Das Kloster der Karmelitinnen in Gmunden

Im Kloster ist noch der schöne, poesievolle Brauch, zu Weihnachten das Jesurindlein zu wiegen und dabei schöne Weihnachtslie¬ der zu singen. Im Jahre 1856 entschloß sich die Zeug¬ fabrikantenstochter Anna Seyer in Linz nach dem Tode ihres Vaters, ihr Haus in Linz (Nr. 644) samt kleinem Garten für eine neue Niederlassung der Karmelitinnen herzugeben. Am 1. November stellte der Provinzial der Karmeliten an das Kloster in Gmunden das Ersuchen, zur Grundung in Linz vier Schwestern zu schicken. Im Kloster zu Gmunden wurde diesem Ersu= chen zugestimmt, worauf die näheren Ver¬ Ueber handlungen gepflogen wurden. Wunsch der Schwestern sollte das neue Klo¬ ster zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis Maria geweiht werden. Fräulein Seyer tam nach Gmunden zu einer Besprechung. Als Priorin für Linz wurde die Gmund¬ ner Priorin Mutter Emanuel bestimmt, ür Gmunden wurde einstweilen eine Vita¬ rin bestellt, und zwar Schwester Elia The¬ resia, die bisher Subpriorin war. Am 26. September 1857 fuhr die Priorin mit drei Schwestern und zwei Kandidatin¬ nen nach Linz. Unter vielen Entbehrungen und oft bitterer Not begannen die Schwe¬ stern in Linz das Klosterleben. Doch stellte es sich heraus, daß unter den gegebenen Verhältnissen ein Fortbestand und eine Entwicklung des Klosters nicht denkbar sei. Das Haus, in welches sie eingezogen waren, zeigte sich auch nach den vorgenommenen Adaptierungen so ungesund und feucht, daß 24

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