung der Brotkarten usw. Gerade die beschaulichen Orden hatten darunter am mei¬ ten zu leiden. Es waren harte Tage. Kein Geld, keine Lebensmittel, keine Kohlen. Am 26. September 1917 mußte eine Glocke abge¬ liefert werden... Trotz aller Bitternisse ver¬ zagten die Schwestern nicht: die gottliche 36

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