Amtsblatt 1911/18 der k.k. Bezirkshauptmannschaft Steyr

unter Hinweis auf den y a. Erlaß vom 25. Juni 1910, Z. 14967 (Amtsblatt Nr. 26 ex 1910), neuerdings dar= über belehrt, 1. daß Gewerbeinhaber, welche sich zur Deckung des unbefugten Gewerbebetriebes in der eingangs geschilderten Art hergeben, die zum Schutze gegen die Konkurrenz ge¬ schaffenen Normen zum Schaden des Standes illusorisch machen, und 2. daß es Sache der Genossenschaften ist, auf Grund der bei der Ueberwachung der Einhaltung der das Lehrlings¬ wesen betreffenden gesetzlichen und statutarischen Bestimmungen (§ 114, Absatz, lit. b, Gewerbeordnung) gemachten Wahr¬ nehmungen, beziehungsweise auf Grund ihrer Evidenzbehelfe jene Zweigbetriebe, bei welchen eine solche Deckung des un¬ befugten Gewerbebetriebes platzgreift, der Gewerbebehörde zwecks Ahndung anzuzeigen. Steyr, 2. Mai 1911. Z. 10.074. An alle Gemeinde=Vorstehungen. Untersuchung von Gärten im Sinne der Reblaus¬ Konvention. Zufolge Erlasses der k. k. o.ö. Statthalterei vom 31. Jänner 1905, Z. 1918/1, beziehungsweise des k. k. Ackerbauministeriums vom 16. Dezember 1904, Z. 34.75 und 2359, werden die Gemeinde=Vorstehungen beauf¬ tragt, die Verzeichnisse jener Besitzer, welche ihre Garten¬ anlagen für die behördliche Untersuchung im Sinne der Reblaus-Konvention vom Jahre 1890 anmelden, eventuell einen Fehlbericht, bis längstens 1. Juli d. J. anher vorzulegen. Steyr, 11. April 1911. Z. 194. An alle Gemeinde=Vorstehungen. Ersatzernennungen in die Personal=Einkommensteuer¬ Schatzungskommission für Steyr=Umgebung. Das k. k. Finanz=Ministerium hat mit dem Erlasse vom 10. Februar 1911, Z. 7472, den Backermeister Eduard Purstinger in Bad Hall zum Mitgliede mit der Funktionsdauer bis Ende 1913 und den Muhle= und Sagebesitzer Josef Rayofer in Klein¬ raming zum Mitglied=Stellvertreter mit der Funktions¬ dauer bis Ende 1911 der Personal=Einkommensteuer¬ Schätzungskommission für den Schätzungsbezirk Steyr Um¬ gebung ernannt. Diese Ernennungen sind zufolge Erlasses des k. k. Finanz=Direktions=Präsidium in Linz vom 24. Februar 1911, 3. 337/73, A. 11, entsprechend zu verlautbaren. Steyr, 25. April 1911. 19430. An alle Genossenschafts=Vorstehungen und den Gewerbegenossenschafts=Verband in Sterling. Direktiven für Lehrlingsarbeiten=Ausstellungen. In dem Erlasse der k. k. Statthalterei in Linz vom 1. März 1910, Z. 1282/VIII, intimiert mit dem H. a. Er¬ esse vom 10. März 1910, Z. 5499, Amtsblatt Nr. 12, mit welchem Direktiven für Lehrlingsarbeiten=Ausstellungen ver¬ ausgegeben wurden, wurde insbesondere solchen Arbeiten praktischer Wert beigemessen, die eine einfache, jedoch fartische Verwendung des Lehrlings in der Werkstatt dartun. Hiebei wurde neuerlich eine fleißige Benutzung des zur Ausgabe gelangten Aufgabenverzeichnisses empfohlen. Die diesfälligen Weisungen, die auch in der Bro¬ schüre „Ausstellungen von Lehrlingsarbeiten als „Vorbe¬ merkung zum Verzeichnis der Arbeitsstücke enthalten sino, finden indes noch immer nicht die nötige Beachtung Die k. k. Statthalterei fand sich daher mit Erlaß vom 10. April 1911, Z. 2347, VIII, zufolge des Erlasses des t. k. Ministeriums für offentliche Arbeiten vom 6. April 1911, Z. 257/XS. in Absicht auf eine gedeihliche Aus¬ gestaltung der Lehrlingsarbeiten=Ausstellungen und behufs Hebung ihres praktischen Wertes veranlaßt, in Ergänzung des vorbezogenen Erlasses auf nachstehende fachlicherseits gegebene Anregungen behufs tunlichster Beachtung seitens der Veranstaltungskomitees hinzuweisen. Die Arbeitsstücke sind tunlichst nach selbst angefertigten Wertzeichnungen, Schnittmustern, Modellen u. dgl. auszu¬ fuhren und es sollen diese Behelfe mit ausgesteur werden. Den Arbeiten ist außerdem nach Tunlichkeit eine Be¬ schreibung beizufügen, die Angaben über die Art und Be¬ schaffenheit der verwendeten Roh= und Hilfsstoffe, den Arbeits¬ vorgang, die Zeitdauer der Anfertigung und die Berechnung des Verkaufspreises zu enthalten hat. Schließlich ist insbesondere dort, wo der technologische Vorgang für das Verständnis und die Wertung der Arbeit ins Gewicht fallt, darauf hinzuwirken, daß nach Tunlichten auch die verwendeten Rohstoffe zur Besichtigung aufliegen und die Darstellung des schrittweisen Arbeitsvorganges durch einzelne Stücke, die den verschiedenen Arbeitsabschnitten entsprechen, erfolgt. Hievon setze ich die Genossenschafts=Vorstehungen und die Gewerbegenossenschafts=Verbandsvorstehung in Kenntnis. Steyr, 29 April 1911. Z. 9530. An alle Gemeinde=Vorstehungen und hochw. Pfarramter. Nachforschung nach Edmund Dunn. Vom Dampfer „Columbia“ ist auf seiner Fahrt von Neapel nach Triest am 8. Februar l. J. ein Passagier namens Emund Dunn, im Alter von zirka 30 Jahren, der sich in Neapel eingeschifft hatte, spurlos vom Boro verschwunden, so daß angenommen werden muß, er habe Selbstmord ver¬ ubt. Da jegliche Anhaltspunkte zu seiner Identifizierung fehlen, und er anderseits 152.20 Lire und einige Effekten hinterlassen hat, sind über Erlaß der k. k. o.-O. Statthalterei vom 18. April 1911, Z. 3802/11, nach eventuellen Ver¬ wandten oder Hinterbliebenen Nachforschung zu pflegen und wäre über ein positives Ergebnis derselben anher Mitteilung zu machen. Steyr, 29. April 1911. Z. 9529. Ausforschung der Erben des Debronkle. Auf dem seit 7. Oktober v. J. verschollenen englischen Hampfer „Silverdale“, war der angeblich österr. Seemann F. Peyrourte, 24 Jahre alt, eingeschifft. Derselbe hinter¬ ließ bloß 138 60 Lohnrest, da die Effekten auf dem ver¬ schollenen Dampfer sich befanden.

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