50 Jahre Milchhof Steyr 1935 - 1985

Das ehemalige Molkereigebäude des Milchhofes Steyr, Betrieb Wolfern allem zeitgemäßen Betri ebsgebäudes zu denken und in diesem Zusammenhang die beiden benach- barten Molkereigenossenschaften Wolfern und Sierning für eine Verschmelzung und für die Errich- tung eines zentralen Molkereigebäudes zu gewin- nen . Sierning winkte ab; Garsten und Wolfern beschlossen aber dann doch in getrennten Vollver- sammlungen am 24. September 1939 die Ver- schmelzung der beiden Genossenschaften zum ,,Milchhof Steyr". Obmann der „Molkereigenossen- schaft Wolfern " war damal s Franz Leeb, Mair zu Hautzenbach 47, der dann zum Obmannstellvertre- ter des „Milchhofes Steyr" gewählt wurde. Den Betrieb in Wolfern führte weiterhin der schon seit 1934 erfolgreich wirtschaftende Molkereileiter Karl Watzinger. Mit dem geplanten Neubau , der auf einem Grundstück zwi schen der Brotfabrik Reder und der Steyrtalbahn errichtet werden sollte, wurde es aller- dings nichts, weil inzwischen der Weltkrieg ausge- brochen war . Die Gespräche darüber setzten erst wieder 1950 ein . Sie wurden umso intensiver, je höher die jährlichen Anlieferungssteigerungen wur- den . So betrug sie beispielswei se von 1956 auf 1957 bereits mehr als 37 Prozent. In der Vollver- sammlung am 24 . Jänner 1959, bei welcher der damalige Genossenschaftsanwalt Ökonomierat Anton Weindl, Stadlmair in Steyr , Wolfernstraße 10, zum Obmann gewählt worden war, wurde nach einer eingehenden Aussprache der Beschluß Obmann Franz Leeb erkannte die Zeichen der Zeit und befürwortete daher die Verschmelzung der beiden Molkereigenossenschaften Garsten und Wolfern zum ,. Milchhof Steyr " gefaßt, auf einem im Tauschwege erworbenen ehe- maligen gemeindeeigenen Grundstück neben dem alten Betriebsgebäude ein neues zu errichten. Da sich auf dem vorgesehenen Bauplatz noch mehr_ere Baracken und eine Spenglereiwerkstätte befanden, konnte erst am 1. Juni 1960 der Spaten- stich erfolgen. Nach der Gleichenfeier am 21. Fe- bruar 1961 wurde der Innenausbau so rasch voran- getrieben, daß bereits im Juli die Montagearbeiten begonnen werden konnten . Und als am 14. Dezem- ber 1962 - 23 Jahre nach den ersten Gesprächen über die Errichtung eines neuen Betriebsgebäudes - dieses wirklich den Betrieb aufnehmen konnte, da war man sich in der gesamten Fachwelt darin einig, daß damit ein Betrieb geschaffen wurde , der für damalige Verhältnisse einer der modernsten war und daher für einige Jahrzehnte vorbildlich sein wird. Eine zwar nicht von allen Mitgliedern gebil- ligte, wirtschaftlich aber zweckmäßige und notwen- dige Maßnahme war die Stillegung des Zweigbetrie- bes in Wolfern im Mai 1966 und die damit verbun- dene Anlieferung der gesamten Milch nach Gar- sten, wohin auch die Käseproduktion verlegt worden war. Inzwi schen hatte sich für die „Molkereigenossen- schaft Sierning", die unter ihren verdienten Funktio- nären , in besonderem unter ihrem Obmann Ökono- mierat Josef Wieser , dem Obmannstellvertreter Ökonomierat Josef Luhamer und dem Aufsichts- ratsvorsitzenden Josef Bräuer, eine schöne Auf- wärtsentwicklung genommen hatte, eine schwierige Situation ergeben: Durch die Ende der fünfziger Jahre einsetzende Umstrukturierung der Landwirt- schaft gaben vor allem größere Betriebe des Ein- zugsgebietes die Kuhhaltung auf. Da die vermin- derte Milchanlieferung auch nicht durch Mehranlie- ferungen der Bergbauern ausgeglichen werden konnte, mußte Sierning ab 1966 mit dem „Milchhof Steyr" und dem „Milchhof Linz" Produktionsteilun- gen vornehmen, um den Betrieb weiterhin wirt- schaftlich führen zu können . Der Landesstellenleiter des Milchwirtschaftsfonds, Dipl.-Ing. Friedrich Bol-

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