4 gute Gründe für Steyr

slerr OBEROSTERREICH FREMDENVERKEHRSVERBAND STEYR A-4400 STEYR, RATHAUS | TEL. (07252) 23229 HEIMATHAUS (MUSEUM) In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts beabsichtigte die Stadt obrigkeit im unteren Teil des Pfarrhofgartens ein Gebäude zu errich ten, das ebenerdig für Fleischbänke, in den oberen Stockwerken für Getreideschüttböden eingerichtet werden sollte. Allein Türkenkriege, Bauernaufstand und Gegenreformation verzögerten die Ausführung des Bauvorhabens. Im Sommer des Jahres 1611 ließ der Magistrat den Bau in Angriff nehmen. Statt der Fleischbänke verpflichtete sich die Stadt eine Salzkammer einzurichten. In dem 1612/13 vollendeten Ge bäude aber eignete sich das feuchte Erdgeschoß keineswegs zur Salz lagerung, weshalb es in der Folgezeit als Wagenremise benützt wurde. Die prächtige Fassade des zweigiebeligen Getreidespeichers, den am 28. Dezember 1628 die Innerberger Hauptgewerkschaft, der im nörd lichen Bereich des steirischen Erzberges ("inner dem Berg") das Eisen wesen unterstand, käuflich erwarb, zeigt über dem Fortal das Fresko "Josephs Brüder khommen in Egypten Traid zu kaufen", den Dop peladler mit dem Wappen der Eisengewerkschaft und reiche Kratz putzverzierungen (Sgraffitos). Der dreigeschoßige Unterbau wird von einem zweigeschoßigen Giebelpaar mit Krüppelwalm bekrönt. Schmiedeeiserne Wasserspeier, ein mächtiges Hauptportal, von zwei Seitenportalen flankiert, vermittelt den Eingang. In den Jahren 1883 bis 1887 besaß den Innerbergerstadel die Österreichische Alpine Montangesellschaft und ab 1887 die Österreichische Waffenfabriksge sellschaft, seit 1909 gehört er wieder der Stadt Steyr. In dem imposanten Bauwerk, das in dem genannten Jahre der Demolierung nahe war, wurden 1912 die heimat geschichtlichen Sammlungen, um 1920 das "Steyrer Kripperl" untergebracht. Wertvolle kunst- und kulturgeschichtliche Sammlungen erwarten heute die Besucher des Museums. Plastiken und Gemälde, alte Einrichtungen und Waffen, die zum Teil in Steyr entwickelt und fabriksmäßig hergestellt wurden, sind zu sehen. Das Eisen bestimmte schon von alters her das Geschick der Stadt. So wird seit mehr als zehn Jahren an dem Auf- und Ausbau eines Eisenmuseums gearbeitet. Berühmt ist die Anton Petermandl'sche Messersammlung, aus derem Bestand rund 500 der schönsten Stücke aus Europa, Asien, Afrika und Amerika dem Besucher zugänglich gemacht wurden. Als Grundstock des Eisenmuseums wurde der 1957 aufgestellte Sensenhammer in seiner technischen Einrich tung genau auf den Stand der Zeit Maria Theresias abgestimmt. Dazu wurden nur Originalstücke verwendet, die fast durchwegs mehr als ein Jahrhundert alt und schon längst außer Gebrauch gekommen sind. Wieder in einem anderen Raum wurde einem heute ausgestorbenen Handwerk mit der Originaleinrichtung einer "Nagelschmiede" ein Denkmal gesetzt. Öffnungszeiten: November bis März Mittwoch bis Sonntag, 10.00 - 15.00 Uhr April bis Oktober Dienstag bis Sonntag, 10.00 -15.00 Uhr STEYR

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