9. Jahresbericht der k. k. Realschule in Steyr, 1879

34 nach den plastischen Ornamenten, sowie nach geeigneten schwierigeren ornamentalen Musterblattern, wobei gelegentlich auch die menschliche und die thierische Figur in den Kreis der lebungen einzubeziehen ist. Gedächtnis-Zeichnenübungen, wie auch fortgesetzte perspectivische Darstellungen geeigneter technischer Objecte. Wochentlich 4 Stunden. V. Klasse: Deutsche Sprache. Lectüre von l'ebersetzungen aus der classischen Literatur der Griechen und Römer; Lectüre einer Auswahl aus leichteren Werken der mittelhoch¬ deutschen Periode im l'rtexte; l'eberblick uber die deutsche Literatur von ihren ersten Anfängen bis zum Schlusse des XIV. Jahrhunderts. Erläuterung des Wesens. der Formen und Arten der Poesie, sowie der vorzuglichsten prosaischen Darstellungsformen auf Grund des Gelesenen. Recitir-Uebungen und Aufsatze über Gelesenes und Gehörtes. Wochentlich 3 Stunden. Französische Sprache. Sprechübungen und schriftliche Aufsätze mit besonderer Rücksichtnahe auf die französiche Lectüre und auf die übrigen Lehrgegenstände: Lesung von Musterstücken der historischen, descriptiven und epistolarischen Literatur, mit Beleh¬ rungen über die französische Behandlungsweise der entsprechenden Stilgattungen. Wochentlich 3 Stunden. Englische Sprache. Lese- und Betonungslehre mit steter Ilinweisung auf die Gesetze der Lautverschiebung und ihrer Beziehung zu den romauischen und germanischen Elementen der englischen Sprache: Einübung an zahlreichen Lesestücken. Die gesammte Formenlehre, unter fortwährender Vergleichung mit der deutschen und französischen Gram¬ matik; die zum Verständnisse einfacher Lesestücke erforderlichen Sätze aus der Syntax. Lectüre erzählender und beschreibender Prosa. Wochentlich 3 Stunden. Geographie und Geschichte. Pragmatische Geschichte des Alterthums mit steter Berücksichtigung der hiermit im Zusammenhange stehenden geographischen Daten. Wochentlich 3 Stunden. Mathematik. A. Allgemeine Arithmetik: Wiederholung des bisherigen Lehrstoffs aus der allgemeinen Arithmetik: (leichungen des ersten Grades mit mehr als zwei Unbe¬ kannten; diophantische Gleichungen. Die Zahlensysteme überhaupt und das dekadische insbesondere; TTheorie der Theilbarkeit: Lehre von den Decimalbrüchen. Potenzen und Wurzelgrössen; Bedeutung der imaginàren und complexen Zahlen, die vier Grundoperationen mit denselben; Lehre von den Verhältnissen und Proportionen. Quadratische Gleichungen mit einer und mit zwei Unbekannten. B. Geometrie: Planimetrie in ihrem vollen Umfange, vom streng wissenschaftlichen Standpunkte behandelt; zahlreiche l'ebungen im Lösen von Constructions-Aufgaben mit Hilfe der geometrischen Analysis. Wochentlich 6 Stunden. Naturgeschiehte. Anatomisch-physiologische Grundbegriffe des Thierreichs mit besonderer Rücksicht auf die höheren Thiere: Systematik der Thiere mit genauerem Ein¬ gehen in die niederen Thiere. Wochentlich 3 Stunden. Chemie. Gesetze der chemischen Verbindungen, Atome, Molecüle, Aequivalente. Wertigkeit der Atome, Bedeutung der chemischen Symbole und Formeln. Metalloïde, Metalle der Alkalien, alkalische Erden. Wochentlich 3 Stunden. Darstellende Geometrie. Die Lehre von der Ebene. Projectionen von Körpern, die durch Ebenen begrenzt sind; Sehnitte von Köpern mit Ebenen; gegenseitige Durch¬ schnitte der Körper; krumme Linien und deren Bezichung zu geraden Linien und Ebenen. Wochentlich 3 Stunden. Freihandzeichnen. Die Proportionen des menschlichen Gesichtes und Kopfes wurden besprochen und nach den Vorzeichnungen des Lehrers an der Schultafel in Con¬ touren eingeübt. Gesichts- und Kopfstudien nach geeigneten Gypsmodellen. Fortgesetzte bebungen im Ornamentzeichnen und freie Wiedergabe der ZeichnungsObjecte aus dem Gedächtnisse nach Massgabe der Zeit und der Fähigkeiten des Schülers. Wochentlich 4 Stunden.

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