Bundesgewerbeschule Steyr 1954-1963

Vorwort Die Feier des S0jährigen Bestandes unserer Anstalt gab Anlaß, in einer umfangreichen Festschrift über die Zeit von 1874 - 1954 zu berichten, in der sich aus der „Fachsdrnle für Eisenindustrie" mit 64 ordentlichen Schü- lern, die an vier Halbtagen im Rechnen, Zeichnen und Maschinenlehre un- terrichtet wurden, die Bundesgewerbesdrnle entwickelt hatte, die ihre mehr als 400 Sd1üler in mehreren Gewerben ausbildete und zum Teil zur Reife- prüfung und somit zum Stand der Ingenieure führte. Manche Tiefpunkte waren in den 80 Jahren überwunden worden. Der letzte war 1945 erreicht, als das Gebäude verwüstet, die Schüler zu Helfern in der Kriegsproduktion herabgewürdigt, die Lehrer versprengt und ein Unterricht nicht mehr möglid1. war. Dem nad1 Kriegsende an seinen Posten zurückberufenen Direktor Regie- rungsrat Ing. Josef Haßlinger gelang es nicht nur, rasch den Sdrnlbetrieb wieder einzurichten, er, der seit 1909 der Schule angehörte, legte bis 1949 den Grund für ihren neuen Aufschwung. Er hatte erkannt, daß eine berufs- bildende Sdrnle in einer für ihren Nachwud1s zu kleinen Stadt spezielle Fad1richtungen vertreten müsse, um ihr Einzugsfeld möglichst über weite Gebiete auszudehnen und sich so ausreichenden ZuZ11g zu sichern. Er wurde so 1945 der Begründer der Fachschule für Hochfrequenz- und Rundfunk- technik, 1946 der Fachsdrnle für Kraftfahrzeugbau, und der für Landmaschi- nenbau, die er beide 1948 in Höhere Abteilungen umwandelte. Als Ver- treter der Ansicht, daß eine gute praktische Ausbildung im Handwerk die theoretische Schulung gleichlJ-ierechtigt begleiten müsse, hat er zeitgerecht Werkstäten gebaut und eingerichtet, die diese Meinung verwirklid1en halfen. Seine Aussage über Wert und notwen:digen Umfang der Werkstätten- ausbildung bei der Tagung in Ischl 1946 hatte die Einführung eines wesent- lich verstärkten praktischen Unterrichtes an allen technischen und gewerb- lichen Lehranstalten zur Folge. So war denn bei seinem jähen Abschied vom Leben bereits der Grund gelegt für die heute große und weithin bekannte Schule mit ihren 6 Spezial- gebieten und ihren ausgedehnten Lehrwerkstätten. Den vorgezeidmeten Weg aufwärts zu gehen war mein fester Entschluß, als id1 am 29. September 1949 die Leitung der Schule übernahm. Meine Sorge mußte vor allem der Vermehrung der Unterrichts- und der Internatsräume gelten, ferner der Befriedigung des mit der wachsenden Schülerzahl eintretenden Lehrerbedarfs, der Modernisierung und Erweiterung der Werkstätteneinrichtung, der Renovierung des Schulhauptgebäudes und seiner Installationen, sowie der Schaffung von Laboratorien, Sammlungen und Büchereien. In 14jähriger unablässiger und angestrengter Arbeit ist es gelungen, das erstrebte Ziel zu erreichen. Die Schule ist eine gesuchte Lehranstalt, deren Schülerzahl sich in dieser Zeit von 300 auf 700 gehoben hat. Der Lehrkörper wurde von 34 auf 83 Lehrer vermehrt, die Klassenc2:ahl von 15 5

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