Amtsblatt der Stadt Steyr 1980/2

Amtsblatt der Stadt Steyr Informationen u. Nachrichten P. b. b. An einen Haushalt. Erscheinungsort Steyr. Verlagspostamt 4400 Steyr. Ausgegeben und versendet am 15. Februar 1980 Jahrgang 23

Energiesparer werden jetzt belohnt! Ab 1.1.1980 gibt es zusätzlich steuerliche Begünstigungen für energiesparende Maßnahmen in Einfamilienhäusern - Eigentumswohnungen Gemeindewohnungen - Genossenschaftswohnungen und in Betrieben. Die Sparkasse in Steyr stellt für diese Investitionen Energiespar-Kredite mit einem Gesamtvolumen von 10 Mio. Schilling zur Verfügung. Beratu ng und Unterl agen bei der • Ei Sparkasse in Steyr

Das Jubiläumsjahr ist nun angelaufen und bedeutsame kulturelle Ereignisse gehören der Vergangenheit an. So wurde auch der Ball der Oberösterreicher in Wien unter dem Titel „1000 Jahre Steyr" durch die Aufführung heimischer Vereinigungen und die Anwesenheit von mehr als 700 Steyrern eine große Bestätigung für unsere Stadt. Bei diesem Anlaß hatte ich Gelegenheit, mit Bundespräsident Dr. Kirchschläger ein persönliches Gespräch zu führen, in dem das Staatsoberhaupt sein Interesse an der Stadt Steyr und ihrem Jubiläum bekundete. Der Herr Bundespräsident teilte mir auch mit, daß er im Jubiläumsjahr dreimal nach Steyr kommen werde, um so seine Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen. Die erste Veranstaltung wird die Eröffnung der internationalen Landesausstellung über die Hallstattkultur am 22. April im Schloß Lamberg sein. Dazu wurden seitens des Landes auch die Präsidentin des Europarates und der Generalsekretär der UNO, Dr. Kurt Waldheim; eingeladen, selbstverständlich auch der Bundeskanzler und Mitglieder der Bundesregierung. Grnßes Interesse zeigte der Bundespräsident für das City-Fest am 7. Juni, wo er am Vormittag beim ll0jährigen Jubiläum der Promenadeschule anwesend sein wird und am Nachmittag den Einzug der Festdelegationen zum City-Fest am Stadtplatz mit seiner Anwesenheit beehren wird. Schließlich geht am 25. Oktober ein großer Zapfenstreich des Bundesheeres am . Stadtplatz vor sich, wo der Bundespräsident als oberster Schirmherr der Landesverteidigung ebenfalls anwesend sein wird. Mit diesen Besuche!). des Bundespräsidenten wird neuerlich die Anerkennung der höchsten Stellen des Staat~:s für die Stadt Steyi: und ihre Bürger zum Ausdruck kommen. Wir dürfen auf diese .Bestätigung alle mitsammen stolz sein. Weniger erfreulich; im Interesse der städtischen Entwicklung aber notwendig, sind Entscheidungen des Gemeinderates, die eine Erhöhung von Tarifen und Gebühren zu verschiedenen Terminen in diesem Jahr vorsehen. Einschränkungen von Finanzmittelzuteilungen durch Bund und Land einerseits und notwendige Weiterentwicklungen der Stadt andererseits verlangen, daß von Zeit zu Zeit Tarife und Gebühren eine Anpassung erfahren. Das betrifft die verschiedensten Bereiche, wie Bäder, Kunsteisbahn, aber auch die Kanalgebüliren und die städtischen Verkehrsbetriebe. Eines kann aber mit einer gewissen Genugtuung gesagt werden, daß man bei all diesen Veränderungen bemüht ist, z.B. im Verkehrsbetrieb dqrch zwei neue Gelenkbussedas Verkehrsnetz zu verdichten, von halb- auf viertelstündige Turnusse zu gehen und im Bereich Resthof eine eigene Zubringerlinie aufzubauen. Weiters verlangt eine saubere Umwelt die Weiterführung .einer geordneien und sicheren AbwasserUeseitigung durch ' entsprechende Kanalsysteme, deren Bau oft Verkehrsschwierigkeiten auslösen, aber unumgänglich sind. In den Bädern soll die Verweildauer verlängert werden. Trotz all dieser sicherlich nicht gern geseh<a;nen Erhöhungen wird es nach wie vor zu keiner vollen Kostendeckung in diesen Bereichen kommen können, sondern lediglich mit einer Verminderung des Defizites zu rechnen sein. Schließlich glaube ich, daß ,die Entscheidung des Gemeinderates insofern Verständnis find~n wird," als sie beitragen soll, alle Lebensbereiche der Stadt zu sichern und fallweise auch zu verbessern. Es wäre ein großer Fehler, durch Unterlassung solcher Maßnahmen die Entwicklung de:i; Stadt auf ein Nullwachstum einzubremsen. Nachdem mit weniger Mittelzuteilungen von Bundes- und Landeskörperschaften zu rechnen ist, muß man im eigenen Bereich für den Interessenausgleich auch auf diesem Weg Sorge tragen. Franz Weiss Bürgermeister 3/39

Für Bundespräsident Dr. Kirchschläger und Landeshauptmann Dr. Ratzenböck brachte der Ball der Oberösterreicher in Wien offenbar viel Spaß. Steyr repräsentierte Oberösterreich in Wien 4/40 Konzert der Steyrer Stadtkapelle in den Sofiensälen. Fotos: Kranzmayr sfeyr

Zu einem besonders glanzvollen Höhepunkt kurz nach dem Auftakt des Festjahres wurde der Ball der Oberösterreicher in Wien, dessen schon traditioneller heimatlicher Festakt unter dem Motto „100 Jahre Stexr" und „Hallstattkultur" gestanden ist. Uber 4500 Besucher haben sich am 19. Jänner in den prächtig geschmückten Wiener Sofiensälen eingefunden und einen Ball erlebt, der durch die Anwesenheit der höchsten Repräsentanten des Staates und des Landes Oberösterreich ausgezeichnet war. Im Mittelpunkt des bis in die frühen Morgenstunden des 20. Jänner dauernden Ballfestes stand der heimatliche Festakt mit dem Einzug der österreichischen Landsmannschaften und der großen Abordnung aus Oberösterreich. Zu den Klängen der Stadtkapelle Steyr führte Bürgermeister Franz Weiss mit Mitgliedern des Stadtsenates die Steyrer Delegation an. Ihm folgte eine starke Abordnung der Goldhaubengruppe, die Jagdhombläsergruppe Garsten (die bereits für Bundespräsident Dr. Kirchschläger und Landeshauptmann Dr. Ratzenböck bei ihrem Eintreffen in den Sofiensälen ein Ständchen geblasen hatte), der Männergesangverein „Sängerlust" , der Trachtenverein und die Schwerttanzgruppe. Der Ehrenprotektor des Balles, Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck, hob in Steyr Die Darbietungen des Steyrer Trachtenvereines wurden mit großem Applaus bedankt. Einzug der Steyrer Delegation mit Bürgermeister Franz Weiss an der Spitze. begeisternder Weise die Schönheiten Steyrs hervor und lud zum Besuch der internationalen Landesausstellung in diesem Jahr ein. Bundespräsident Dr. Kirchschläger betonte die Verbundenheit aller Bundesländer, die jedes Jahr durch dieses Ballfest zum Ausdruck kommt, und verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, daß er noch nie zu einem Stadtjubiläum so viele Einladungen erhalten habe wie zur 1000-Jahr-Feier Steyrs. Die folkloristische Gestaltung des Festaktes hatten der MGV „Sängerlust", der Trachtenverein und die Schwerttanzgruppe Steyr sowie die Salinenmusikkapelle Hallstatt übernommen. Als Tanzmusik fungierten im großen Saal abwechselnd die Stadtkapelle Steyr und die Salinenmusikkapelle Hallstatt. Die vom Verein der Oberösterreicher in Wien unter Obmann Konsulent Ferdinand Hasibeder seit Jahren durchgeführte Ballveranstaltung zählt zu den größten Bällen in der Bundeshauptstadt und ist in i4rer Art einmalig. Durch die Wahl des Mottos für den heurigen Ball wurde Steyr Gelegenheit geboten, nicht nur mit einer fast 700köpfigen Besuchergruppe in Erscheinung zu treten, sondern auch Gäste aus nah und fern auf das Stadtjubiläum aufmerksam zu machen und sie zum Besuch unserer Stadt einzuladen. * Bei dem aus Anlaß der 1000-Jahr-Feier von der Stadt veranstalteten Jubiläumsball konnte Bürgermeister Franz Weiss am 11. Jänner eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik sowie die Leiter von Behörden, Klubs und Vereinen im Stadtsaal begrüßen. Zum festlichen Auftakt tanzten die Maturaklassen der Bundeshandelsakademie Steyr die Fächerpolonaise. Bis Mitternacht 5/41

