die Mitte des Blattes, die vom Blattstiel unterstützt wird, ganz wenig hoher gestellt ist, damit jeder auf das Blatt fallende Tropfen abrinnen tann und so die Atemoffnungen freigt, welche sich bei den Nymphaaseen, im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen, auf der Blattoberseite befinden. Sehr lange wird diese beschauliche Natur¬ betrachtung nicht dauern, denn balo schlingt sich einer der gut bleistift¬ dicken, schleimig glatten Stengel um die Beine; nur sehr vorsichtige, ruhige Bewegungen führen zur Entwirrung und manches junge Menschenleben hat in Seerosenreichen den Wassertoo gefunden. „... Halb zog sie ihn, halb sant er hin, on wars um ihn geschehen“ singt Goethe in seinem unsterblichen „Fischer, dem die lockende Kühle und geheim¬ nisvolle Schönheit stiller Gewässer in Gestalt der holden Wasserfrau erscheint, der Nixe der deutschen Sagenwelt, der Nymphe der griechischen Mythologie. Auf diese Namen geht ja auch der deutsche (Nixblume und der lateinische Gattungsname (Nymphaea) zurück. Der Ausdruck „Seelilie“ kehrt im franzosischen „lis d'eau wieder; ebenso im englischen „water-lily“ oder „water-rose“. Weniger poetisch ist der Armame der gelben Wasserrose (Nuphar lutea = „Butterfaß; der lateinische Gattungsname Nuphar stammt nach dem alten Hildesheimer Botaniker Joh. Teunis vom persischen ne nuphar = nicht eßbar, vielleicht im Gegensatz zu den eßbaren „Pythagorischen Boynen, den Samen der ägyptischen Lorosblume. Der auffallendste Unterschied zwischen der weißen und der gelben Seerose ist natürlich das reine Weiß der Blutenblätter der manchmal doppelt handgroßen Nymphaea alba L. und das satte Hochgelb des viel kleineren Nuphar luteum Sm. Die außeren vier Perigonblatter der weißen Seerose sind reichartig entwickelt außen grün, innen aber weiß), die gelbe Seerose schaurelt auf fünf „Keichblattern, erhebt sich aber nicht selten etwas über die Wasserfläche. Die zahlreichen Fruchtrnospen sind zu einer großen Samenkapsel vereinigt, die bei der weißen Art einer Mohnkapsel ahnein, bei der gewen mehr einem gerungenen Kruge, daher auch der Name „Kannenblume. Die Bestäubung erfolgt großtenteils durch Schilftafer. Der Wurzelstock ist bei beiden Arten sehr groß, manchmal armoick und auch sehr ausdauerno und war im Mittelalter ein beliebtes Heil¬ mittel. Im Winter stellt er das einzige überlebende Organ dar und muß daher viel Starre speichern; die japanischen Arten liefern dort ein Volksnahrungsmittel. Es ist vielfach versucht worden, die Seerosen, welche durch den Marktverkauf an manchen Stellen fast ausgerottet worden sind, wieder anzubauen. Das Einschließen der Samen in Leym¬ tugeln, die dann, ins Wasser geworfen, sich lockern und den Samen im Schlamm einwurzeln lassen, führt nicht zu sicheren Ergebnissen. Besser gelingt die Aufzucht in zehn= bis zwolfgradigem Wasser an frostfreien Orten, mit nachträglicher Ueberpflanzung, oder das Teilen großer Wurzelstocke. Die Züchtungsergebnisse neuer Arten sind seit Malics „Seerosenhybridenzucht heute schon sehr weit gediehen und verschonern manchen Part. Von den Haynenfußgewachsen (Kanunculaceae) schützt unser Landesgesetz die grüne Nieswurz und die Kühschelle, welche beide früher als giftige Heilpflanzen gegen Nerven= und Geisteskrankheiten eine große Rolle spielten. In Niederösterreich war man sogar genötigt, die weißblühende, nach ihrem dunklen Wurzelstock auch schwarze cieswurz (Helleborus niger L.) genannt, unsere gewohnliche Schnee= oder
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