von Wilhering sein, doch ist das Alter, da Zwillings= und Drillings¬ baume im Alter oft untosbar und fast unkenntlich miteinander ver¬ wachsen, sehr schwer festzustellen. Auch kann bei tummerlichem Boden der einem Durchmesser von etwa einem Drittelmeter eine Eine mehr¬ Die hundertjährig sein, auf uppigem Grund aber kaum halb soviel. altesten Eiben unserer Vaterstadt sind wohl die in der norolichen Ecke des „Alten Friedhofes und die zwei hinter dem ehemaligen Lamberg¬ chen Forsthaus im Schloßpart, in dem sich übrigens noch die sehr un¬ gewöhnliche Erscheinung eines selbst angesamten Eibenhaines innerhalb einer Stadt befindet. — Die Sitte, in Paris Eiben zu pflanzen, ist sehr alt und ist, als Le Notre für Ludwig XIV. den Riesenpart von Ver¬ ailles anlegte, dort in größtem Maßstab durchgeführt und oft nachgeahmt worden. Dem damaligen gerunstelten Geschmack entsprechen, beschnitt man die Eiben franzosisch = 11) nach strengen geometrischen Gestalten oder schnitt sogar Dier= und Menschenfiguren daraus, bis der sogenannte p. „endlische Part dem Geschmack wieder eine gesundere Richtung gab und den Part der mannigfaltigen Anlandschaft möglichst ähnlich ge¬ taltete. In unseren Auen, die sich halbwegs im natürlichen Zustand er¬ halten haben, treffen wir die meisten, vom o.=0. Naturschutzgesetz er¬ faßten, hoheren Blutenpflanzen aus dem Reich der sogenannten Spitz¬ keimer (Monocotyledones): die Lilienblutigen und die Orchiveen. Von den Lilien im engeren Sinne hat das Landesgesetz zwei besonders prach¬ tige, noch vor 50 Jahren häufige Arten, die Feuerlinie und den Turren¬ bund, unter strengen Naturschutz gestellt. Die Feuerlilie (Lilium bulbiferum L.), in alten Werken auch Donnernelte genannt, ist mir der noch veranneren weißen oder Unschulds¬ lilie (Lilium candidum L.) nachstverwandt. Der deutsche Name, aber auch der franzosische (lis) und englische (y), geht auf das griechische „leirion“ zuruck. Der Artame bulbuerum bezieht sich auf die „Bul¬ billen = Brutnospen, auch Brutzwierein genannt, welche diese Art am Grunde der spitzlanzettlichen Stengelblätter tragt. Anfänglich grün, pater schwärzlich, fallen sie nach der Blütezeit ab und konnen sich auf gutem Grunde, ähnlich wie eine Tulpenzwiebel, zu einer vollkommenen Feuerlilie entwickeln. Die hochgelbe, unterirdische Schuppenzwiebel ist lange ausdauerno, und die geschlechtliche Vermehrung liefert eine Menge Samen aus dem länglich ovalen, overstandigen Fruchtrnoten. Trotz dieser mehrfachen Vermehrungsmöglichkeiten ist diese ursprünglich nicht seltene Blute in der Umgebung Steyrs nicht mehr wild anzutreffen. Freilich, die Farbe der aufrechten, sechsteiligen und sehr großen Bluten¬ trone ist verlockend schon ein intensives Gelb=rot ist mit vielen kleinen und purpurbraunen Langsstrichein versehen und führt die Tagfalter auf diese ist die Blütenpracht gemünzt — zu den bevarteten wertar¬ furchen. Dabei streift das pelzige Insertenkorperchen wenigstens einen der großen tiefgelb=roten Staubbeutel, berührt beim nächsten Bluten¬ besuck die rotbraune Narbe auf dem großen, reutenförmigen Griffel und die Bestäubung ist vollzogen. Etwas bescheidener, ooch nicht weniger schon, leuchtet das purpurgefleckte Fleischrosa der Bluten des Turken¬ bundes (Lilium martagon L.) aus dem Tiefgrun des Augebüsches oder dem Schatten subalpiner Waldrander. Der deutsche und der eine der englischen Namen (turcs cap) spielt auf die turvan¬ ähnliche Gestalt der reifen, hangenden Blute an, deren Blutenblatter gleichmäßig zurückgetrummt oder gerout, „gerrunt sind, daher wohl
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