Amtsblatt 1888/17 der Bezirkshauptmannschaft Steyr vom 20. Juni 1888

2 Z. 6094. Rn sämiiMike OMemcke-VoiMMlM uml k. k. Omtlarmerie-Posten-Eommallllm. Laut der an die k. k. o. ö. Statthalterei gerichteten Note der k. k. Statthaltern in Graz vom 17. Mai 1888 Z. 8810 ist die Einvernehmung eines gewissen Alois Mund«, Schuhmacher-Gehilfen, 35 Jahre alt, in Janschen- dorf, Bezirk Pettau, geboren und dorthin zuständig, noth ­ wendig. Dieses wird mit der Ausforderung bekannt gegeben, die Ausforschung nach dem Genannten einzuleiten und über ein positives Resultat anher zu berichten. Steyr, am 12. Juni 1888. Z. 6241. Nil sämmMie Gemsinlle-AorstckMgm. Ueber Ersuchen des steiermärkischen Landesausschusies vom 4. Mai 1888 Z. 6992 hat die h. k. k. Statthalterei in Linz mit dem Erlasse vom 4. Juni l. I. Z. 6760 anher ein Verzeichnis mehrerer als Spitalssimulanten bezeichneten Individuen gesendet. Die Gemeinde Vorstehungen werde» auf die genannten Individuen mit dem Bemerken aufmerksam gemacht, daß vom steiermärkischen Landessonde fernerhin nur dann noch für diese Vaganten Kranken-Verpflegskosten werden vergütet werden, wenn deren absolute Unabweisbarkeit zur Zeit der Spitalsaufnahme durch das ärztliche Parere nachgewiesen erscheint. Die erwähnten Individuen sind folgende: 1. Andreas Maierbichler, zuständig nach St. Mar ­ garethen, Bezirk Judenburg, 21 Jahre alt, Berg- und Hüttenarbeiter; 2. Mathias Salzinger, zuständig nach Gaishorn, Bezirk Liezen, 48 Jahre alt, Taglöhner; 3. Loren; Hock, zuständig nach St. Peter, Bezirk Leoben, 20 Jahre alt, Schneider. Steyr, am 11. Juni 1888. Z. 6186. Rn sämmilillie Gememile-VorMMgm. Anläffig der bevorstehenden Sicherstellungen des Heues, Strohes, Holzes und der Steinkohlen für das Militär, sind nachstehende Daten über anher gestelltes Ansinnen des k. k. Verpflegs - Magazins in Linz ddto. 7. d. M. Z. 757 zu sammeln und sodann von hier zusammenzustellen. u) Ist die heurige Ernte an Heu quantitativ gut, Mittel oder unter mittet gewesen? b) Welche Hoffnungen werden bezüglich der Stroh- Ernte gehegt? o) Wie ist die Heuernte in qualitativer Beziehung ausgefallen ? ä) Besteht im Gemeindegebiete nach Deckung des eigenen Bedarfes der Bevölkerung noch ein Ueberschuß an Heu und Stroh; ist dieser Ueberschuß ein großer und in welchen Absatzorten, dann in welcher Weise wird derselbe verwerthet? o) Welche größere Bezugsquellen für Brennholz bestehen, in welchem Maße und in welcher Richtung wird mit diesen Artikeln Handel getrieben? s) Wurden von der Civilbrvölkerung auch Stein- (Braun-) Kohlen zur Feuerung verwendet und welcher Provenienz sind die betreffenden Kohlen? §) Die bedeutendsten verläßlichen Geschäftsleute und Firmen, welche in diesen Artikeln arbeiten. d) Die wichtigsten Handelsorte für die erwähnten Verpflegs- Artikeln. Die vorstehenden Fragepunkte sind bis Ende Juli d. I. anher zu beantworten. Steyr, am 10. Juni 1888. Z. 6326. Nil sämnMlke Oememlle-AorMMgm, Franz Hirsch, 1845 in Bleiberg-Kreuth, Bezirk Villach, geboren, nach Grafenstein zuständig, katholisch, Witwer, Schiffszimmermann und Tischler von Profession, von mittlerer Größe, rundem Gesichte, gesunder Gesichts ­ farbe, lichtbraunen Haaren, grauen Augen, proportionirle Nase und Mund, schadhafte Zähne, Kinn- und Schnurbart, spricht deutsch, italienisch und slovenisch, stark blatternnarbig, ist ein verdorbenes, arbeitsscheues, sicherheitsgssährliches und unverbesserliches Individuum. Hirsch wurde wegen Diebstahl, Betrug, öffentlicher Gewaltthätigkeit und Vagabundage bereits 17 mal gerichtlich verurtheilt, wiederholt unter Polizeiaufsicht gestellt, im Zwangsarbeitshaufe angehalten und unzählige Male in seine Heimat verschoben. Er ist körperlich rüstig, scheint sehr gesund zu sein, ist arbeitsfähig und geschickt und ist somit in der Lage, seinen Lebensunterhalt sich selbst zu erwerben, er vagirt aber in den verschiedenen Ländern des Reiches herum, läßt sich Reisevorschüffe geben und in verschiedenen Kranken ­ häusern in Krankenpflege aufnehmen. Zufolge Erlasses der h. k. k. Statthalterei in Linz vom 6. d. M. Z. 7013/11 werden daher die Gemeinde- Vorstehungen und die Krankenhaus-Verwaltungen aus dieses Individuum ausmerksam gemacht und beauftragt, demselben ohne nachgewiesene Nothwendigkeit weder Unterstützungen noch die Krankenpflege aus Kosten der Zuständigkeits- Gemeinde zu gewähren, sondern dasselbe nach Maßgabe der Umstände der nächsten Sicherheitsbehörde zur ent ­ sprechenden Amtshandlung zu übergeben. Steyr, am 14. Juni 1888. Z. 596/B.-Sch.-R. Nn sammMle OrtrMutrMe Mll KMleitmlgm. Laut Mittheilung des k. k. Handelsministeriums kommen bei den k. k. Post- und Telegraphen-Directivnen Klagen von Seite der k. k. Behörden darüber vor, daß die von ihnen zur Postbesörderung ausgegebenen Dienstbriefe mit mehr oder weniger zerrissenen Emballagen am Bestim ­ mungsorte anlangen.

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