" 1 t 6/42 Zum Ball nach Wien kam auch eine Abordnung der Steyrer Goldhaubengruppe. spielte die Tanzmusik der Stadtkapelle Steyr unter der Leitung von Dir. Prof. Rudolf Nones zum Tanz auf. Mit großem Beifall wurde die von den Schülern der Bundeshandelsakademie getanzte Mitternachtseinlage, ein Kasa tschok, aufgenommen . Nach einer umbaubedingten Musikpause sorgte für den Rest des Balles die Stardust Combo für flotte Tanzmusik. Der Jubiläumsball war der erste Ball im neuen Stadtsaal, den die Stadtgärtnerei mit viel Geschmack festlich geschmückt hatte. Die gute Stimmung, die während des ganzen Abends unter den Ballbesuchern herrschte, und die Tatsache, daß viele Gäste bis nach 4 Uhr früh eifrig das Tanzbein schwangen, hat den Initiatoren die Richtigkeit der Entscheidung bestätigt, einen repräsentativen Ball in die Reihe der Festveranstaltungen aufzunehmen. Der Männergesangsverein „Sängerlust" (im Bild oben) begeisterte in Wien mit gut einstudierten Chorliedern. Fotos: Kranzmayr Die Jagdhornbläsergruppe Garsten begrüßte Bundespräsident Dr. Kirchschläger und Landeshauptmann Dr. Ratzenböck mit einem Ständchen. sfeyr

Revitalisierung des Sch iffmeisterhauses Die Stadt Steyr investiert für die Revitalisierung ihres denkmalgeschützten Schiffmeisterhauses (im Bild) 400.000 S und vermietet das Haus dem 2500 Mitglieder zählenden Skiklub Steyr, der durch Eigenleistungen eine halbe Million Schilling einbringen will, um das Gebäude wieder bewohnbar zu machen. Durch diese Initiative ist nun der Bestand des umstrittenen Gebäudes an seinem ursprünglichen Platz gesichert. Im Zusammenhang mit einem Hotelbau war früher erwogen worden, das Haus an das linke Ennsufer zu versetzen. Stadt leiht 30 Millionen Schilling Zur Finanzierung kommunaler Projekte beschloß der Gemeinderat die Aufnahme von Darlehen in der Höhe von 30 Millionen Schilling. Die Darlehen haben eine Laufzeit von zwanzig Jahren. Mehr Parkraum in Christkindl Der Stadtsenat bewilligte 145.000 Schilling für die Schaffung zusätzlicher Parkplätze in Christkindl, wo besonders zur Weihnachtszeit Abstellplätze fehlen . Durch den Abbruch der alten Schule kann der Parkraum gewonnen werden. Die Zufahrt ist von der Schwammingerstraße aus möglich. stt>yr 920.000 Schilling für Pflasterung des Schloßhofes Für die Sanierung des Hofes im Schloß Lamberg bewilligte der Gemeinderat 920.000 Schilling. Auf einer Fläche von 2327 Quadratmetern wurde ein neues Pflaster verlegt. Das Land Oberösterreich hat für dieses Projekt Pflastersteine im Wert von 742.000 Schilling bereitgestellt, so daß sich für die Sanierung des Schloßhofes insgesamt Kosten in der Höhe von 1,6 Millionen Schilling ergeben haben. Lustbarkeitssteuer fließt wieder Sportvereinen zu Die Stadtgemeinde gibt die von den Sportvereinen eingezahlte Lustbarkeitssteuer nach Abzug der Kriegsopferabgabe den Vereinen wieder im Subventionsweg zurück. Für 1979 sind das insgesamt 175 .000 Schilling. Allein an den Sportklub Vorwärts fließen 144.000 Schilling zurück. FÜR DIE FERTIGSTELLUNG der Asphaltierungsarbeiten in der Waldrandsiedlung bewilligte der Stadtsenat 290.000 Schilling. Asphaltiert wird noch im Brandgraben, in der Edelweißgasse und am Gmainplatz. 850.000 Schilling für Fußweg Der Gemeinderat bewilligte 850.000 Schilling für die Errichtung eines Fußweges um das Schloß Lamberg. Für den nördlich gelegenen Fußweg ist eine sechs Meter lange Hangbrücke notwendig. Es muß auch der Zaun auf der Stützmauer zwischen Schloß und Schloßberg bzw. Zwischenbrücken erneuert werden. Die Bundesforste haben zugestimmt, daß dieser Fußweg auch nach der Hallstattausstellung öffentlich benützbar ist. Höhere Ausspeisungsbeiträge Da sich der Zuschußbedarf für die Ausspeisung in den Kindertagesheimstätten pro Mahlzeit bereits auf 10 Schilling und bei den Horten auf 11.50 Schilling erhöht hat, beschloß der Gemeinderat eine Anhebung des Abgabepreises in den Kindertagesheimstätten von 17 auf 19 Schilling und in den Horten von 19 auf 21 Schilling. Auf Grund der gestiegenen Kosten hat der Stadtsenat den Tarif für Mittagessen, das an die Insassen der Pensionistenheime und den Verein Lebenshilfe abgegeben wird, um 1.50 Schilling auf 29 .50"Schilling pro Mahlzeit erhöht. Die Stadt leistet pro Portion einen Zuschuß von 2.50 Schilling. Riha kooperiert mit Thyssen Die hundert Mitarbeiter zählende Firma Riha in Steyr hat mit dem ThyssenKonzern einen langfristigen Kooperationsvertrag über Produktion und Vertrieb neu entwickelter Sektionaltore aus Kunststoffhohlkammerprofilen geschlossen. Das vereinbarte Vertragsvolumen beläuft sich vorerst auf 8 Millionen Schilling und kann jederzeit erhöht werden. Die neu entwikkelten Tore haben gute Marktchancen, weil sie besonders lichtdurchlässig sind und eine hervorragende Wärmeisolierung haben, wodurch sowohl bei Heizung als auch Beleuchtung Energie gespart wird. 7/ 43

H errlich restauriert wurde das Refektorium des ehemaligen Dominikanerklosters. Das Tonnengewölbe ziert frühbarocker Stuck mit reizvollen Formen. Auch die Nebenräume des Saales wurden nach Bildern im Diözesanarchiv wieder in ursprünglichem Zustand hergestellt. Der stimmungsvolle Barocksaal hat 150 bis 200 Sitzplätze und eignet sich besonders für Kammerkonzerte, Vorträge und Veranstaltungen, für die ein festlicher Rahmen gewünscht wird . Der Dominikanersaal ist nicht nur Pfarrsaal, er steht auch Vereinen und für private Veranstaltungen zur Verfügung. Für die Restaurierung der Marienkirche und den Ausbau des ehemaligen Dominikanerklosters zu einem Bildungszentrum wurden bisher 15 Millionen Schilling aufgewendet. Am Restaurierungswerk hat sich auch die Stadtgemeinde Steyr durch finanzielle Förderung beteiligt. 8/ 44 im Streiflicht der Vormi1tagssonne offenbart sich besonders eindruck svo ll die Schönheit des Raumes mit seinen reizvo llen A rchitekturelementen. Maß und Form dieses frühbarock en Saales vermitteln einen hohen Erlebniswer1. steyr

