nur auf den großen außeren Perigonblattern fuhren braunliche Sait¬ male ins Innere. Die Frucht ist eine recht große braune, breiteilige Kapfel. Glücklicherweise verfügt die herrliche Uferpflanze über eine zweite (vegatitive) Vermehrung durch einen besonders großen, verzweigten Wurzelstock. Außer der Wasserschwertlilie sind in Oberösterreich noch folgende Irideen gefunden worden (im Bezirte Steyr nur sehr vereinzelt in stillen Gebirgstalern): die niedrige oder Zwergschwertel (Iris pumila L.) mit fast ganz blauvioletter, großer, aber kurzengeliger Blute; ähnlich niederwüchsig ist die Grasschwertel (Iris grami¬ nea L.) mit sehr schmalen Blättern, zweischneidigen, sehr kurzem Stengel und violetten Bluten mit roter und gelber Zeichnung des Außenperigons. Am wenigsten selten durfte die deutsche Schwert¬ lilie (Iris germanica L.) mit ihren hohen blauen, gelb gebarteten Bluten sein. Der bunten Schwertel (Iris variegata L.) mit ihren prachtvollen, violetten Aderzeichnungen auf hellgelbem Grund wurde schon gedacht. Die Holunverschwertel (Iris sambucina L.) mit ihrem Fliederduft hat mehr Graublau im Perigon, mit gelber Zeich¬ nung, die sibirische Schwertel (Iris sibirica L.) unserer Alpen durfte an Adel der Form und Farbe alle einheimische Schwerteln über¬ treffen; ihrer reichen Farbenrombination wurde schon Erwähnung getan. Sie ist auch auf der 1. Tafel abgebilder, auf der 2. Tafel die Wasserschwertel. Pfarrer Seraphinus Sailer führt in seiner vor fast hundert Jahren herausgegebenen „Flora von Oberöstereich“ noch die blaßviolette Iris (Iris spuria L.) an, die aber Fritsch hier nicht mehr angetroffen hat. Aus der Familie der Irisgewachse ist auch die bei Steyr leider nicht wild vorkommende Sumpfsiegwurz, Sumpfschwertel (Cla¬ diolus palustris L.) (1. 2) unter bedingten Schutz gestelt worden, eine bescheidene Verwandte der herrlichen Gartengladiolen, welche uns vor¬ zugsweise das Kapland geliefert hat. Unsere wilde Gladiole wird nur zwei bis drei Dezimeter hoch, aber ihre nur nach einer Seite gerichtete Blutentraube mit den gegen die Spitze immer kleineren, jüngeren Bluten und den wie bei Iris „reitenden Blättern lassen die Verwandtschaft mit den vornehmen Auslandern sofort erkennen. Der wissenschaftliche Name heißt Schwertel des Sumpfes, von gladius = Schwert und plus .Sumpf. Die kleine dunkelgezeichnete Knollenzwiebel ist perennierend und liefert jedes Jahr eine orei= bis siebenblutige Traube. Drei obere fleischrotgeberte Perigonblatter stehen den drei unteren so gegenüber, als ob die Blüte zweilippig wäre. Die drei unteren Bluten¬ blätter zeigen auf rotem Grund einen weißen, dunkel eingefaßten Langsfleck. Sonderbar wirken auch die drei Marben auf dem hellen, die drei Staubgefäße weit überragende Griffel. Die Unterstandigkeit des Fruchtsnotens, die Stabilitat in der Zahl der Blutenorgane und die Vereinigung des Verigons zu einer Blütenrohre beuten darauf hin, daß Iris und Glaviolus als sehr hochentwickelte Spitzheimer zu werten sind. In noch höherem Maße kann dies von den Knabentrautern oder Orchideen gesagt werden, bei denen noch eine ganz außerordentlich spezialisierte Anpassung der Blüten an die Insektenbestäubung dazu= kommt. Diese Spezialisierung hat zu den abenteuerlichsten Beutenformen geführt, die an der Jahrhundertwende unter den Blumenzuchtern die fanatischesten Liebhaber gefunden haben, so daß auch heute noch ver
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