auf ihm, wie die botanische Vorabel lautet. Immer entspringen einem sehr flach in der Erde wuchernden, knolligen bis wurstformigen, sehr ausdauernden Wurzelstock, der bei manchen Arten, besonders bei soge¬ der florentinischen Iris, die hie und da bei uns verwildert, als nannte „Veilchenwurz zur Duftstoffbereitung verwendet wurde.Auch als „Beißwurzel sind diese Rhizome schon seit dem klassischen Altertum benutzt worden, um den Säuglingen das Zahnen zu erleichtern und ihrem Bedürfnis nach kräftiger Betätigung der kleinen Kieferchen ent¬ gegenzukommen. Der griechische Gattungsname Iris (= Regenbogen) be¬ sehr sich auf die herrlichen Farben der Blüte und auf die Gotterbotin Iris, die auf dem Regenbogen zwischen Dymp und Erde den „inter¬ urbanen Verkehr herstellt. Weniger poetisch ist der Volksausdruck „Fleder¬ maus" — offenbar wegen der weit abstehenden, am Rande oft sonderbar gefaltelten drei außeren Perigonblatter. Die drei inneren Blutenblätter neigen nach oben zusammen, und zwischen ihnen liegen noch drei, am Rande meist feinzerschlissene, blattartige Gebilde, die drei riesigen, korollinisch (blumenblattartig entwickelten Griffel, die weit aus dem stets unter¬ ständigen Fruchtrnoten herausragen. Unterhalb des Griffelendes sitzt ein kleines Lappchen, die Marbe. Die drei Staubgefäße liegen zwischen den Griffellappen und den außeren Perigonblattern und entwickeln sich ein bis zwei um Selbstbestäubung möglichst zu verhindern — Tage vor den Narben. Die Blutengäste und Bestäuber, meist die lang¬ russeligen Hummeln und Schwebefliegen, sind genötigt, ihren Kopf und Vorverkörper zwischen Griffellappen und Blutenblatt hineinzuzwangen, um zu den zum Nertar führenden Griffelsurchen zu gelangen. Bei der deutschen, der bunten und der Zwergiris ist außerdem noch auf dem verschmälerten außeren Blumenblatt ein sogenannter Bart (zum Beispiel bet 1. germanica herrlich schwefelgeld auf blauem Grund). Wundervoll ind die dunkelvioletten Blumenblattabern, welche alle strahlig zum Blüteninnern führen, am schönsten auf der hellgelben Iris variegata und der Iris sibirica, wo die violetten Adern vom blaßblauen Blutenblatt¬ rand bis zum gelb und orange gezeichneten Blutengrund führen. Diese Saftmale“ sind von Schmeil als regelrechte Wegmarkierung für Insekten erklärt worden. Gerade Schmeil, dem der heutige Natur¬ geschichtsunterricht einen großen Teil der Befreiung aus dem Bann der trockenen Systematik verdankt, hat sich besonders eingehend mit der Blutenbiologie der Iris beschäftigt. Die Mehrzahl der Schwertilien gemahnt mit der auffallenden, großen, aber kürzledigen Blüte und dem außerordentlich zahlebigen, nahrstoffreichen Wurzelstock, endlich durch oft ganz fläche, vom Wind leicht verschleppbare Samen an Steppenpflanzen und manche Arten tammen auch aus den östlichen Steppen oder mittelländischen Trocken¬ gebieten. Eine Art aber, die Wasserschwertlinie (Iris pseuda¬ corus L.) (1. 2) hat sich der feuchten Wiese und dem Leich= und Bach¬ rand angepaßt und mancher Schloßreich erfreut sich dauerno dieses ent¬ zuckenden Rahmens. Die Wasseriris oder Gugenwurz wird auch falsch¬ lich Teichlilie genannt. Der Armame pseudacorus heißt soviel wie falscher Kalmus nach der Aehnlichkeit mit einer in der alten Medizin gebräuchlichen Wurzel. Der pralle grüne Stengel erhebt sich bis meterhoch an der Wassergrenze langsam fließender oder stehender Gewässer (manchmal auf feuchten Wiesen, wie in den Donauauen) und es hat sich gezeigt, daß mir der Wärme des Leiches die Fruchtbarkei der Wasserschwertel steigt. Blumenblätter und Marde sind rein hellgelo,
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