Amtsblatt 1903/53 der k.k. Bezirkshauptmannschaft Steyr

ledig, Uhrmachergehilfe, versehen mit einem Arbeitsbuche des mag. Bezirksamtes für den II. Bezirk in Wien, ddto. 24. Jänner 1902, Nr. 120, treibt sich schon seit einiger Zeit in verschiedenen Kronländern umher und läßt sich unter dem Vorwande der Kränklichkeit und der Unfähigkeit, die Heimreise zu Fuß fortsetzen zu können, von den Gemeinden Reiseunterstützungen verabfolgen. Da derselbe bereits wegen Uebertretung des § 461, St.=Ges., vorbestraft erscheint und seiner Heimatsgemeinde in den letzten zwei Jahren namhafte Auslagen verursacht hat, werden die Gemeindevorstehungen und k. k. Gendarmerie¬ Posten=Kommanden beauftragt, den Fall dringender Not¬ wendigkeit ausgenommen, dem Genannten keine Unterstützung mehr zu verabreichen, denselben vielmehr der schubpolizeilichen Behandlung zu unterziehen. Steyr 28. Dezember 1903 Z. 19.660. An alle Gemeinde=Vorstehungen und k. k. Gendarmerie=Posten=Kommanden. Warnung vor der Unterstützungsschwindlerin Franziska Baumgartner. Zufolge Erlasses der k. k. o.=ö. Statthalterei vom 11. Dezember 1903, Z. 24.588/II, treibt sich Franziska Baumgartner insbesondere in den westlichen Kronländern der österr.=ung. Monarchie unter Herauslockung von Reise¬ unterstützungen herum. Diese wiederholt bestrafte Franziska Baumgartner. geboren zu Vöcklabruck am 25. Jänner 1876, zuständig nach Ottnang, ledig, katholisch, ist Stubenmädchen von Beruf. Personsbeschreibung: Größe: mittel, schlank, Gesicht: länglich, rund, blaß; Augen: grau; Nase und Mund: gewöhnlich, proportioniert; Haare: blond. Die Genannte trägt sich städtisch, spricht ruhig und gebildet, hat gute Umgangsformen und ist gewandt im Um¬ gang und Verkehr mit Personen besserer Kreise. Der Genannten sind, den Fall dringender Notwendigkeit ausgenommen, keine Unterstützungen zu verabreichen, sondern ist dieselbe vielmehr der schubpolizeilichen Behandlung zu unterziehen. Steyr, 23. Dezember 1903. Z. Z. 19.087, 19.460. An alle Gemeinde=Vorstehungen und k. k. Gendarmerie=Posten=Kommanden. Ausforschung Militärtaxpflichtiger aus dem Bezirke Steyr Land. Auszuforschen sind, und zwar: Josef Zauner, 1875 geboren, Taglöhner, nach Rohr zuständig, und Josef Angerer, 1877 geboren, Schuhmachergehilfe, nach Pfarrkirchen zuständig. Ueber ein positives Ergebnis der Nachforschungen ist bis 20. Jänner 1904 anher zu berichten. Z. 19.862. Steyr, 29. Dezember 1903 An alle Gemeinde=Vorstehungen und k. k. Gendarmerie=Posten=Kommanden. Ausforschung des entwichenen Zwänglings Josef Muttenthaler. Laut Anzeige der Landeszwangsarbeitsanstalt in Laiback vom 6. Dezember 1903, Z. 3221, an die k. k. o.=ö. Statthalterei. ist am 6. Dezember 1903 um 10 Uhr vormittags der nach Pabneukirchen, Bezirk Perg, zuständige, 33 Jahre alte Zwängling Josef Muttenthaler von dem anstaltlichen Wasch¬ hause entwichen. Derselbe ist von kleiner Statur, schwächlichem Körper¬ bau, hat ein ovales Gesicht, braune Haare, braune Augen¬ brauen und braune Augen, eine hohe Stirne, Nase und Mund proportioniert, gute Zähne, ein ovales Kinn und trägt einen kleinen blonden Schnurrbart. Er spricht deutsch und ist seiner Beschäftigung nach Schneider. Bekleidet war dieser Zwängling mit der Zwänglings=Lodenmontur, ferner mit Hemd, Gattie, Schnürschuhen und sonstigen Kleinigkeiten, welche Sorten mit der Märke „Zwangsarbeitsanstalt Laibach versehen sind. Zufolge Statthalterei=Erlasses vom 18. Dezember l. J., Z. 26.216/II, ist nach dem Entwichenen zu fahnden und im Betretungsfalle die Einlieferung desselben in die genannte Anstalt zu veranlassen. Steyr, 29. Dezember 1903. Z. 19.863. An alle Gemeinde=Vorstehungen und k. k. Gendarmerie=Posten=Kommanden. Widerruf. Die mit dem h. ä. Erlasse vom 13. November 1903, Z. 17.114, Amtsblatt Nr. 47, angeordnete Ausforschung des Josef Sixtl ist überflüssig geworden, da derselbe wieder zu seiner Frau zurückgekehrt ist. Es sind demnach die weiteren Nachforschungen nach dem Genannten einzustellen. Steyr, 24. Dezember 1903 Z. 2170/B.=Sch.=R. An sämtliche Schulleitungen. Förderung des Tierschutzes. Der k. k. Landesschulrat hat mit dem Erlasse vom 11. Dezember l. J., Z. 4756/III, folgendes anher eröffnet: „Das Präsidium des Wiener Tierschutzvereines hat mit der Zuschrift vom 30. Oktober d. J., Z. 1800, das Ersuchen um systematische Förderung des Tierschutzes in der Schule gestellt und darauf hingewiesen, daß bei allen Unter¬ richtsgegenständen des Tierschutzes in hervorragender Weise gedacht werden kann. Durch Zitierung der mannigfachen Bibelsprüche und Gleichnisse des göttlichen Heilandes kann die Schonung der Tiere der Jugend als Gebot des Schöpfers in Erinnerung gebracht werden und auf diese Art das religiöse Gefühl in den Kindern geweckt werden, welches Gefühl seinen Ursprung hat in der Liebe und am liebevollen Umfassen aller Kreaturen Gottes. Durch Vorführung interessanter

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