56. Jahresbericht des Bundesrealgymnasiums Steyr 1931/32

Auf Grund der für das Schuljahr 1931/32 festgesetzten allgemeinen Planwirtschaft für die österr. Mittelschulen wurden für das Berichtsjahr nur sechs Paralleltlassen (gegenüber sieben im Vorjahre) vom Unter¬ richtsministerium mit dem Erlasse vom 1. Juni 1931, Zl. 16.976/11 (o.o. X. S. R. vom 3. Juni 1931, Zl. 1655/1) bewilligt. Die Führung des Handarbeitsunterrichtes für Knaben in der 1. und 2. Klasse in je 3 und in der 3. Klasse in 2 Abteilungen, und für Mäd¬ chen in der 1. und 2. Klasse in je 2 und in der 3. Klasse in 1 Abteilung, wurde im Sinne des Ministerialerlasses vom 11. Mai 1929, Zl. 15.215/11/8 vom o.=ö. L. S. R. mit Erlaß vom 25. September 1931, Zl. 1866/1 für das Schuljahr 1931/32 bewilligt. Die Lehrfacherverteilung und der Stun¬ denplan wurden vom o.=o. L. S. R. mit Erlaß vom 6. Oktober 1931, Zl. 2613/1, die Einrichtung des unverbindlichen Unterrichtes für 1931/32 wurde mit dem Ministerialerlaß vom 31. Oktober 1931, Zl. 33.940/117, bezw. des o.ö. L. S. R. vom 7. November 1931, Zl. 256/6 genehmigt. Am Samstag, den 26. September 1931, starb in seinem 80. Lebens¬ jahre der frühere, langjährige Stadtpfarrer und Dechant Ehrentanonicus Johann Strobl wenige Monate nur nach seinem am 1. April 1931 erfolgten Uebertritte in den Ruhestand. Der verstorbene Priestergreis stand wegen seines hervor¬ ragenden seelsorglichen und charitativen Wirkens sowie wegen seiner über¬ aus großen Herzensgute in der gesamten Bevolterung von Steyr im gro߬ ten Ansehen und in höchster Verehrung. An dem unter Beteiligung von ganz Steyr am 29. September 1931 stattgefundenen Leichenbegängnisse nahm der Anstaltsdirektor sowie die Professoren Studienrat Gregor Goldbacher, Dr. Anton Lang und Dr. Hubert Messenbock teil, während die gesamte Schulerschaft mit den Klassenvorstanden auf dem Stadtplatze Spalier bildete. Ehrentanonicus Johann Strobl, der stets auch ein aufrichtiger Freund und ein großer Wohltäter der studierenden Jugend war, wird auch an der Steyrer Mittelschule ein ehrendes Andenten bewahrt bleiben. Vom 29. September bis 2. Oktober wurde die schriftliche und am 3. Oktober die mündliche Herbstreiferufung unter dem Vorsitze des Direk¬ tors Dr. Heinrich Brunnmayr von der Bundesrealschule in Linz vor¬ genommen. Am 1. Oktober fand die schularztliche Untersuchung jener Schuler (innen) statt, welche für eine Befreiung von der Teilnahme an den torper¬ lichen Uebungen in Betracht kamen. Am 5. Oktober 1931 starb in Linz der Direktor des bischoflichen Privatgymnasiums „Kollegium Petrinum, Hochwürden Herr Prälat Hofrat Dr. Johann Zochbauer. Unsere Anstalt ist zu dem nunmehr Verstorbenen, der seine ganze Lebensarbeit in vorbildlicher Pflichttreue seiner Anstalt gewidmet hat, der ein ganz hervorragender Schulmann und ein in der wissenschaftlichen Welt

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