Das Districtscommissariat Garsten in Österreich ob der Enns.

Aschach, C-ristkindel, Garsten, St. Ulrich, Unterdamm ­ bach, Mühlbach und Kleinraming. Über alle genannten Pfarren und Schulen ist der Religionsfond Kirchen- und Schulpatron, die Herrschaft Garsten Kirchen- und Schulvogtey. Zu Unterdammbach, Mühlbach undKlein- raming sind Mittelschulen, die zwey ersten unter der Pfarre Garsten, letztere unter St. Ulrich. Die eilfSteuergemeinden : Aschach,Bergern, Christ ­ kindel, Garsten, Jägerberg, Kleinraming, Larendorf, Mit ­ tereck, Mühlbach, Unterdammbach und Unterwald haben 10,428 topographische Nummern, 16,218 Joch, 1023 Quad. Klaftern Flächenmaß. Der Pfarre Aschach sind, nebst dieser Ortschaft, nur noch die zwey Dörfer, Hagen und Mittereck mit 184 Häu ­ sern, 237 Wohnparteyen, 1067 Einwohnern zugewiesen. Aschach, Ascha u * ). *) Ast) ; pell, ucht, freye Aussicht gewährend. (I'aU!»Lus.Loj. lop.) Ein Pfarrdorf mit 112 Häusern, 155 Wohnpar ­ teyen, 668 Einwohnern, l/4St. vom Steyrsiuffe, 1 l/2 von Garsten, zwey von der Stadt Steyr, wurde nach P. Leopold Tylls handschriftlichen Annalen schon zwischen 1105 und 1108 den Benedictinern von Garsten überge- ben, und bis zur Auflösung dieses Stiftes von denselben wechselweise durch einen Klostergeistlichen versehen. 1143 schenkte Ottokar V.zur bereits dotirten Kirche des h. Martin in Aschach einige Huben (Kurz II. 506). Diese Kirche wurde, nebst dem Gottesacker, am 10. December 14ZI vom passauischen Weihbischofe Mathias geweiht, und noch am 15. des nähmlichen Monaths, ohne nähere Angabe der Ursache, reconcilirt. Sie hat 3 Altäre, 2 Capellen, und seit 1818 ein hübsches Orato ­ rium. Das 18 Schuh hohe Hochaltarblatt stellt die Him ­ melfahrt Christi vor. Ober diesem Bilde befindet sich der h. Martin, beyde von Röselfeld gemahlt. Neben dem Evangeliumseitenaltare, l6?y zu Ehren des h. Leonhard errichtet, ist eine meisterhaft geschnitzte Statue des h. Martin. Die Orgel baute Chrismann, und von den fünf Glocken am Kirchthurme, welcher 1821 mit einem Blitz ­ ableiter versehen wurde, ist eine von 1557, und eine zweyte von 1 5Y5. Das Nahmettsverzeichnis; der dasigen Pfarrvicare beginnt erst mit 1604. Von 1624 bis 1640 befand sich ein Westpriester hier, und 1817 trat wieder ein solcher an die Pfarre. 1680 bis 1684 war P. Seraphin Abele Pfarrsvi- ear in Aschach, ein berühmter Kanzelredner unter Kaiser Leopold I., und deßwegen auch von ihm beschenkt. 1823 wurde der Pfarrhof gleich außer dem Dorfe in einer herrlichen Lage neu erbaut. Die Schule wird von 145 Kindern besucht. (Ma ­ nuskripte.) Zur Pfarre Christkindel gehören, nebst der gleich- nahmigen Ortschaft, noch die Dörfer Diensting, Roseneck und Unternhimmel mit 7y Häusern, 147 Wohnparteyen, 574 Einwohnern. Christkindes,Roseneck, Unternhimmel. Christkindel, ein Pfarrdorf mit 28 Häusern, 46 Wohnparteyen, 164 Einwohnern, 1/2 St. von Steyr, 3/4 von Garsten, 1 1/2 von Aschach. Die Kirche, genannt Christkindel am Baume, ent ­ stand mit ihrer kurzen, aber viel sagenden Aufschrift: sollte xeceare irr xuevum (Oen. 42, 22.) zwischen 1698 bis 1700, war seit ihrer Consecrirung durch den Cardinal Lamberg im Jahre I70y eine Filiale von Gar ­ sten, und ist seit 1788 eine selbständige Pfarrkirche. Die Veranlassung zu ihrer Erbauung gab derPfarr- Chorregent Ferdinand Sirtl in Steyr. Er hatte von den dortigen Cölestinerinnen ein wäch ­ sernes Christkinde! zum Geschenke erhalten, und hing es zu seiner Privatandacht an eine hier befindliche Felsen ­ wand. Die abgelegene Gegend wurde bald von mehreren Andächtigen besucht, und so ließ Abt Anselm Angerer (1683 bis 1715) die geschmackvolle Kirche nach dem Modelle von Maria Rotunda in Nom von den berühm ­ ten Baumeistern Cartone und Prandtauer aufführen. (Jnsprugger II. Y3 und Manuskript.) Die Kirche zum h. Christkindel hat drey merkwürdi ­ ge Altäre. Der Hochaltar, über einem Baume gebaut, zeigt ober demselben den allmächtigen Vater, wie er das Volk segnet, in der Mitte den heiligen Geist in Silber, und oberhalb des kugelförmigen , vergoldeten Taberna ­ kels mit den vier Welttheilen, das Christkinde! im Bau ­ me, von Strahlen und vielen Engeln umgeben. Am Evangeliumseitenaltare ist die GeburtJesus, von Röselfeld, am Epistelseitenaltare der Kreuzestod des Hei ­ landes von C. Loth künstlich gemahlt. Von 1710 bis 1810 sind 52 Stiftbriese vorhanden, unter diesen einer von der Kaiserinn Eleonora, der Mut ­ ter Kaiser Josephs k. und Carls VI. Der Pfarrhof wurde gleichzeitig mit der Kirche ge ­ baut. Die Schule zählt Y0 Kinder.

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