Im Bild oben das kunstvoll gearbeitete Wappen eines der früheren Besitzer. Es hat wieder seinen Platz über der Haustür. Haus am Kai in neuem Kleid Die Schönheit des Steyrer Stadtbildes wird geprägt durch die Individualität seiner Fassaden. Das Haus Ennskai 6 (links im Bild) präsentiert sich nach der Restaurierung durch Otto Götzinger in besonders reizvoller Eigenart. Die Renaissancefassade - das Haus ist gotischen Ursprungs - schmückt im Giebel- und Erdgeschoßbereich sti lisiertes Quaderwerk (Rustica). Sgraffiti umspielen die wohlproportionierten Fenster. Die Schönheit der architektonischen Details wird großartig gesteigert durch das Dasein des Baumes. Die Stadtgemeinde hat die Fassade ihres Gebäudes neben dem Stadtplatz mit einem Kostenaufwand von 68.000 S res1auriert. Das Geburtshaus Franz Wickhojfs trägt ein gotisches Maßwerkfries. Die barockisierte Fassade hat Rokoko-Fensterkörbe. Steyr Diese unsere Gesellschaft muß Architektur wieder als kulturelle Verpflichtung verstehen lernen, erst dann gibt es eine Hoffnung für eine breite Bewegung echt verstandener moderner Architektur. Robert Krier ARCHITEKTONISCHE DOMINANTE am Beginn des Grünmarktes ist dieses herrliche Renaissancehaus , das sein neuer Besitzer, die Firma Uhren-Schmuck Schmollgruber stilvoll restauriert hat. Nach einem Brand, der das vorher gotische Gebäude 1522 zerstörte, wurde das Haus um 1580 neu aufgebaut und erh ielt seinen fünfeckigen Grundriß und die bis heute unveränderte Fassade. j • • ..l ~ ' i -· ; 1 ~ Friedrich Schmollgruber, ein kunstsinniger Steyrer Bürger, führt nun die Tradition des Hauses fort: Im Erdgeschoß werden nun fünf Geschäftslokale im Boutiquencharakter ha rmonisch in die Renai ssanceArchitekt ur des Hauses integriert. In den Kellerräumen plant Fr iedrich Schmollgruber ein öffent lich zugängliches Museum mit 200 Eisenuhren , zum Großteil alte Turmuhren a us dem Raum Steyr. Fotos: Hart lauer 9/ 45

HALLSTATTKULTURFRÜHFORM EUROPÄISCHER EINHEIT Bundespräsident Dr. Kirchschläger eröffnet am 22. April im Schloß Lamberg in Steyr die internationale Ausstellung „Die Hallstattkultur - Frühform europäischer Einheit". Auf 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden bis 26. Oktober Leihgaben österreichischer Museen , aber auch wertvollste Exponate aus prähistorischen Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Jugoslawien, Ungarn, der Schweiz, Tschechoslowakei und Sowjetunion zu sehen sein . Diese Ausstellung des Landes Oberösterreich ist von europäischer Bedeutung: Sie wird nach Steyr auch in Paris gezeigt werden. 10/ 46 Steyr

Der Weinmischkrug von Vix (Frankreich), im Bild rechts oben, entstand im 6. Jahrhundert vor Christus und ist eines der schönsten Exponate der Ausstellung über die Hallstattzeit im Schloß Lamberg. Das Bild oben und das Bild rechts zeigen Details des kunstvoll gearbeiteten Gefäßes. S(t'}'I' B ei einer Presseführung im Schloß Lamberg informierte Landeshauptmann Dr. Ratzenböck über den Stand der Vorbereitungen für die internationale Ausstellung. Um die Konzentration der Besucher ganz auf die Exponate der Hallstattzeit zu konzentrieren, wird in den Ausstellungsräumen das Barocke verkleidet und eine eigene Atmosphäre geschaffen. Alle Erkenntnisse moderner Präsentation des Themas wurden in das Ausstellungskonzept eingebracht. Große Fotomontagen und Leuchtdias sollen den Besuchern neben den Exponaten aus den großen europäischen Sammlungen die Fülle der Funde und der Details vermitteln. Da Landeshauptmann Dr. Ratzenböck eine Reise nach China antritt, wurde der Eröffnungstermin vom 25. auf den 22. April vorverlegt. Der 23. April wird ein „Tag der offenen Tür" sein, einen Tag später werden die Schuldirektoren zur Besichtigung der Ausstellung geladen. ,,Wir wollen darauf aufmerksam machen, auf welch altem Kulturboden wir leben", sagte Dr. Ratzenböck, der darauf Wert legt, daß im Rahmen des Unterrichts der Schuljugend dieses Kulturgut besonders nahegebracht wird . Für die Sanierung und Restaurierung des Schlosses Lamberg hat der Bund als Besitzer des Objektes bisher 20 Millionen Schilling investiert, das Land sieben Millionen Schilling. Wie Bürgermeister Weiss bei der Pressekonferenz mitteilte, investiert die Stadtgemeinde für die Gestaltung der Außenanlagen fünf Millionen Schilling. Die für die Hallstattausstellung adaptierten Räumlichkeiten werden später der Stadt Steyr für Sonderausstellungen zur Verfügung stehen. Im Frühling 1734 machten Knappen des Bergwerkes Hallstatt im damaligen Kammergut einen seltsamen Fund: sie entdeckten den „Mann im Salz", einen Toten, der erst vor wenigen Tagen gestorben zu sein schien, aber so seltsam gekleidet war, daß man ihn sofort als „Heiden" einschätzte und rasch in der Ecke des Hallstätter Friedhofes verscharrte. Hätte man den Leichnam und vor allem seine Kleidung aufbewahrt oder sie zumindest beschrieben, wären etliche Geheimnisse, die den Prähistorikern heute noch Kopfzerbrechen bereiten, gelöst. Rund hundert Jahre später - 1846 - faßte der Hallstätter Bergmeister Johann Georg Ramsauer den Entschluß, auf dem Terrain des urgeschichtlichen Hallstatt Grabungen durchzuführen, und er hatte Erfolg: er konnte 980 Gräber freilegen, aus denen fast 20.000 Gegenstände der verschiedensten Art geborgen wurden. Trotzdem erkannte man erst im Laufe von Jahrzehnten den wirklichen Wert der „Hallstätter Totenstadt", die schließlich Weltgeltung erlangte und einer ganzen Epoche den Namen „Hallstattzeit" verli~. . Diese „Hallstattzeit" dauerte vom 8. bis zum 5. vorchristlichen Jahrhundert und war keineswegs auf Österreich beschränkt. Die Prähistoriker unterscheiden zwischen einem Westhallstattkreis und einem Osthallstattkreis: beide umschließen den Be11 / 47

