Österreichisches Brucknerfest 1936

klassische Art, scharf geprägte Rhythmisier rung, Steigerungen über einen Orgelpunkt seien als Wesenskern erwähnt. Der 112. Psalm ist die letzte Arbeit Bruckners aus der KitzlerrLehrzeit. Mit OrchesterrFanr faren und jubelndem ChorrAllein ja beginnt das Werk. In die Lobpreisung des zweiten Chores stimmt der erste ein. Tonmalereien sind eingeflochten (Sonnenaufr und runterr gang). Ein Zwischenspiel mit chromatischen Baßrückungen führt zur Steigerung „Hoeh über alle Völker"; das Orchester wuchtet im TriolemRhythmus dazu. Eine helle Blendung nach CrDur („Ueber die Himmel") macht aufr horchen, als zweite Steigerung. Ruhig, ohne Spannung, beginnt der zweite Teil, die Chöre nehmen den Gedanken nachahmend ab. Einige scharf markierte Belebungen, alles gleitet wieder zart und innig vorüber. Dem einge= fügten AllelujafBeginn folgt eine schwungvolle Fuge mit mächtiger Schlußsteigerung. Der Absehluß des Psalms fehlt (fünf Takte vorham den), deshalb muß der ganze erste Teil wieder« holt werden . . . Montag den 20. Juli 1936, 20 Uhr, Fest konzert, Linz, Südbahnhofhalie. Anton Bruckner: 150. Psalm, für Chor, Soli (Frl. St. Zelenka) und Orchester. Im Jahre 1892 plante der Allgemeine Deutsche Musikverein als .Abschluß der Wiener Musik« ausstellung eine Tonkünstler Versammlung in der österreichischen Residenzstadt abzuhal« ten. Bruckner komponierte für diese Veran« staltung den 150. Psalm. Der Choleragefahr wegen unterblieb dieses Musikfest. Die Erst« aufführung fand aber dennoch im selben Jahre am 13. November unter W. Gericke in einem Wiener Gesellschaftkonzert statt. Die Auf« nähme war gerade keine begeisterte; hingegen fand das Werk im folgenden Jahre in Dresden stürmische Zustimmung. Bruckner bezeich« nete die Arbeit als seine „allerbeste Festkan«

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