noch feilgeboten“ werden oursen, also unter strengem Schutz stehen. Für den eigenen Gebrauch oursen höchstens drei Bluten (bezw. Bluten¬ oder Fruchtstande gepflückt werden. Außerdem sind noch die im § 11 angeführten Holzpflanzen, welche nicht gefällt werden dürfen, veruck¬ sichtigt. Auf der zweiten Tafel (1. 2) erscheinen jene Pflanzen, „welche nicht auf Markten feilgeboren werden dürfen, also unter bedingtem Naturschutz stehen. Die Reihenfolge, in der diese Pflanzen besprochen werden, entspricht der Anordnung im natürlichen System nach Engler und Prant¬ in der vorzüglichen „Excursionsflora meines hochverehrten Universitäts¬ lehrers, des berühmten Systematikers weiland Hofrat Dr. Karl Fritsch. — In Bezug auf die Feststellung der Arten Steyrs und der angrenzenden Flysch= und Kaltberge darf ich mich auch auf die jahrzehntelange Arbeit meines verehrten Vorgangers im Lehr¬ amt, Professor Franz Herget, berufen, dessen hingebungsvoller Fleiß die erste vollständige Uebersicht unserer Bergflora geschaffen hat. Wir beginnen mit den „Blutenlosen“ (Kryptogamen), und zwar mit der allgemein bekannten Hirschzunge = Zungensarn (Scolo¬ pendrium vulgare) (1. 1) und den Schuldfarnen (Aspidium) (1.1), deren he¬ rlich grüne Lauwedel die Gartner früher veranlaßt haben, die dunklen, ausdauernden Wurzelstocke auszugraben und zum Verkauf für schattige Gartenstellen feilzubieten. Der bei Steyr nicht eltene gelappte Schilofarn (A. lobatum Sw.) und sein hier seltenerer Vetter, der Lanzenfarn (Aspidium Lonchitis Sw.), auch scharfer Schildfarn genannt, sowie die Hirschzungen haben eine so verde, glatte Wachshaut (curicula) auf der Oberseite der Blätter, daß sie ihnen nicht nur den Glanz, sondern auch die Fähigkeit zu überwintern ver¬ danken. Am leichtesten ist die Hirschzunge an dem langen, am Rande leicht gewellten Blatt zu erkennen, welches tatsächlich mit der Zunge des Hirsches eine Formähnlichkeit hat, sodaß die früher in der Apothere gegen Milzkrankheiten gebräuchlichen Blätter auch im lateinischen Arzneinamen als „Herba linguae cervinae den deutschen Namen wieder¬ geben. Im heutigen wissenschaftlichen Namen „Scolopendrium vulgare Sw.“ bezieht sich der erste, der Gattungsname, auf die Anordnung der rotbraunen, strichförmigen Sporenhäuschen auf der Blattunterseite. Diese stehen, wie auf der gewendeten Blattseite von Tafel 1 links unten ersichtlich, in gleichmäßigen Reihen nach rechts und links von der Mittelrippe ab wie die Beine eines Tausendfußes oder Scolopenders. Im unentwickelten Zustand sind die Sporenhäuschen mit einem „lippen= formigen Indusium“, d. h. einem zarten, häutigen Schutzschleier bedeckt, der dann in der Reife, zwischen Juli und September, der Länge nach ich offnet, so daß die winzigen Sporenkapsein ihren braunen Sporen¬ staub ausstreuen konnen. Wo ein solches Sporenkornchen auf gute Walderde zu liegen kommt, entwickelt sich bald ein wenige Uudora¬ millimeter großes, grünes, herzförmiges Gebilde, der Vorteim (Pro¬ thallium). An dessen Unterseite, der Erde zugekehrt, bilden sich winzige Vermehrungskorperchen, die eine entfernte Aehnlichkeit mit den Staub¬ gefäßen und Stempeln der Blutenpflanzen haben. Der zweite, der Artname in der lateinischen Bezeichnung, besagt, daß die Pflanze „gemein“ ist, bezw. war. Glücklicherweise trifft der Name heute noch wenigstens für einsamere, vewaldete Noroabhange unserer Kaltmittelgebirge zu.
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