reich von Rußland bis Frankreich mit Kontakten zu Südeuropa, zu den Griechen und Etruskern. Am deutlichsten sprech~n für die Hallstattzeit die kulturellen Erzeugnisse. So fand man als Grabbeigaben eine Fülle von Fibeln, mit denen die Frauen ihre Kleider - gewissermaßen wie mit einer Sicherheitsnadel - zusammenhielten. Die Fibeln sind so zahlreich, daß man sie - nach ihrer Form - in Tierfibeln, in Kahnfibeln, in Halbmondfi - beln, in Schlangenfibeln, in Scheibenfibeln und in Spiralfibeln ordnete. Dazu kommen Nadeln, Ringe, Gürtel, Kultgegenstände, Gefäße usw. Alle diese Dinge verraten einen hohen Geschmacksinn und ein bedeutsames künstlerisch-hand~erkliches Können. Das Wissen um den hallstattzeitlichen Menschen nimmt laufend zu: Forscher und Gelehrte sind bemüht, immer mehr von ihm zu erfahren, und das ist nötig, denn es gibt noch viel Ungeklärtes. Dazu gehören die Fragen nach der Religion, nach den Formen des Gemeinwesens und der Gesellschaftsstruktur, nach der Stammesgliederung und nach dem Zusammenleben überhaupt. Es fehlen eben für die Hallstattzeit weitestgehend schriftliche Zeugnisse, wodurch die Arbeit der Wissenschaftler sehr erschwert wird. Das Land Oberösterreich sieht es nun als eine Aufgabe an, das Thema „Hall12 / 48 Weinkanne aus Bronze, Ende 8. Jahrhundert vor Christus, aus Pertuis (Frankreich). stattzeit und Hallstattkultur" in jeder Hinsicht zu unterstützen und zu fördern . Die Ursache für dieses Bemühen ist leicht erklärbar: die Siedlung Hallstatt - urkundlich 1311 als Markt bezeichnet - liegt in Oberösterreich, und die „Hallstattzeit" wird nach ihr benannt. Es war daher ein langgehegter Plan, in Oberösterreich eine internationale Ausstellung zu etablieren, mit der die gesamte Hallstattkultur präsentiert werden soll. Als Ort dazu wurde die Stadt Steyr bestimmt, die 1980 ihre Gründung vor tausend Jahren feiert. Für die Ausstellung „Die Hallstattkultur - Frühform europäischer Einheit", die am 22. April 1980 eröffnet wird, mußte das Schloß Lamberg zu Steyr umfassend renoviert werden. Für die Schau stehen 1500 Detail der Weinkanne aus Pertuis. Quadratmeter zur Verfügung; als Leihgeber scheinen neben österreichischen Museen prähistorische Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Jugoslawien, Ungarn, in der Schweiz, der Tschechoslowakei und der Sowjetunion auf. Als Höhepunkte und Schätze von Weltbedeutung werden unter anderem das Golddiadem aus dem Fürstengrab von Vix, der Fund von Fokoru aus Budapest, die Situla (Schnabelkanne) von Vace (Laibach) und ein hallstattzeitlicher Panzer samt Maske und Händen gezeigt. Ein Stollen, wie er vor mehr als 2000 Jahren zum Salzabbau Verwendung fand, wird originalgetreu nachgebildet und kann von den Besuchern begangen werden. · Die Akademie der UdSSR hat dem Land Oberösterreich offiziell zugesichert, daß sie für die internationale Ausstellung „Die Hallstattkultur" wertvolle Leihgaben zur Verfügung stellt. Bei den Gegenständen handelt es sich um Funde aus der Zeit von etwa 900 bis 650 v. Chr. Da die Hallstattkultur an diese Epoche anschließt, sind die sowjetischen Exponate für die Schau im Schloß Lamberg von ganz besonderer Bedeutung. Zu erwarten sind Dolche, Schleifsteine, Schläfenringe, Fibeln und Gefäße aus Gold, Bronze und Eisen, die in einem Kurgan (Grabhügel) im Gebiet von Laporoschje entdeckt wurden . Nach Steyr kommen ferner der Hauptfund aus dem Kurgan des Dorfes Zolnoje bei Simferopol und der Schatz von Nowotscherkassk, der vorwiegend aus Bronzeobjekten besteht. Außerdem werden zahlreiche Einzelstücke wie Zaumzeug, Pfeilspitzen, ein Schwert, eine Axt usw. erwartet, die zum Teil aus dem Kurgan von Nosatschewo stammen. Die Leihgaben werden von zwei sowjetischen

Archäologen begleitet, die während der ganzen Ausstellungsdauer in Steyr Dienst versehen. Eine Reihe österreichischer Fachschulen beteiligt sich in beispielgebenderweise an den Vorbereitungen zur internationalen Ausstellung des Landes Oberösterreich. Genau 110 Jahre nach der Entdeckung von Wagenresten in der Byci-skala-Höhle in Südmähren durch den Bergarzt Dr. Heinrich Wanke! aus Blansko wird von der Höheren Technischen Lehranstalt Steyr eine Rekonstruktion -dieses fürstlichen Wagens angefertigt, der über und über mit figural und ornamental verzierten Bronzeblechen beschlagen ist. Die Nachbildung dieses Wagens erfordert ein hohes Maß an handwerklichem Geschick, da die Speichen der Räder nach Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit auf Grund der raffiniert angeordneten Profilierungen den Eindruck einer pulsierenden Spirale vermitteln. Die Bundesfachschule für Holzbearbeitung in Hallstatt baut das Wagenrad von Großeibstadt und die Höhere Technische Bundeslehranstalt I, Linz, eine hölzerne Grabkammer aus dem Fürstenhügel Hoh- .michele, Kreis Saulgau (Württemberg) nach. Die Grundlagen zur Rekonstruktion dieser Grabkammer ergeben sich aus den vielen Holzteilen, die in teils festerem, teils morschem Zustand bei den Grabungsarbeiten am Riesengrabhügel von Hohmichele im Jahre 1880 aufgefunden wurden. Von der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie in Wien werden an Hand von Stoffresten aus den vorgeschichtlichen Bergwerken des Hallstätter Salzberges größere Gewebeteile nachgewebt. Es ist in diesem Zusammenhang interessant zu erwähnen, daß das Salz nicht nur Textilreste, sondern auch deren Farben konserviert hat. Nach dem von W. Hofrat Dir. Dr. Wilhelm Angeli (Naturhistorisches Museum Wien) erstellten Konzept besteht die Ausstellung aus vier Bereichen. Im ersten ist die „Fährte der Hallstattzeit" von Rußland bis Hallstatt zu verfolgen. Im zweiten Bereich werden Hallstatt selbst und seine Fundstellen präsentiert: zunächst das GräSteyr Goldener Halsring, 6. Jahrhundert vor Christus, aus einem Fürstengrab in Uttendorf, Oberösterreich. berfeld, dann die einzelnen Phasen der Besiedelung des Salzbergtales und schließlich die Abbaumethoden im Salzberg. Der dritte Bereich gilt dem hallstattzeitlichen Alltag: sichtbar gemacht durch Bekleidung, Bewaffnung, Technik, Siedlung und Totenbrauchtum. Der Bereich IV zeigt die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Ost- und Westhallstattkreis sowie zu den Griechen und Illyrern, wozu hervorragende Funde zur Verfügung stehen. Nach den Intentionen Dr. Angelis Die Wasserkanne von Grächwill (Schweiz) . Im Bild unten hallstattzeit liehe Goldschale aus A ltstetten bei Zürich. ist es ein Hauptanliegen, keine Fachausstellung zu gestalten, sondern eine Schau, in der sich jeder, dem das Thema in irgendeiner Form anspricht, mühelos orientieren kann. Es ist deshalb zu erwarten, daß die Ausstellung „Die Hallstattkultur - Frühform europäischer Einheit" im Schloß Lamberg zu Steyr das Interesse breitester Kreise wecken wird und ein Zentrum des Ausstellungssommers 1980 in Europa bildet. 13 / 49

