Wiedererrichtung als Oberrealschule schwer zu kämpfen hatte. So ge¬ hörte Goldbacher dem Jahrgang an, der 1894 maturierte, dem ersten Jahrgang, der dieses Ziel wieder erreichte, seit 1887 die Oberklassen aufgehoben worden waren. Von 1894 bis 1899 finden wir Goldbacher als Hörer an der Technischen Hochschule und an der Universität in Wien, wo er 1899 die Lehramtsprüfung für Mathematik, Darstellende Geo¬ metrie und Stenographie ablegte. Seit dem Herbst 1899 wirkte er als Professor an der Realschule, dem jetzigen Realgymnasium von Steyr, wo er mehrmals beim Direktionswechsel, zuletzt von Anfang Jänner bis Ende August 1933, die Direktionsgeschäfte als provisorischer Leiter führte. Seine Tätigkeit blieb aber nicht auf die Schule beschränkt. Schon in seiner Studentenzeit auch literarisch tang, gründete er 1909 mit einem Jugendfreund Karl Mayer den Bund oberösterreichischer Mund¬ artdichter. Von seinen vielen trefflichen Mundartgerichten sind bereits sunf Sammelbande im Druck erschienen: „Gmutlich Sachn 1904, Steyra Ganal“ 1911, „Bergsteig und Almaloon 1911, „Da stoana jaga 1901, „Drauß auf da Weit 1929. Als Verfasser des „Historischen Festspieles zur 700-Jahr-Feier der Stadt Efering, 1925, und des historischen Festspieles „Aus Steyrs Vergangenheit, 1928, und nicht zuletzt als Vortragender im Radio wurde Golovacher weiten Kreisen bekannt. Damit ist aber sein Lebenswert nicht erschöpft. Bahnbrecher für den kisport in Steyr, Vorstand des „Steyrer Männergesangvereines Leiter der Wetterbeobachtungsstelle Steyr, Obmann des Vereines „Heimatpflege“ sind nur kurze Schlagworte und bezeichnen doch ebenso¬ viele Tätigkeitsgebiete des unermüdlichen Mannes, der vort überall ein Bestes gab. Daß er auch an der Schule sein Bestes gegeben hat, bezeugen die wiederholten Anerkennungen seitens der vorgesetzten Be¬ horde, bezeugt die Verleihung des Titels „Studienrat und bezeugt schließlich die hohe Auszeichnung anläßlich seines Scheibens aus dem aktiven Dienst. Hat er auch nunmehr ein Tätigkeitsgebiet verlassen, so bedeutet das anderseits nur einen Gewinn für seine übrigen Schaffensgebiete, auf denen er, seiner Jahre sporteno, noch Großes leisten moge zum Wohle von Heimat und Volt. Studienrat Professor Emil Stephan Am 3. Dezember 1875 in Wien geboren, besuchte Stephan das da¬ malige Kommunalgymnasium in der Amerlingstraße im 6. Bezirk von Wien, wo er auch 1894 die Reifeprüfung ablegte. Während seiner Studien an der Universität in Wien vollendete er auch das Einjährigen¬ Freiwilligen=Jahr beim Infanterie=Regiment Nr. 4 und wurde bei diesem Regiment Leutnant in der Reserve. Im Jahre 1900 legte Stephan die Lehramtsprüfung aus Mathematik und Physik ab und wurde im September dieses Jahres Supplent an der Realschule im 6. Wiener Gemeindebezirt. Hier von Prof. Dr. Karl Rosenberg, dem späteren Landesschulinspektor, Hofrat und Universitätsprofessor, in das Lehramt eingeführt, erwarb sich Stephan die Grundlage zu seiner pateren Meisterschaft in der Experimentalphysik. Schon 1901 wurde Stephan zum provisorischen Lehrer an der Realschule in Elbogen er¬
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2