serstift Strabow=Prag und der Klosterie¬ ner Wenzel Muß. Die Reise selbst war für die Klosterfrau¬ en eine sehr anstrengende; die Priorin M. Leopoldina stand im 73. Lebensjahre. Die Schwestern waren die Wagenfahrt nicht ge¬ wohnt, sie tamen durch die Reise aus ihrer gewohnten Lebensweise, die Nachtruhe war durch die Fahrt behindert. Am 29. Juni 1828 um 9 Uhr abends ver¬ ließen die Schwestern das Kloster. Als sie beim bischöflichen Palais vorbeiführen, er¬ teilte ihnen der Erzbischof vom Balkon aus noch einmal den Segen. Gegen 3 Uhr früh tamen sie in Beneschau, der ersten Sta¬ tion an, wurden vom Dechant freundlich aufgenommen, erhielten ein Frühstück und setzten um 4 Uhr früh die Reise fort nach Mitschin. Dort wohnten sie der hl. Mes¬ se bei, konnten sich dann im Pfarrhofe aus¬ ruhen, um die Weiterreise abends fortzu¬ setzen. Die Ruhezeit verbrachten sie meist in der Kirche vor dem Tabernakel, wo sie auch ihr Breviergebet verrichteten. Um 9 Uhr abends setzten sie die Reise fort bis So¬ bieslau, wo sie um 2 Uhr früh vom De¬ chant begrüßt und mit einem Frühstück für die Weiterreise gestärkt wurden. Um 4 Uhr morgens setzten sie die Fahrt wieder fort bis Budweis, als Gäste des Bi¬ schofs, der aber auf einer Firmungsreise sich befand, konnten sie in der bischöflichen Hauskapelle der hl. Messe beiwohnen. Den Ruhetag verbrachten die Schwestern meist in der Hauskapelle.
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