Der Steyr-Daimler-Puch-Konzern plant für 1980 eine Umsatzsteigerung um 25 Prozent auf 17 Milliarden Schilling. Wie Generaldirektor-Stellvertreter Johann Julius Feichtinger in seiner Ansprache beim traditionellen Neujahrsempfang mitteilte, resultiert der kräftige Umsatzzuwachs zu 15 Prozent aus neuen Produkten oder Märkten, der neuen Traktorenreihe und dem Produktionsbeginn in Nigeria, ,,fünf Prozent Steigerung liegen in der allgemeinen Anstrengung, fünf Prozent kommen aus der zu erwartenden Inflation", sagte Feichtinger, „wenn wir daher zuversichtlich dem Jahr 1980 entgegenblicken, heißt das nicht, daß die Prognose für die achtziger Jahre allgemein gilt; die achtziger Jahre werden geprägt sein von einer Konsolidierungsphase im unternehmerischen wie in:i sozialen Bereich." Feichtinger gab einen Rückblick auf die Konzernstrategie des vergangenen Jahrzehnts: Zwischen 1970 und 1979 hat das Unternehmen 5,5 Milliarden Schilling investiert. Das ist mehr als in den 25 Jahren zuvor. Im Jahr 1970 schafften 17.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 4,9 Milliarden. 1979 produzierten 17.700 Mitarbeiter bereits 13,5 Milliarden. Das entspricht einer Umsatzsteigerung pro Mitarbeiter von 298.000 auf 770.000 Schilling. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine gigantische Anstrengung und der Erfolg einer Konzernstrategie der Kooperationsverträge bzw. Töchtergründungen, die das, Ziel hatte, neue Märkte zu eröffnen, Produktionskapazitäten auszulasten, die Entwicklungs- und Einrichtungskosten und damit die Herstellungskosten mittelfristig zu reduzieren. Die wesentlichen Kooperationsverträge begannen 1970 in Spanien mit der Erzeugung von Mopeds in Gijon, wo pro Jahr Am Beginn des neuen Jahrzehnts setzt sich Steyr große Ziele bereits 50.000 Stück gefertigt werden. 1972 wurde Steyr-Hellas gegründet, ein Vertrag, der durch den Regierungswechsel in Griechenland bald zur Hypothek wurde. Steyr trat aber 1979 die Mehrheit des Unternehmens der griechischen Staatsbank ab. Durch langfristige Liefer- und Managementverträge ist Steyr nun der Beschäftigungssorgen entbunden. Ein 2,5Milliarden-Schilling-Auftrag über Lastkraftwagen und Motoren sichert für die nächsten Jahre die Auslastung dieser Fabrik. Damit hat für Steyr das sicherlich nicht kleine Risiko ein gutes Ende genommen. 1975 wurde ein Kooperationsvertrag mit der polnischen Pol-Mot abgeschlossen , ein Milliardenprojekt über die Lieferung und den Bau schwerer Lkw und Aggregate. 1976 wurde Steyr-Nigeria gegründet. Das im Vorjahr eröffnete Werk entwickelt sich sehr zufriedenstellend. 1977 wurde neben dem Kooperationsvertrag mit Eine der großen zukunftsorientierten Investitionen in Steyr ist das zentrale Nachschublager (das langgestreckte Gebäude in der Mitte des Bildes), das 251 Millionen Schilling kostet und im Jänner dieses Jahres fertiggestellt wurde. Es umfaßt 50.000 Lagerplätze. Durch Prozeßrechner ist ein schneller Zugriff gegeben. Das Unternehmen senkt mit der neuen Organisation die Lagerkosten und erhöht durch die damit verbundenen finanziellen Einsparungen die Wettbewerbsfähigkeit. Foto: Hartlauer 14/ 50 steyr

Klöckner-Humboldt-Deutz für Traktorentriebwerke auch die Geländefahrzeuggesellschaft mit Daimler-Benz gegründet. Die im vergangenen Jahr aufgenommene Produktion soll heuer den Planwert von 10.000 Stück erreichen. 1978 wurde ein Lizenzvertrag mit der Türkei zur Erzeugung von Traktoren abgeschlossen. 1979 wurde die Steyr-BMW-Motorengesellschaft gegründet und mit dem amerikanischen Unternehmen Murray in Ohio eine Mopedproduktion vereinbart, für die Motoren aus Graz geliefert werden. Feichtinger erinnerte, daß mit dem wirtschaftlichen Erfolg dieser Konzernstrategie auch wesentliche soziale Fortschritte und beachtliche Erhöhungen der Durchschnittsverdienste erreicht werden konnten. So stieg innerhalb dieses Jahrzehnts der durchschnittliche Stundenverdienst eines Arbeiters von 27.68 auf 73 .51 Schilling, das durchschnittliche Angestelltengehalt von 6031 auf 16.866 Schilling. In seiner Vorschau auf die Konzernpolitik der achtziger Jahre sagte Feichtinger: „Auf der Unternehmerseite gilt es , die abgeschlossenen Verträge zu realisieren und unsere Produktlinien den Gegebenheiten anzupassen bzw. zu prüfen, in welche Produkte man weiter investieren kann und welche durch neue zu ersetzen sind . Hier gilt es, unter Hintanhaltung von Sparteninteressen, zu einer konzernweiten Optimierung unserer Produktpalette und Fertigungsstätten zu kommen. Wir sind ein diversifiziertes Unternehmen und können daher unsere Finanzsteyr möglichkeiten jenem Produkt zuwenden, das die größten Zukunftschancen zu erwarten hat. Jedes Produkt durchläuft einen Lebenszyklus , und es gibt daher keinen Grund, die Gewinne in jenes Produkt zu reinvestieren, aus dem sie kommen, wenn keine Zukunftserwartungen gegeben sind. Die durch die Rohstoffverknappung und Verteuerung aufgeworfenen Probleme werden wir nur dann meistern können, wenn die Chancen, die eben diese Entwicklung aufwirft, von uns voll genützt werden. Nachdem sowohl unsere finanziellen als auch unsere menschlichen Kapazitäten begrenzt sind, heißt das selektiv entwikkeln und investieren. Um das zu können, müssen wir über den Sparten- und Bereichsschatten springen und dort unsere Kraft einsetzen, wo die Chancen möglichst groß sind . Für unseren Bereich gilt es , Produkte zu entwickeln, die der Rohstoffverknappung und Verteuerung sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb gerecht werden . Damit wir Investitionsmittel für diese technischen Neuerungen haben, gilt es, mit dem Vorhandenen ein Maximum zu erreichen. Dieses Maximum ist aber nur dann erreichbar, wenn alle Produktionsfaktoren optimiert werden und so die Lohnstückkostensteigerung unter der Inflationsrate bleibt. Große Sorge bereitet mir in diesem Zusammenhang die Diskussion um eine weitere Arbeitszeitverkürzung. Ich weiß, daß dies ein heißes Kapitel ist, weil man immer gesagt hat, eine Arbeitszeitverkürzung ruiniert die WirtGeneraldirektor-S tellvertreter Johann Julius Feichtinger: ,, Soweit wir es h'eute abschätzen können, werden die achtziger Jahre geprägt sein von Rohstoffverknappung und Vert euerung, von Produktionsüberkapazitäten und daraus resultierend ein harter Konkurrenzkampf mit protektionistischen Maßnahmen. Wahrscheinlich wird sich die Schere des Lebensstandards zwischen entwickelten und entwicklungsfähigen Ländern weiter öffnen. Und nicht zuletzt wird neuen Technologien der Durchbruch gelingen. Den daraus resultierenden Span - nungen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet können wir nur unsere menschlichen und geistigen Ressourcen gegenüberstellen. Die größte Chance zur Bewältigung dieses Strukturwandels liegt im menschlichen Kapital unseres Unt ernehmens. Das höhere Bildungsniveau, die Bereit - schaft zur Weiterbildung und die Eigeninitiative sind die Standortvorteile unseres Konzerns in den achtziger Jahren. " Werkfoto schaft. Sie lebt heute noch und das nicht schlecht. Ich glaube aber, daß wir nun das Limit erreicht haben. Im Jahre 1978/79 haben wir durchschnittlich 200 Tage gearbeitet, das gibt einen Jahrdurchschnitt von 1600 Stunden, d. s. 18 Prozent der Gesamtzeit. Es erhebt sich daher die Frage, ob eine weitere Arbeitszeitverkürzung sinnvoll ist. Ob sie den menschlichen Bedürfnissen entspricht, und ob dann der Lebensstandard, den wir uns leisten, gehalten werden kann. Die Industrie könnte sie durch Rationalisierung und Mechanisierung bei mehrschichtigem Betrieb sicherlich verkraften. Es bleibt die Frage der Klein- und Mittelbetriebe, des Sekundär- und Tertiärsektors, in dem die weitaus meisten Menschen in unserem Land arbeiten . WolJen wir Menschen mit verschiedenen Verpflichtungen schaffen? Ein wesentlicher Faktor in dieser Frage - und ich glaube unser größtes Kapital - sind unsere Mitarbeiter. " Zentralbetriebsrat Josef Schmid! betonte, daß zur guten Entwicklung des Unternehmens auch die verantwortungsvolJe Politik der Gewerkschaft maßgeblich beigetragen habe und erinnerte, daß bei Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung die Wirtschaft immer von Ruin geredet habe, tatsächlich aber habe die österreichische Wirtschaft in den siebziger Jahren trotz weiterer Arbeitszeitverkürzung und erhöhten Urlaubsansprüchen einen ungeahnten Aufschwung genommen. 15 / 51

