Valentin Preuenhuebers Annales Styrenses samt dessen übriger Schriften

133 Kayserl. Schreiben an die von Steyer in Heurath um Jung- frau Elisa- beth Kap- penfußin. Annus Christi 1481. Patente, das Contingent zu Roß und Fuß alsbald nach Ennß an die Hand zu nehmen, alda Herr Bernhard von Scherffenberg, Hauptmann, wie auch er und Herr Benedict Schieffer solches erwarteten. Um diese Zeit befahl der Kayser denen von Steyer, bey Vermeidung seiner Ungnadt und Straff, dasjenige Gelb, so auf die Päbstlichen Brieff und Indulgenz bey ihnen gesammlet und eingelegt worden, zu ihren Handen zu nehmen, und unter ihren Stadt-Tiegel verpittschieret zu Ihm nach Wienn zu schicken. In diesem Jahr wurde abermahlen ein Auffschlag auf die Kaufmanns-Güter alhie zu Steyer errichtet, welchen der Kayser durch Andream Gutentag verwalten lassen. Solcher Auffschlag hat bis ins 93te Jahr gewähret, in welcher Zeit derselbe, Gmeiner Stadt auf 2. Jahr gelassen worden; doch daß sie diese Einnahme auf Ge- bäu des Schlosses und der Stadt sollen anwenden. Hernach haben demselben Herr Christoph von Liechtenstain, und Herr Geörg von Eckersau, und Herr Heinrich Prü- schenck, die ihres dem Kayser geliehenen Geldes halb, darauf angewiesen, durch ihre Leute verwalten lassen. Man stelte schondamahls vonHoff aus, den reichenSteyrischenBurgers-Töch- tern, durch Heurathen nach: Peter der Kappenfuß, Burger zu Steyer, hatte eine ei- nige Tochter, Namens Elisabeth, verlassen; die wurde einem Kayserl. Hoff-Diener, Augustin Lausserer genannt, verheurath; Und solches auf Anlangen und Begehren der Kayserl. Mayj. Dero man hierinnen keinen abschlägigen Bescheid geben durffte. Und lautet der Kayserl. Werbungs-Brieff an die von Steyer also: „Ersamb, Lieben, Getreue. Wir schreiben hiermit Margarethen, jetzo Hann- sen Stollen eures Mitt-Burgers ehlichen Hausfrauen, daß dieselbige Elisabeth ihr Tochter, so sie mit Weilland Pettern Kappenfuß ehelich gehabt hat, unsern Diener und getreuen, lieben Augustin Lausser Uns zu Ehren und Gefallen verheurathen und geben wolle. Und nachdem Wir demselben Augustin in Ehrbarkeit und Frommkeit erkennen, seyn Wir ihmmit sondern Unser Kayserl. Gnaden und zu aller Förderung geneigt; Er auch Ihrer Freundschafft wohl dienen und zu guten gereichen mag. Und begehren darauf an Euch mit sondern Vleiß, und wollen, daß Ihr bey derselben Mar- garethen und andern da es Euch fruchtbarlich und nutzlich zu seyn gedunckt allen Vleiß fürkheret und verhelftet, damit sie den gemelten Unsern Diener die genannt Elisabeth, ehlich verheurathen und geben, und Uns dieser Unserer Bitte, so wir deß- halben an Sie thun, nicht abschlagen. Daran erzeugt ihr Uns sonders gut Gefallen, mit Gnaden gegen Euch zu erkennen. Geben am Sambstag vor dem Sonntag Exaudi An. 1482.“ Pfingstag nach Ostern, begehrt der Kayser an die von Steyer, ihme auf Wide- rerstattung 90. Ducaten zu leihen; Dann Ihro Mayj. dem König zu Behaim, wegen Enoth Leons von Rosenthal Schatzung, 600. Ducaten, nach den gemachten Anschlag erlegen solle; Mit welcher Summa Kayserl. Mayj. so balde sonsten nicht aufkom- men könnten. Und ferner bald hernach, nachdem dieselben, zu Führung des Kriegs wider den König von Ungarn viel Volck angenommen; sich auch mit Wazlauen Wultschkho und seiner Bruderschafft um seine Sprüche vertragen; Und hierzu einer Summa Geldes bedürfftig; Als solten die von Steyer 3000. fl. innerhalb 8. Tagen, zu Handen Ihrer Mayj. Diener Hannßen Sinzendorffer erlegen, mit beygesetzter Bet- rohung, wo sie hierinnen säumig seyn würden, sey dem Hauptmann ob der Enß schon befohlen, solchen Anschlag selbst unter den Burgern zu machen, und sich der ungehorsamen Leib, Haab und Gut zu versichern. Gedachter Walzau war der- jenige, welcher neben dem Simoskhy das Kayserl. unbezahlte Kriegs Volck geführt, so, wie wir droben gemeldt, von Sternberg aus, gar bis hieher gen Steyer gestreifft haben. Um Pfingsten wurde abermal zu Widerstand der Ungarn, ein Anschlag auf die Stadt Steyer gemacht, entweder 40. Pferd auszurüsten, und zu unterhalten, Kayser begehrt ein Anlehen.

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