schuljugend statt. Da unsere Anstalt an diesem Tage daran nicht teil¬ nehmen konnte, holte sie am Samstag, den 7. Mai 1932, in ihrer Gesamt¬ heit die Bruckner=Ehrung nach. Nach der Eisenbahnfahrt von Steyr über St. Valentin nach Asten¬ Florian und nach einer herrlichen Morgenwanderung von hier nach St. St. Florian=Stift hielt die Schulerschaft unter Führung des Direktors und des Lehrkörpers den Einzug in die herrliche Stiftskirche, wo sich auch der kunstsinnige Abt des Stiftes, Prälat Dr. Vinzenz Hartl, zur Begrüßung eingefunden hatte. Die große, neu erstandene Orgel erhob, gespielt von der Meisterhand des Stiftsorganisten Professors Hans Hayback, ihre Stimme von den zartesten Klangen bis zu den mächtigsten Tonwogen. Sodann brachte der aus über zweihundert Sangern und Sängerinnen bestehende Schulerchor unter Leitung des Professors Dr. Anton Lang vom Presbyterium aus orei Chore zum Vortage, und zwar: Silcher: So nimm denn meine Hande; Beethoven: Die Ehre Gottes; Kremser: Nieder¬ ländisches Dankgebet. Die beiden letzten gemischten Chore wurden von Professor Hans Hayback auf den orei verbundenen Orgeln begleiter, wobei die hervorragende Akustik des prächtigen Gotteshauses zur vollen Wirkung kam. Die eigentliche Bruckner=Ehrung vollzog sich am Sarto¬ phage des unsterblichen Meisters. Hier legte der Direktor der ver¬ sammelten Schulerschaft in eindringlichen Worten die Bedeutung und die Große Anton Bruckners dar, wies auf die so innigen Beziehungen Bruckners zur St. Florianer Stiftsorgel, auf deren Wiedererstehen zur voller Pracht und Schönheit sowie auf die besonderen Beziehungen Bruck¬ ners zur Heimat= und Studienstadt Steyr hin und schloß mit einer Huldi¬ gung an den großen Meister, wobei ein Schuler und eine Schulerin der 8. Klasse am Sarkophage einen Kranz niederlegten. Hierauf gedachte Professor Dr. Anton Lang jener rief ergreifenden Stunde, in der Bruck¬ ner seinen Herzenswunsch, unter der großen Florianer Orgel beigesetzt zu werden, zum Ausdrucke brachte. — An diese Huldigung schloß sich dann eine eingehende Besichtigung des Stiftes an. Nach ausgiebiger Rast er¬ folgte nachmittags auf verschiedenen Wegen, klassenweise getrennt, der Stadt, Ruckweg nach der Stadt Enns. Nach Besichtigung dieser alten besonders ihres so reichhaltigen Museums und des Stadtturmes, führte fünf¬ der Abendzug die gesamte Anstalt, Schulerschaft und Professoren - Der 7. Mai 1932 hundert an der Zahl — wieder nach Steyr zuruck. wird aber stets als ein Tag weihevoller Erbauung und sonnendurchwarm¬ ten, jugendlichen Frohsinnes in Erinnerung bleiben. Die Pfingstferien dauerten vom 14. bis zum 17. Mai 1932. Vom 18. bis 21. Mai wurden die schriftlichen Reiferufungen durch¬ geführt. Die Versetzungsprüfungskonferenz wurde am Donnerstag, den 2. Juni, die mit dem Lehrplan und den Lehrbuchern für das kommende Schuljahr 1932/33 sich befassende Beratung am Freitag, den 3. Juni 1932 abgehalten. Am Mittwoch, den 8. Juni, war ganztägiger Wandertag. Die mündlichen Reiseprufungen an der Anstalt fanden vom 13. bis 15. Juni unter dem Vorsitze des Gymnasialdirektors Hofrat Klemens Aigner aus Linz statt. Mit Donnerstag, den 16. Juni 1932, begannen die Versetzungprufun¬ gen, die am Donnerstag, den 30. Juni 1933, abgeschlossen wurden.
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