Zum 75. Todestag von Anton Bruckner

HORST STADLMAYR Das Brucknerhaus: Gegenwart und Zukunft b schon jetzt kann gesagt werden, daß sich durch den Bau des Brucknerhauses die Linzer Stadtland- schaft unmittelbar an der Donau optisch anders dar- stellen wird. Es steht außer Zweifel, daß das im Bau befindliche Kongreß-, Konzert- und Veranstaltungs- haus dank einer wunderbaren Architektur das süd- seitige Donauufer der Landeshauptstadt Linz zum Vorteil des gesamten Stadtbildes verändert. Die Ar- chitektur dieser Halle, die heute in ihren Konturen schon klar erkennbar ist, wird aber nicht nur optisch die Linzer Stadtlandschaft beeinflussen, sondern dar- über hinaus, nämlich dann, wenn das Haus in vollem Umfang in Betrieb genommen wird, das kulturelle Image der Landeshauptstadt Linz und des Bundeslandes Oberösterreich entscheidend prägen. Vielleicht klingt es vermessen, wenn in diesem Zusammenhang in drei oder vier Jahren vom Beginn einer neuen Ära des Kulturlebens in unserer Heimat gesprochen werden wird, doch darf zweifellos nicht übersehen werden, daß die vielfältigen Möglichkeiten des Brucknerhauses das gesamte Veranstaltungsspektrum, das Linz an sich seit vielen Jahren bietet, vom Rahmen her gewaltig abändern und - wie wir alle hoffen - zu seinem Vorteil umbelichten wird. Die Diskussion um das neue Haus, insbesondere aber um die Veranstaltungen, die es bringen wird, sind bereits jetzt in vollem Gang, weil es der Plan der künf- tigen Brucknerhaus-Direktion ist, die technischen Möglichkeiten, die ihr geboten werden, in vollem Umfang auszunützen und Linz damit in vielen Belangen an das internationale Niveau im Konzertleben, Kongreßwesen, dem Showbusiness etc. heranzubringen. Der kulturelle Auftrag des Brucknerhauses wird sich nach meiner Meinung auf zwei Ebenen hin zu bewegen haben: 1. Angebot eines Programms aller Sparten der ernsten, modernen, heiteren und alten sowie der jeweils aktuellen Musik, die in Städten wie Wien, München und Berlin zur Selbstverständlichkeit eines kulturellen Großstadtbetriebes gehören; 2. Konstruktive und planmäßige Herausarbeitung des pädagogischen Akzentes in einem Maße, das es erlaubt, breite Schichten der oberösterreichischen Bevölkerung von der Schuljugend über Arbeiter, Angestellte, ländliche und städtische Bevölke- rung mit dem Kulturgut unserer Welt zu konfrontieren. In anderen Worten heißt das, daß mit der Lösung des Saalproblems, das sich in Linz seit mehreren Jahrzehnten in einer Sackgasse, um nicht zu sagen in einem 59

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