Vorteim des Farnes. Es findet also auch hier ein Generationswechsel statt. Der deutsche Name Barlapp, wie der lateinisch=griechische Ariname Lycopodium, d. i. Wolfsfuß, und der franzosische „pied de loup, deuten auf die Aehnlichkeit eines struppigen Tierfußes mit dem groschüppigen Pflanzenstammchen hin, während der englische Name „earth-moss auf das dichte Anschmiegen des Stengels in fast der ganzen Lange an den Erdboden hinweist. Der auch nicht seltene Name „Gürtelkraut und „Johannistraut hängt mit dem alten Volksglauben zusammen, daß in der Zeit der abnehmenden Tage die „bösen Geister den Menschen ge¬ fährlicher werden; dagegen helfe aber ein Gürtel aus Barlapp und das Hineinwerfen von einem Kranz aus „Johanniskraun in das Johannisfeier (24. Juni). Aus dem Bereich der niederen Blutenpflanzen oder Nachtsamigen (Gymnospermen) hat sich der ober= und niederösterreichische Naturschutz zweier Madelholzer (Connieren) angenommen, deren vorzügliches, hartes Holz sie der Ausrottung nahe gebracht hat. Der eine dieser beiden Nadelbaume, die Zirbeliefer (Pinus Cembra. (T. 1), ist in ursprünglichem Bestand überhaupt nur mehr in der Warschenegruppe zu finden. Sehr verstreut fand er sich, nach Duftschmieds „Flora von Oberösterreich“ (1872), im Stober= und Almseegevier, in den Lamberg¬ schen Forsten des Sengsengebirges und in den Haustatter Bergen. In den Salzburger und Tiroler Alpen und in der angrenzenden Schweiz, den italienischen und franzosischen Alpen ist die Zirbeliefer noch nicht so selten geworden, ebenso in den Karpathen und im ganzen Himalaja¬ gebirge, wo sie zum Teil als nieverwüchsiger, alpiner Buschbaum etwa die Rolle wie bei uns die Legfore (Pinus montana) spielt. Aus der Tat¬ ohle sind nur gehegte, angepflanzte Exemplare verannt, wie z. B. die etwa acht Meter hohe in einem Hausgarten gegenüber dem „Einden¬ wirt“ in Leonstein. Der Name Zirbeliefer ist in der Mundart in „Zirm oder auch „Zütsche verwandelt und hängt hordar mit dem italienischen „Cirmolo“ oder „cemoro und dies wieder mit dem lateinischen „cembra zusammen. Auch das franzosische „Cimbre hat damit Verwandtschaft, während der andere französische Ausdruck „ouve oder „Auvier“ mit dem deutschen „Arve zusammenhangen durfte, ein Ausdruck, den man in der Schweiz und Vorarberg für Zirbel hort. Der lateinische Gattungsname „Finus (vom griechi¬ chen pinos = Harz, bei Theophrastus = Tanne) deutet auf eine der artenreichsten Gattungen der Nabelholzer, mit zahlreichen, sehr kleinen Kurztrieben, an denen zwei bis fünf lange, zuerst in häutige Gebilde eingeschlossene, winterhärte Madein stehen. Unsere gewohnliche Waldföhre (Kiefer = Pinus silvestris) besitzt nur zwei solcher Nabeln am Kurztrieb und sieht daher gegen die Zirbel, die deren fünf an jedem Kurztrieb aufweist, geradezu mager aus. Die Rinde ist ebenso rau und rissig, aber dunkler, die Krone dichter, geschlossener und meist auch länger als bei der Waldfoyre. Ein großer Unterschied ist im Zapfen, der bei beiden Baumen drei Jahre zur Reise braucht, bei der Wald¬ föhre kegelförmig wird und geflügelte Samen zeitigt; der Zirbenzapfen aber hat die Form und Große eines recht turz geratenen Enteneis, ist braunviolett überlaufen und enthalt jene harten, flügellosen Samen, welche bei den Tiroler Almbuben so geschätzt sind wie in Italien die Pignole vom Pinienbaum, mit dem die Zirbel ja auch nahe ver¬
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