Garsten 1959

Johann Georg Staindorfer tätig und zuvor Christoph Mathäus De­ genhart, von dem das liebliche Gnadenbild .Maria zur guten Hoffnung" in Ohlsdorf stammt. Auch das Handwerk wurde stark herangezogen und damit eine der ältesten, heute leider fast ver­ storbene Tugend unseres Volkes wachgehalten, die Phantasie im Handwerk; man denke nur an die köstlichen Schreiner- und Schmie­ dearbeiten an Schränken und Gittern, die in Garsten hervorragend sind. Die Stiftskirche ist Höhepunkt und zugleich Abschlu� der Epoche des Stuckbarock in unserem lande. Da� man hier wie später auch anderswo über alle Notwendigkeit hinaus gro� geplant und reich geschmückt hat und von einem Bauehrgeiz ergriffen wurde, wie ihn früher nur das hohe Mittelalter gekannt hat, das liegt im Wesen unseres Barock, in dem Wunsche nach dem Gro�arligen und Präch­ tigen und entspricht der Sehnsucht eines ganzen Volkes, in dessen Seele diese Kunst wie keine andere Wurzel gefa�t hat. Und so sind denn auch neben den herrlichen alten Stadtplätzen Ober­ österreichs gerade die Stifte, nicht zuletzt Garsten, der stolzeste Kulturbesitz unseres Landes. 54

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