Als Dr. Koerner 1963 von Graz nach Steyr kam, wo llte er nicht lange in dieser Stadt bleiben. Heute ist Dr. Koerner ein begeisterter Stey rer und gesteht: ,, I ch liebe diese Stadt. " Dr. Koerner war zunächst Leiter der verwaltungspolizeilichen Abteilung. 1966 wurde er zum Behördenleiter bestellt. Foto: Hartlauer G~oßzügig sem und nicht gleich strafen ,, Ich bin ein Feind jeder Amtskappelmentalität, unsere Arbeit ist ein Dienst für die Bevölkerung, um deren Vertra uen wir uns stets bemühen", sagt Oberpolizeirat Dr. Wolfgang Eidherr, 48, der mit Beginn dieses Jahres die Leitung der Bundespoli ze idirektion Steyr übernommen hat. 16/ 52 Bürgermeister Weiss gratuliert seinem Vorgänger im Amt, J osef Fellinger, zum 70. Geburtstag und überreichte ein Ehrengeschenk der Stadt. Foto: Hartlauer Gratulation und Würdigung D as Präs idium der Stadtgemeinde verabschiedete sich am 10. Jänner im Rahmen einer kleinen Feier von Hofrat Dr. Helmut Koerner, der als Leiter der Bundespolizeidirektion Steyr in den Ruhestand getreten ist. Bürgermeister Franz Weiss würdigte mit herzlichen Worten die Amtsführung Koerners: ,, Sie waren stets ein Freund der Stadt, Sie haben den Bedürfnissen der Bevölkerung und den örtlichen Interessen den Vorrang eingeräumt. " Bürgermeister Weiss überreichte Dr. Koerner ein Ehrengeschenk der Stadt. Als Nachfolger von Dr. Koerner stellte sich Oberpolizeirat Dr. Wolfgang Eidherr dem Präsidium vor. - Gast des Präsidiums war an diesem Tag auch Altbürgermeister Josef Fellinger, der seinen 70. Geburtstag feierte. Bürgermeister Weiss erinnerte in seiner Ansprache an die großen Verdienste von Josef Fellinger für die Stadtgemeinde und entbot seinem Amtsvorgänger di e besten Glückwünsche. Dr. Eidherr stammt aus Bad Hall, besuchte Pflichtschule und Gymnasium in Wels und studierte in Innsbruck. Nach der Promotion absolvierte Dr. Eidherr zu nächst sein Gerichtsjahr in Wels, er ging dann für ein Jahr nach Wien und kehrte 1958 wieder nach We ls zurück. 1962 leitete Dr. Eidherr sechs Monate die Verwaltungspolizei in Steyr. 1963 ühernahm er die Kriminalabteilung in Wels. Mit Steyr verbinden Dr. Eidherr ni cht nur viele Jugenderinnerungen, er hat hier seit Jahrzehnten auch gute Freunde. Zu seiner Amtsführung als Polizeidirektor sagt Dr. Eidherr: ,, Bei Gefährdungen bin ich für hartes Durchgreifen, sonst soll man eher großzügig sein und nicht gleich strafen. Ich bin überzeugter Demokra t, zu mir kann jeder mit seinem Anliegen kommen. " steyr

W enn Amateurmusiker und Chorsänger aus Begeisterung zur Mu~ sik das Wagnis riskieren, eines der bedeutendsten Werke der Musikliteratur einzustudieren und aufzuführen, dann verdient dieser Umstand allein schon Anerkennung. Wenn dieses Vorhaben aber mit einer imposanten, geschlossenen Leistung gekrönt wird, dann ist echte Begeisterung am Platz. Dies trifft jedenfalls für das Konzert am Dienstag, dem 29 . Jänner 1980, im Stadtheater Steyr zu. Das zahlreiche Publikum, welches den Saal füllte, hatte sein Kommen nicht zu bereuen. Beethovens 9. Sinfonie mit dem Schlußchor „An die Freude" nach der Hymne von Fr. v. Schiller, das letzte große Werk des Vollenders der Klassik, beinhaltet alles, was von einem Orchester und Chor gerade noch bewältigt werden kann. Das Orchester des Linzer Konzertvereines , zahlenmäßig stark und ausgewogen besetzt, hat eine lobenswerte Leistung geboten . Man spürte intensivste Probenarbeit, gesunden Ehrgeiz und beachtliches Können. Daß die Präzision an manchen Stellen zwischen den Musikergruppen und innerhalb dieser sich nicht immer einstellte, konnte man als natürlich zur Kenntnis nehmen, war doch die große Linie in vortrefflicher Weise gegeben. Besonderes Lob gebührt den Holzbläsern, welche ihren Part klangschön bewältigten. Beim Blech gab es viel Licht, aber auch kleine Schatten. Der Streicherklang war beachtlich, die Intonation ordentlich. Leopold Mayer, Chef des Orchesters und Dirigent des Abends, holte alles, was möglich war, aus dem Orchester heraus. Seine Zeichengebung war klar, auch fehlte es ihm nicht an der nötigen Dynamik. Es spricht für eine souveräne Führung, daß sich die Musiker von Satz zu Satz zu steigern vermochten, um im letzten Teil ihre Funktion als Chorpartner großartig zu erfüllen. 20/ 56 KulturDas Orchester wurde von Leopold Mayer souverän gefuhrt. Begeisterndes Beethoven-Konzert Die Chorgemeinschaft, bestehend aus Chemie Linz, Linzer Kammerchor und Linzer Singakademie, einstudiert von Fritz Hinterdorfer, Herbert Saxinger und Johannes Wetzler, sang überaus geschlossen und wirkungsvoll ; sie meisterte alle Schwierigkeiten, deren es nicht wenige gab, sicher und gekonnt. Das Solistenquartett erfüllte die Erwartungen. Es wirkte homogen, wenn auch Kurt Rydl (Baß) in den Quartettpassagen sich etwas hätte zurückhalten können . William Ingle (Tenor) sang seine B-DurStrophe sicher und klangschön. Sigrid Hagmüller (Alt) war für das Quartett ein wertvoller, gleichwertiger Partner. Beverly Flower (Sopran) überstrahlte die Solisten mit ihren klaren, sicheren Spitzentönen, ohne hervorzustechen. Der Dirigent zeigte seine Qualitäten der Chor- und Orchesterführung im Schlußsatz überzeugend. Es gab reichen, begeisterten Beifall. Die Mitglieder der Chorgemeinschaft, die ebenso wie Orchester und Solisten eine hervorragende Leistung boten. Fotos: Kranzmayr S(t>yr

