Vom 20. bis einschließlich 24. Juni führte der Anstaltsdirektor den Vorsitz bei den Reiferufungen an der Bundesrealschule in Linz. Die Klassifikationskonferenzen für das zweite Semester wurden am Samstag, den 2. Juli, und die Schlußkonferenz am Mittwoch, den 6. Juli 1932, abgehalten. Die Aufnahmsprüfungen in die erste Klasse des kommenden Schul¬ jahres 1932/33 fanden am Dienstag, den 5. Juli, statt. Den katholischen Schulern und Schulerinnen wurde zur hl. Beichte und hl. Kommunion am 30. und 31. Oktober 1931, am 16. und 17. März und am 4. und 5. Juli 1932 Gelegenheit gegeben. Der Gesundheitszustand der Schulerschaft war infolge der allzu lan¬ gen Dauer der talten Jahreszeit und wegen Auftretens der Grippe weni¬ ger zufriedenstellend. Ebenso ließ auch der Gesundheitszustand des Lehr¬ torpers zu wünschen übrig, da eine Anzahl von Mitgliedern infolge Er¬ trantung turzere und langere Zeit hindurch dienstunfähig waren. Das Schuljahr 1931/32 wurde zufolge Erlasses des Unterrichtsmini¬ steriums vom 18. Jänner 1932, Zl. 1379, bereits am Samstag, den 9. Juli 1932, mit Dankgottesdienst und Zeugnisverteilung geschlossen. Zum Schlusse auch dieses Berichtes muß der Direktor auf die für eine gedeihliche Weiterführung und Weiterentwicklung des Steyrer Bundesreal¬ gymnasiums so wichtige Schulbaufrage zu sprechen kommen. Die noch im Jahresberichte des Vorjahres mit einer gewissen Berech¬ tigung ausgesprochene Hoffnung, den schon so dringend notwendigen Bau eines neuen Schulhauses in kurzer Zeit zu erlangen, hat sich vorläufig und auf wie lange, ist noch ganz unbestimmt — infolge der schweren wirt¬ schaftlichen und finanziellen Bedrängnis, die über unser Vaterland herein¬ gebrochen ist, leider nicht erfüllt. Wohl sind die für den Schulneubau in Betracht kommenden maßgebenden Faktoren, vor allem die Bundesmini¬ sterien für Unterricht und für Handel und Verkehr von der großen Not¬ wendigkeit eines Neubaues überzeugt, wie ja der Berichterstatter bei seinen wiederholten Vorsprachen in Wien sehen konnte, wohl sind auch alle Vor¬ bereitungen zur sofortigen Inangriffnahme des Baues im Gange, aber die Verwirklichung hangt einzig und allein von einer finanziellen Gesundung unseres Staates ab. Doch die räumlichen und bautechnischen Verhältnisse im jetzigen ur¬ alten Schulgebäude werden von Jahr zu Jahr unerträglicher. Bedenkt man, daß über 500 Schuler und Schulerinnen der einzigen Steyrer Mittelschule, die jetzt zu den größten und bestbesuchtesten Mittelschulen Oberösterreichs überhaupt zahlt, in nur elf Klassenzimmern — von denen nur vier einen Fassungsraum für 40—50 Schuler aufweisen — unter¬ gebracht werden konnen, daß sich die Anstalt schon seit Jahren immer mit einer großeren Anzahl von „Wanderlassen“ behelfen muß, daß dazu noch die große Menge schulhygienischer Mangel kommen, so ist mit diesen nur ganz kurzen Andeutungen die vollkommenste Berechtigung und die mehr als dringende Notwendigkeit für einen Neubau gegeben. Die Direktion wird auch im kommenden Schuljahr nichts unversucht lassen, um an den zuständigen Stellen des Staates neuerlich und mit allem Nachdrucke auf die höchste Dringlichkeit des Neubaues für unsere Anstalt hinzuweisen, um trotz Ungunst der Verhältnisse doch in absehbarer Zeit das sowohl für unsere Jugend als auch für die Stadt Steyr so wichtige, lebensnotwendige Ziel zu erreichen.
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