66. Jahresbericht des Bundes-Realgymnasiums Steyr 1948/49

46 mit finanziellen Sorgen kämpfende Stadt Steyr konnte die erforder¬ lichen Subventionen nicht aufbringen!). Infolge Mangel an Geldmitteln löste sich der Lyzealverein mit Ende des Schuljahres 1922/23 auf?). Um den Mädchen auch weiterhin eine höhere Bildung zu ermög¬ lichen, hatten sich der Lyzealverein und die Elternvereinigung des Lyzeums an das Unterrichtsministerium mit der Bitte um Angliederung dieser Schule an die Oberrealschule in Steyr gewandt. Das Ministerium kam dieser Bitte nach, genehmigte am 8. Februar 1923 die Angliederung der Klassen des Mädchenlyzeums an die Oberrealschule in Steyr mit Beginn des Schuljahres 1923/245). Zugleich wurde gestattet, daß schon mit Beginn des zweiten Semesters des Schuljahres 1922/23 unter gleich¬ zeitiger Auflösung der entsprechenden Klasse des Mädchenlyzeums eine Parallelklasse für Mädchen zur 2. Klasse der Realschule errichtet werde. Es existieren somit seit Beginn des zweiten Semesters, Mittwoch, 14. Fe¬ bruar 1923, Mädchenklassen an der Realschule in Steyr'). ist, Da der Lehrplan der Realschule für Mädchen nicht gut geeignet entstand in den Kreisen der Elternschaft der Wunsch nach Umwandlung der Oberrealschule in ein Realgymnasium. In den Gemeinderatssitzungen der Auge zu fassen (Ratsprotokolle, S. 11). oft zur Sprache, z. B. 28. Februar Jahre 1920—24 kam die Lpzealangelegenheit 1920, 19. Juni 1920, 2. September 1920, 24. März 1921 etc. 1) er¬ In der Sitzung vom 24. März 1921. (S. 5, D. 18, Ratsprotokolle) klärte sich der Gemeinderat bereit, das Lyzeum „in die Gemeindeverwaltung unter der Bedingung zu übernehmen, daß der Staat die Lehrkräfte übernimmt" Die Gemeinde war nicht mehr in der finanziellen Tage, das Lpzeum ganz zu über¬ nehmen, auch das Offiziersgebäude konnte nicht in eine Schule umgewandelt werden, da die Wohnparteien nicht auszogen. Dem Lyzeum wurden im alten Fachschulgebäude Unterrichtsräume zur Verfügung gestellt. Die Uebersiedlung erfolgte am 7. November 1921. Archiv Sterr, I/d 182. Gemeinderatsbeschluß vom 5. November 1921, Zl. 50784. 2) Freiwillige Auflösung des Lyzealvereines. Archiv Sterr, I/d 182. Erlaß der Landesregierung von Oberösterreich, Zl. A/11 6574/I. z. Zl. 26062 vom 25. Oktober 1925. 3) ex 22. Erlaß d. Min. f. Unt. vom 8. Februar 1925, Zl 24197—II/6 Steyr, Erlaß des LSR. f. O.=Oe. vom 16. Februar 1925, Zl. 644/1. Archiv 1918 Akten D 5/m. Dgl. 49. Jahresbericht der Bundes=Oberrealschule Stepr bis 1925), S. 20. Schon am 6. November 1922 hatte der Direktor der Bundes¬ realschule Anton Rimmer die Leitung des Mädchenlpzeums übernommen. 49. Jahresbericht (1918—25), S. 49. 6. 4) Im Schuljahr 1922/25 führte das Lpzeum die Klassen 2. 4. und Die 2. Klasse wurde schon mit Beginn des zweiten Semesters der Realschule angegliedert. Die 6. Klasse legte im Sommer die Lpzealreifeprüfung ab. Die 4. Klasse wurde mit Beginn des Schuljahrs 1925/24 als 5. B=Klasse der Real¬ schule angeschlossen. Im Sommer 1925 machten zum erstenmal Mädchen die Aufnahmsprüfung in die Steprer Mittelschule, so daß mit Beginn des Schul¬ jahres 1925/24 drei Mädchenklassen, 1. B, 5. B und 5. B an der Realschule geführt wurden. Die 1. B und 5. B wurden nach dem Lehrplan des Reform¬ Realgpmnasiums und die 5. B nach dem Realschullehrplan geführt. Erlaß des B.=Min. f. U. vom g. August 1925, Zl. 12886/4. Erlaß d. LSR. f. O.=Oe. vom 18. August 1925 Zl. 1485/5. Von da an fand jedes Jahr eine Neuauf¬ nahme von Mädchen statt.

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