Berichte Der 17. Jänner 1979 wird den Steyrer Konzertbesuchern noch lange in schönster Erinnerung bleiben. Vom Umfang des Programms und seiner etwas ungewohnten Zusammenstellung her war man eher versucht, Ohrenzeuge eines musikalischen Wagnisses zu werden. Nun, die Persönlichkeit des Dirigenten Dr. Roman Zeilinger und seine profunde Werkkenntnis , verbunden mit einer geradezu vorbildlichen Orchesterleitung, erzielte eine Gesamtleistung, die durch starken Beifall der begeisterten Zuhörer bedankt wurde. Eröffnet wurde mit dem genial-prächtigen Orchester-Virtuosenstück „Till Eulenspiegel" op. 28 von Richard Strauss. Dieses Werk, das immer wieder in den Konzertprogrammen zu finden ist und von dem es die vielfältigsten Schallplattenaufnahmen gibt, ist frisch wie am Tag der Uraufführung 1895 in Köln. Kenner der Partitur verstehen, daß man dieses energiegeladene, sprühende Stück auswendig dirigieren muß, will man das überreich besetzte Orchester im Griff behalten. Dem Dirigenten gelang dies effektvoll , wobei die dynamischen Kontraste besonders wirkungsvoll herausgearbeitet wurden. Mit Roland Greutter lernte das Publikum einen Geiger der jüngsten Generation kennen, dem alle technischen und agogischen Mittel zur Verfügung stehen, auch große Werke der Violinliteratur meisterhaft zu interpretieren. Das Konzert für Violine und Orchester in e-Moll op. 64 von Mendelssohn-Bartholdy erklang in wunderschöner Kantilene, brillanter Technik und, vor allem im letzten Satz, mit Spitzenleistung des Bruckner-Orchesters zündendem Tempo. War der Solist stets Herr jeder Situation, so gebührt dem Dirigenten für seine überaus einfühlsame Führung des mächtigen Begleitorchesters vollstes Lob. Erst dadurch wurde das Wechselspiel zwischen Solisten und Orchester zur reinsten Freude. P. I. Tscha1kowski schrieb seine fünfte Sinfonie in e-Moll op. 64 im Jahr 1888, in dem sie unter seiner Leitung mit Erfolg uraufgeführt wurde. Sie zählt zu den bekanntesten und auch beliebtesten Werken dieses Meisters und Engagierte Schauspieler Die herrliche Aufführung von Bruckners d-Moll-Messe in der Stadtpfarrkirche war ein würdiger Auftakt des Jubiläumsjahres. „DIE RATTEN", Berliner Tragikomödie von Gerhart Hauptmann; Gastspiel des Landestheaters Linz am 10. Jänner im Stadttheater Steyr. Im naturalistischen Theater ist es nicht nur den höheren Ständen vorbehalten, Gegenstand tragischer Han.dlung zu sein, auch die Elenden, Ermedngten mit aller Häßlichkeit ihres Milieus werden würdiges Thema einer Tragödie. In den „Ratten" ergibt der Kontrast zwischen der ·. nur äußerlich intakten Welt des Theaterdirektors und den tristen Verhältnissen der Fonsetzung auf Seite 28 Stt')T Weihbischof Wagner feierte in Kozelebration mit den Pfarrern aus Steyr das heilige Meßopfer. Die Aufführung der Gesellschaft der Musikfreunde und des Steyrer Jubiläumschores leitete P. Balduin Sulzer. Foto: Kranzmayr kann fast als musikalisches Bekenntnis des Komponisten angesprochen werden. Die schwermütige Stimmung des durch alle Sätze wandernden Hauptthemas verrät den damaligen Seelenzustand des Meisters. Ekstatische Ausbrüche von erregender Klangwirkung als Zeichen inneren Aufbäumens sinken immer wieder zurück in die melancholische Ergebenheit. Es war ein musikalisches Erlebnis höchster Quali - tät was die Linzer Musiker unter ihrem Chef geboten haben. J . Fr. 21/57

Amtliche Nachrichten Magistrat Steyr, Magistratsdirektion, Präs-814/79 Konstituierung der Ausschüsse des Gemeinderates der Stadt Steyr KUNDMACHUNG In der konstjtuierenden Sitzung des Gemeinderates der Stadt Steyr am 6. November 1979 wurde die Errichtung von sieben Ausschüssen des Gemeinderates beschlossen. Die Ausschüsse haben sich nunmehr konstituiert und gemäß § 36 Abs. 6 des Statutes für die Stadt Steyr ihre Obmänner und deren Stellvertreter gewählt. 1. Finanz- und Rechtsausschuß Obmann: Bürgermeister Franz Weiss; Obmann-Stellvertreter: Stadtrat Rudolf Fürst 2. Bauausschuß Obmann: Stadtrat Manfred Wallner; Obmann-Stellvertreter: Stadtrat Leopold Wippersberger 3. Kulturausschuß Obmann: Bürgermeister Franz Weiss; Obmann-Stellvertreter: Gemeinderat Karl Holub 4. Wohlfahrtsausschuß Obmann: Stadtrat Konrad Kinzelhofer; Obmann-Stellvertreter: Stadtrat Johann Zöchling 5. Wohnungsausschuß Obmann: Stadtrat Johann Zöchling; Obmann-Stellvertreter: Stadtrat Rudolf Fürst 6. Yerkehrsausschuß Obmann: Stadtrat Leopold Wippersberger; Obmann-Stellvertreter: Gemeinderat Josef Radler 7. Prüfungsausschuß Obmann: Gemeinderat Herbert Schwarz; Obmann-Stellvertreter : Gemeinderat Dkfm. Mag. Helmut Zagler Der Magistratsdirektor: Dr. Eder Magistrat Steyr Magistratsdirektion Gern XIII - 6878178 KUNDMACHUNG Auf Grund des Beschlusses des Gemeinderates der Stadt Steyr vom 7. Februar 1980 wird die Kanalbenützungsgebührenordnung der Stadt Steyr, beschlossen durch den Gemeinderat am 29. März 1976, mit Stichtag 1. März 1980 wie folgt geändert: § 4 Abs. 2 der Kanalbenützungsgebührenordnung der Stadt Steyr hat zu lauten: „Die Höhe der Kanalbenützungsgebühr beträgt S 9.- für jeden Kubikmeter verbrauchten Wassers, der auf dem angeschlossenen Grundstück entweder aus der städtischen Wasserversorgung oder einer anderen Versorgungsanlage verbraucht wird. " Der Bürgermeister: Franz Weiss e. h. Ärzte und Apothekendienst Stadt: M ünichholz: an Samstagen, Sonn- und Feiertagen im Februar/Män 1980: 3. / 9. Hl.-Geist-Apotheke, Februar: Februar: 16. Dr. Noska Helmut, Neuschönauer Hauptstraße 30 a, Tel. 22 2 64 16./17. Dr. Urban Peter, Schlühslmayrstraße 129, Tel. 22 86 42 17. Dr. Eckei Rudolf, Ran uschstraße 30, Tel.61440 23 . Dr. Honsig Fritz, Rooseveltstraße 2 a, Tel. 61007 24. Dr. Andel Alfred, Goldbacherstraße 20, Tel. 22 0 72 März: 1. Dr. Grobner Anna-Cornelia, Frauengasse 1, Tel. 61241 2. Dr. Zechmann Adolf, Grünmarkt 4, Tel. 23 4 49 - 8. Dr. Ruschitzka Walter, Garsten, Am Platz! 1, Tel. 22 6 41 9. Dr. Ludwig Roland, Ortskai 3, Tel. 63 0 85 15. Dr. Winkelströter Helmut, Leopold-Werndl-Straße 16, Tel. 24 0 35 16. Dr. Schlossbauer Gerhard, Wickhoffstraße 4, Tel. 63 6 24 23 ./ 24 . Dr. Weber Gerd, Punzerstraße 15 , Tel. 62 72 53 März: 1./ 2. Dr. Hainböck Erwin, Leharstraße 11 , Tel. 63 0 13 8./ 9. Dr. Urban Peter, Schlühslmayrstraße 129, Tel. 22 86 42 15./ 16. Dr. Winkler Hans, Forellenweg 10, Tel. 63 1 62 APOTHEKENDIENST: Februar: 11./ 17. StadtaP,otheke, Mr. Bernhauer OHG, Stadtplatz 7, Tel. 22 0 20 18./24. Löwenapotheke, Mr. Schaden, Enge 1, Tel. 23 5 22 25 ./29. Taborapotheke, Mr. Reitter KG, Rooseveltstraße 12, Tel. 62 0 18 März: 1./ 2. Taborapotheke, Mr. Reitter KG, Rooseveltstraße 12, Tel. 62 0 18 5730 Mittersill/Salzburg Fahnen aller Länder aus Dralon haben höchste Haltbarkeit Mr. Dunkl KG, Kirchengasse 16, Tel. 63 5 13 10./ 16. Bahnhofapotheke, Mr. Mühlberger, Bahnhofstraße 18, Tel. 23 5 77 Der Bereitschaftdienst beginnt jeweils Montag 8 Uhr früh und endet nächsten Montag 8 Uhr früh. ZAHNÄRZTLICHER NOTDIENST: Februar: 16./17. Dr. Alfred Werner, Rooseveltstraße 12, Tel. 61 8 19 23. / 24. Dr. Zamba Ulrich, Sierninger Straße 56, Tel. 63 6 23 März: 1./ 2. Dentist Goldmann Edwin, Bad Hall , Bahnhofstraße ! , Tel. 0 72 58 / 28 58 8./ 9. Mr. Dr. Gökler Johann, Bad Hall, Hauptplatz ! , Tel. 0 72 58/25 75 15./16. Dr. Haushofer Manfred, Berggasse 81 , Tel. 22 2 32 Der zahnärztliche Notdienst kann jeweils von 9 bis 12 Uhr in Anspruch genommen werden. Allenfalls notwendige _Veränderungen in der personellen Besetzung des zahnärztlichen Notdienstes werden in der Tagespresse angekündigt. Tel. O65 62/247 Serie Telex 06~6652 FAHNEN-DRUCKEREI, -FÄRBEREI, -NÄHEREI, -STICKEREI i) 22/58 steyr

