2. Jahresbericht der k. k. Realschule in Steyr, 1867

- 44 - Feindseligkeiten erneuerten sich , viel österreichisches Kriegsvolk befehdete von Baden ans oft die Umgebung Zttrichs, dieses zog mit seinen Eidgenossen zu Weihnachten 1351 aus und siegte Tags darauf bei Tättwil , wie die Bewohner von Art einen am 2. Februar 1352 von Zug aus gegen sie unternommenen Angriff Oeste1Teicbs zurttckschlugen 1 ). Glarus ist schon einige Mal erwähnt worden, hier etwas nachzutragen , und seine Geschichte dann fortzusetzen. König Albrecht legte dem Tale eine stärkere Vogtsteuer auf und ver- einigte es -und seine Landschaft Gaster unter der gen1ein- schaftlichen Benennung des o.bern und des niedern Amtes von Glarus: Das Land Glarus hieß das obere Amt zu Glarus, die Landschaft Gaster hieß das Niederamt zu Glarus oder auch das Niederamt zu Wesen 2 ). Während der Regierung der Kö- nige Rudolf, Adolf und Albrecht war Glarus ruhig 3 ), spä- ter weigerte es sich, den llerzogen gegen die Waldstättc be- waffnete Hilfe zu leisten, und 1323 ließ es sich sogar in Ver- ständnisse ein mit dem 'fale Schwiz. Letzteres hatte zur Folge, dass künftig auswärtige, ritterliche Vögte auf die Burg Näfels geschickt wurden, welche von hier aus im Namen Oesterreichs das Tal strenge beherschten, wodurch große Unzufriedenheit ent- stand, die durch Vorenthaltung des für den Zug ins Elsaß 1330 versprochenen Kriegssoldes, dann durch Verhinderung 4 ) der Wie- derherstellung der bei einer Feuersbrunst 1~37 zu Grunde ge- gangenen (glarnerischen) Freiheitsbriefe gesteigert wurde 5 ). Die Gährung kam zum Ausbruche, als 1351 den Glarnern, welche auch im Bündnisse vom 20. ·Juli 1333 nicht erscheinen, aber- n1als zugemutet werden wollte, gegen die ihnen befreundeten Eidgenossen zu Felde zu ziehen. Es erfolgte eine neue ent- schiedene Weigerung, worüber der (österreichische) Vogt Walter von Stadion das Land gegen Schwiz und Uri zu besetzen An„ stalten traf. Da kamen ihm Zürich, Uri, Schwiz und Unter- walden Mitte November 1351 zuvor, die Glarner schwuren ihnen Trene, sandten der Stadt Zürich 200 Mann zu Hilfe, schlugen 1 ) Lichn. S. 284, 285 f., DXXIX No. 32, Nüscheler II 72 bis 75, 83, Liebenau 74 f., Blumer 208 f. - 2) Nüscheler widerspricht sich gegen II 78 f. selbst, wenn er II 3 Anm. neben einem niedem .L\rnt zu Wesen ein niederes Amt zu Glarus anführt; vergl. dazu Huber 85 Anm. 2. U. s. w. - 3) Kopp II, 1 294, III, 2, 237, 238, IV, 1, 9, IV, 2, 94 f., Bluwer 220, Nüscheler II 78 f.: n Was aber die Glarner noch besonders" u. s. w. - 4 ) Kopp Geschbl. II, 142 Anro~ 2 glaubt diese Behauptung Tschudis nicht. - 5) S. o. S. 27 und Blumer 220, Nüschelnr II, 79, Kopp Urkk. S. 136.

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