Das Kloster der Karmelitinnen in Gmunden

in den Weg legte. Die Frau selbst hatte große Verehrung gegen die Karmelitinnen, sie sagte ihnen ofter: „Wenn Sie sechs Per¬ sonen von meinem Glauben haben, so kom¬ me ich auch, um Klosterfrau zu werden.“ Dr. Sentin war den Schwestern gegen¬ über wie ein Vater, er wurde auch nur der „Papa genannt. Die Schwestern sahen in der Mithilfe, die ihnen besonders durch Dr. Seutin wurde, das Walten Gottes, der „unter so großen und vielen Widerwärtig¬ keiten und Sturmen und bei so druckender Armut (so heißt es in der Chronik) dennoch das Haus zustande kommen ließ. Dies soll uns alle ermuntern, seiner Göttlichen Ma¬ jestät eifrigst zu dienen. Wir, die wir jetzt gegenwärtig augenscheinliche Zeugen sind sprechen oft zur Ehre Gottes unterein¬ ander, was uns der liebe Gott für große Gnaden erwiesen har und wieviel Mühen, Unruhen und Beschwerden wir bei Ent¬ stehung dieses Hauses und lange Jahre hin¬ durch ertragen mußten. Am Schlusse des Jahres 1848 heißt es in der Chronit: „So ist im Namen des Herrn dieses schwere und verhängnisvolle Jahr beschlossen. Vor vielen Uebeln hat uns Gott in diesem Jahre bewährt, sein Name sei ge¬ priesen. So manche schwere Stunde und druckendes Kreuz hat es wohl gebracht, aber auch viele geistliche, bleibende Freuden. Im Sommer 1849 besuchte ein Bischof aus Amerika das Kloster und erzählte den Schwestern von der Armut und Hilfsbe¬ dürftigkeit der Priester in seiner Diözese. Trotz der eigenen Armut gaben die Schwe¬ 21

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