gestellte Ebenstrauchen winziger Bluten mit schmutziggelblicher Innen¬ und rötlicher Außenseite. Die Pflanze mußte in Oberösterreich unter rengen Schutz gestellt werden, ebenso wie der sogenannte weiße peit (Achille clavenna L.), dessen übrig beharter Stengel gelappte bis gespaltene Blätter und einen Blutenstand fragt, der dem der bekannten Schafgarbe sehr ähnlich ist. Gehoren doch beide zur selven Gattung Achillea und diese wieder zur hochentwickelten Familie der Korblutler oder Kompositen, bei denen viele kleine Burchen in einem sogenannten Korochen zusammengefaßt sind. Die goldigen zentraten, winzigen Rohrenbluten des weißen Speits (1. 1) stehen zu den ori¬ zähnigen weißen Ranobluchen in schönem Farbengegensatz und er¬ reichen eine gute Schauwirkung zur Anlockung kleiner Gebirgsinsekten. Der Duft dieser subalpinen bis hochhalpinen Pflanze hat ihr wegen ihrer Verwendung zur Speitseife viel Verfolgung eingetragen. Sie steht wie das nahe verwandte Edelweiß (Leontopodium alpinum 1.) (1. 1) unter strengem Schutz, das letztere sogar in allen Bundesländern. Der wunderbare Silberpelz des Edelweiß ist nicht nur ein vorzügliches kälte= und Warmeschutzmittel, sondern auch ein Lockmittel für die ent¬ zückenden, oft metallisch schimmernden alpinen Mottenarten. Dadurch, daß ein Kranz von 5 bis 12 strahlig angeordneten Hochblattern den schafgarbenartigen Blutenstand umgibt, entsteht jene Form, die so viele entzückt und zum Wahrzeichen des großten und für die Erforschung der Alpen verdienstvollsten Vereines, des D. u. Oe. Alpenvereines, geworden ist. In Oberösterreich ist das Edelweiß schon recht selten, in anderen Gegenden so gemein, daß es mitgemäht werden muß und dem Vieh durch seine purgierende Wirkung noch Schaden bringt. Daher auch der Name „Ruhrtraut oder Bauchweyblumt. Sehr sonderbar ist, daß das Edelweiß, dieser Inbegriff alpiner Flora, seine Heimat in der zentral¬ asiatischen Steppe hat. Der beschränkte Raum gebieter Schluß und laßt nur noch die ein¬ dringliche Bitte um Mitarbeit an der Erhaltung der Schönheiten unserer geliebten Heimat zu. Verständnis, kartvolle Aufklärung und Warnung bei kleinen Verstoßen gegen das Naturschutzgesetz, aber schonungslose Anzeige bei schweren Uebertretungen ist wohlgeran; das Beste aber ist das eigene gute Beispiel. Studienrat Professor Dr. Heinrich Seidl.
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