38. Jahresbericht der k. k. Staats-Oberrealschule in Steyr, 1908

! CU . - CII - CH, 1 CH 1 · f· CH, 1 CR,-C-C=O 1 CH 1 Kampfer. 12 - Durch Eimvirknng von organischen S4nren au( Pinen, rosp. Pinenhydrochlorid erhalt man die Ester des ßorneols und Isobornools. Durch Vers•ifung dieser Ester erhAlt man die entsprechenden Alkohole, das Borneol, re,p, Isobornool ; und durch Oxydation der letiteren den Kampfer. Auch das Kamphon geht bei Behaudlung von organischen $Auren in dio genannten Ester über. Auf Grund dieser Tatsachen gibt es verschiedene Wege , um den Kampfer kdnstlich dan:ustellen. Das Ausgangsmaterial bietet das Terpentinöl , welches in der Hauptsache aus Pinen besteht. Von den vorschiedenon Motbodon der Ueberführung des Pinens in Kampfer, welche seit den letzten sieben Jahren gehandhabt werden und die mehr oder minder immer auf demselben Prinzipe beruhen, seien folgendo nAher besprochen : Das Vorfahron der amerikanischen Firma, der Amp e re Electro Chemical Co mp an y (D. R. P. 134.553). Boi der Einwirkung von trockener Oxalsäure auf Terpentinöl entstehen etwa 30'/ 0 Ester, welche bei der Verseifung Borneole geben, welche durch Oxydationsmittel sieb zu Kampfer oxydieren lassen. Infolge der geringen Ausbeute dieses Verfahrens mußte jedoch die genannte Fabrik mit einem Verluste mehrerer Millionen ihren Betrieb einstellen. Die c h emi s cb e Fab r ik v oo He y den, IC ade b ou I verwendete statt dor OxalsAure 'Monoxykarhonsll.nre (Sa!izylaaure etc.). Ein fr an z ii s i s c h es Patent Nr. 34 896 gebt von dem Einwirkungsprodukt der Sa.lzsauro auf Pincn, dem Pinencblorhydrat c„ Hn Cl. aus, fdhrt dassolbe durch ßehandlung mit AzetatoTI in lsobomylazetat über, welches mit Alkalien verseift wird und durch füydation iTI Kampfer übergeführt wird. Spaltet man aus dom Pinenchlorhydrat durch Erhitzen mit gaafllrmigen Ammoniak- oder mittelst anduer Agenzien Chlorwasserstoff ab, so wird es infolge einer Umlagerung in Kamphen üborgeführt; die••• so erhaltene Kamphen kann nach Bertram (D. R. l'. 67 .255, 1892) durch Bobandeln mit ~:isessig und Scbwefelsäuro in Isohoniylazetat überführt werden. Dieses bei der di rekten Oxydation oder Verseifnng eutstehonde lsohorneol scboidet sich in foiter Form ab. Als 01y,lations1uittel verwendet man : Kaliumpermanganat in wi\ssrigl'r Lö~ung, oder in Azetonl~sung, gasförmiges Chlor, Ozon, salpetrige Säure, Luft und Sauerstoff, salpetrig• SAuro ,•nthaltonde Salpctersilurc und Hypochlorite. Auch die Gri g n a r d'sche Reaktion mit Magnesium kann zur Ucberfübruug von Pinenln·droch1orid in ßornool \'crwendot werden . Es ontstoht zuuA-cbst l•ine kom~ plcxo VerbinJ.ang von PiuenchlorhyJrat, Mal{nosium und Aetber, welche bei der O:tydation mit T,urt und Heh.:rndeln mit ,·cnhinnten Säuren in Cblormagnesium und ßurneol zerfällt 1) . Das Borueol wird nach ~~wohnter Wc·i se zu Kampfor oxydiort, Ot' r uach d~n n~lt!u Jn•i b<'schriebc11 (1J1 )l ~Uio1IP11 gewonnene Ka1111,for ist seiner cht>111isd1t• 11 Struktur 11acb uud in allen t;:f_• ineu chemischen Eigenschaften iJ,mtiscb mit dt-111 in d!! r ~atur ,·orkornmen d(•n Japankam1,for: nnr in oiuer physikalischen Eigc11- 1;rhaft unter.sc.beidrit n sich ,·011 11cm Xaturvrodukte, er i.4 optisch inaktiv, wfihrend der Japnnkampfor optisch aktiv fat. 1) A. Hesse, D. II. P. - Anm. H. 3-1.107 (KI. 12 u. 3U 67 vom B. 11. 1!104 und 1nor. , Ild. !l!\ p. 1127), - Honb,•n, Bull. Soc, Chim, l!l05. Hd. 3,;;;:, p. S'i9f1. - B1u·hit>r 1 (Rull . ~ot!, Chim. 1~5, Ud. 31 1 p. 8-W).

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