Steyr vor 100 Jahren 900jähriges Jubiläum der Stadt: ,,Am Mittwoch, dem 4. Februar, fand in dieser Angelegenheit die konstituierende Sitzung des Zentralausschusses für dieses Fest statt, der aus den Herren Bürgermeister Pointner, Vizebürgern1eister Gschaider, den Herren Obmännern, Obmann-Stellvertretern und Schriftführern der einzelnen Komitees und drei Vertretern des Bürgerkorps besteht. In dieser Sitzung wurde der Herr Bürgermeister Pointner zum Obmann, Herr Vizebürgermeister Gustav Gschaider zum ObmannStellvertreter und Herr Gemeindesekretär LA. Iglseder zum Schriftführer des Zentralausschusses gewählt." Kundmachung: ,,Montag, dem 23 . Februar 1880, vormittags 9.00 Uhr, findet im Ratssaale des Gemeindehauses (Stadtplatz Nr . 37 , 1. Stock rückwärts) die Losung für die im Jahre 1860 geborenen und bei der bevorstehenden Heeresergänzung in der ersten Altersklasse zur Stellung berufenen nach Steyr Zuständigen statt. - Gemeindevorstehung Stey r, am 15. Februar 1880. - Der Bürgermeister Georg Pointner. " Ausländische Gäste: ,,Gestern sind Delegierte der Argentinischen Republik in unserer Stadt eingetroffen, um die Waffenfabriken zu besichtigen und über ihre Wahrnehmungen der Gesandtschaft des genannten Staates in Paris Bericht zu erstatten. Kommt das Geschäft zustande, so tritt der noch nicht dagewesene Fall ein, daß ein amerikanischer Staat von Europa Waffen bezieht, während bis jetzt fast alle europäischen Staaten ihren Waffenbedarf in Amerika zu decken pflegten." Kundmachung: ,,Um die großen Übelstände in der bestehenden Häusernumerierung und Straßenbenennung zu beseitigen, hat der i!rinnerunß an bie Uerßetnßen9eit Gemeinderat der Stadt Steyr eine neue Numerierung und teilweise neue Straßenbenennungen unserer Stadt beschlossen und die hohe k. k. Statthalterei mit Erlaß vom 14. Februar d. J. Zl. 1451 diese Maßregel genehmigend zur Kenntnis genommen." Steyr vor 50 Jahren Vom Stadttheater: Die unter Leitung des Herrn Direktor Meixner/ St. Pölten stehende Theatergesellschaft bringt am Samstag, dem 8., und Sonntag, dem 9. Februar, jedesmal um 8.00 Uhr abends das Drama „Das Grabmal des unbekannten Soldaten" zur Aufführung. Kartenverkauf vom Donnerstag, dem 6. Februar, an täglich von 9.00 bis 12.00 Uhr und 3.00 bis 5.00 Uhr an der Tageskasse. Der Stey rer Maler Hermann Schmid feiert am 18. Februar 1930 seinen 60. Geburtstag. Die städtische Sicherheitswache legt den Tätiokeitsbericht für 1929 vor : Es wurden im J:ilire 1929 wegen verschiedener Verbrechen, Vergehen und Übertretungen, im ganzen 2387 Strafanzeigen erstattet. Verhaftet wurden insgesamt 267 Personen, davon 64 auf Grund eines gerichtlichen Vorführungsbefehles, 7 zufolge einer Ausschreibung, 62 wegen Unterstandslosigkeit, 77 wegen Trunkenheit, 4 wegen Straßen- und Ha~exz_esse, 4 wegen Mittel- und Auswe1Slos1gkeit, 1 wegen Brandlegung usw. Das Fürsorgeamt des Magistrates beabsichtigt in den städtischen Alters- und Versorgungsheimen eine kleine Bücherei für die Pfleglinge dieser Anstalten einzurichten und .!ritt mit einem entsprechenden _A~ u~ lf?erlassung von Büchern an die Offentlichke1t. Steyr vor 25 Jahren In der Bundesgewerbeschule Steyr erkrariken 178 von insgesamt 494 Schülern an einer Nasen- und Rachenentzündung. Auf Empfehlung der Ärzte wurde der Unterricht auf 10 Tage ausgesetzt. Das Burgtheater gastiert in Steyr mit Goethes Schauspiel „lphigenie auf Tauris". Auf der Besetzungsliste sind bekannte Namen zu finden : Ewald Balser, Albin Skoda, Fred Liewehr, Heinz Moog und Raoul Aslan. Im Gemeinderatssitzungssaal des Rathauses werden die Modelle zur Errichtung eines modernen Schwimmbades in Steyr präsentiert. Der bisherige Vizepräsident des Landesgerichtes in Salzburg, Dr. Friedrich Mayrhofer, wird zum Präsidenten des Kreisgerichtes in Steyr ernannt. Steyr vor 10 Jahren Der Steyrer Tanzsportklub Grün-Weiß veranstaltet mit dem Kulturamt der Stadt Steyr am 25 . Februar ein lateinamerikanisches Turnier, am dem 14 Spitzenpaare aus 10 europäischen Ländern teilnehmen. Der Bundespräsident verlernt dem Bürgermeister der Stadt Steyr Josef Fellinger das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Um Baugrund für den Bau des neuen Gymnasiums zu schaffen, wird die Werndl-Villa abgerissen. Über 1000 Kubikmeter Schutt müssen beseitigt werden. Die Steyr-Daimler-Puch AG knüpft Handelsbeziehungen mit Tunesien an. Das Tor bei der Stadtpfarrkirche nach einer Skizze von Franz Hölzlhuber aus dem Jahre 1840. 23 / 59

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