Amtsblatt 1901/24 der k.k. Bezirkshauptmannschaft Steyr

des Innern und dem k. k. Handelsministerium nach hier¬ ortigem Antrag dem allgemeinen österr. Gärtnerverbande in Wien gestattet, den Tabak=Extract im denaturierten Zustande von der k. k. Tabakhauptfabrik in Hainburg unter den vor¬ geschriebenen Modalitäten, insbesondere auch zu den bis¬ herigen Preisen im Großen zu beziehen und dieses Mittel ohne weitere Formalitäten an die Gartenbau= und land¬ wirtschaftlichen Vereine, sowie an deren Mitglieder abzugeben Diese Bewilligung wurde an die Bedingung geknüpft dass der genannte Verband der k. k. Generaldirection der Tabakregie mit Schluss eines jeden Jahres (etwa bis Ende Jänner jedes Kalenderjahres) nachweisen wird, wie viel Tabakextract im Ganzen bezogen und an welche Vereine und Personen derselbe verabfolgt wurde. Ferner wolle der allgemeine österr. Gärtnerverband seine den Tabakextract (im denaturierten Zustande) be¬ ziehenden Mitglieder ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass dieser Extract laut Ministerial=Verordnung vom 23. März 1895, R.=G.=Bl. Nr. 45, als gifthältige Sub¬ stanz zu betrachten ist, daher in Gemäßheit der Bestim¬ mungen des Ministerial=Erlasses vom 21. April 1876, R.=G.=Bl. Nr. 61, § 10 und § 3, jedermann, der im Be¬ sitze von Tabakextract ist, dafür zu sorgen hat, dass bei der Gebarung mit demselben jede Gefahr für Gesundheit und Leben anderer hintangehalten und dass dasselbe insbesondere von allen Genuss= und Heilmitteln ferngehalten und nicht unter der Hand weiter abgegeben wird. Die Abgabe des Tabak=Extractes seitens des Gärtner¬ Verbandes an einzelne Mitglieder soll nur in wohlver¬ wahrten Gefäßen, welche in auffälliger Weise mit der Auf¬ schrift „Tabak=Extract“, „giftig“ versehen sind, erfolgen. Die Generaldirection beehrt sich das löbl. Präsidium hievon mit dem Beifügen in die Kenntnis zu setzen, dass die k. k. Tabakhauptfabrik in Hainburg unter einem den Auftrag erhält, den an den Verband in Fässern à 200 kg Extract=Inhalt nunmehr zur Ausgabe gelangenden Tabak¬ Extract in der mit den Herren Delegierten des Verbandes im Monate Februar besprochenen Weise (mit Holztheer) zu denaturieren. Die Generaldirection glaubt sich der Erwartung hin¬ geben zu dürfen, dass das geehrte Präsidium dafür Sorge tragen werde, dass diese Bezugserleichterungen durch ent¬ sprechende Publication in den Fachzeitschriften den Inter¬ essenten in allen Kronländern bekannt werden Ueber die erfolgten Publicationen und die getroffenen Versandt=Einrichtungen erbittet sich die General=Direction eine gefällige Mittheilung. Für die Richtigkeit: Woracz m. p. Z. 7179. Steyr, 10. Juni 1901. An alle Gemeinde=Vorstehungen des Gerichts¬ Bezirkes Steyr (Land). Die Gemeinde=Vorstehungen waren so freundlich meiner Einladung zur Ansammlung eines Fondes für zwei Stipendien zu Gunsten armer Schüler der Versuchsanstalt für Stahl= und Eisenindustrie in Steyr Folge zu leisten und haben sich mit je 25 K Beitragsleistung betheiligt. Indem ich den geehrten Gemeinde=Vorstehungen hiefür meinen besten Dank ausdrücke, bringe ich denselben zur Kenntnis, dass diese Beträge, welche für zwei Stipendien à 100 K bestimmt sind, vorläufig auf ein Sparcassabuch fruchtbringend angelegt wurden und im kommenden Schul¬ jahre nach Antrag der Direction der Fachschule und Ver¬ suchsanstalt zur Verleihung kommen werden. Steyr, 4. Juni 1901. In sämmtliche Gemeinde Vorstehungen und k. k. Gendarmerieposten-Commanden. Widerruf. Mit Beziehung auf den h. a. Erlass vom 5. Fe¬ bruar 1901, Z. 1582, Amtsblatt Nr. 6, werden die Ge¬ meinde=Vorstehungen und k. k. Gendarmerieposten=Commanden verständigt, dass der im Jahre 1878 geborene, stellungs¬ pflichtige Anton Patial laut Erlasses der k. k. o.=ö. Statthalterei vom 27. Mai 1901, Z. 10.376/IV, eruiert wurde. Z. 670 B.=Sch.=R. Steyr, 6. Juni 1901. An alle Ortsschulräthe und Schulleitungen. Die Ortsschulräthe und Schulleitungen werden in Kenntnis gesetzt, dass der II. Band des Werkes „Die deutsch=österr. Jugendliteratur“, herausgegeben von Konrad Moißl Bürgerschuldirector in Aussig, und Ferdinand Krautstengl, Volksschullehrer ebenda, im Verlage von August Grohmann in Aussig erschienen ist. Preis des I. Theiles 3 K, des II. Theiles 4 K. Mit dem erschienenen II. Bande (16 Druckbogen, Preis 4 K, mit Post 4 K 20 h) ist das Werk abge¬ schlossen. Dieser 2. Theil ist ungemein reichhaltig und be¬ rücksichtigt ebenso wie der 1. Theil alle drei Altersstufen der jugendlichen Leser; inhaltlich bietet er eine erschöpfende Aus¬ wahl geeigneter Jugendschriften in allen ihren Darstellungs¬ formen, insbesondere haben die Verfasser neben der erzählen¬ den und poetischen Jugendliteratur auch die Jugendschriften realer Richtung einer gründlichen Prüfung unterzogen, so dass beide Bände bei Neuanschaffungen der beste Rathgeber nach jeder Richtung hin sind.

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