Amtsblatt der Stadt Steyr 1978/4

BIJRGERNAHE INFORMATIONEN 1i{_) etfe_, d-~UJlflPfl ~ d-lRJµi!ß- ! Im letzten Amtsblatt nahm ich zum Neubau eines Stadtsaales am Cas inogelände S tellung und ging dabei auch auf die Eigen- tums- und Nutzungsrechte ein. Nach wie vor stehe ich auf dem Standpunkt, daß für eine stadtkernnahe Kultureinrich- tung das Casino-Ge lände am besten geeignet wäre. Nun hat sich aber inzwischen ergeben, daß das gesamte Projekt we- sent li c h teurer käme als ursprünglich angenommen, sodaß ic h die mit dem Vorprojekt befaßte Planungsgruppe Reitter- Neudeck e r s uc ht e, e inen Vo rentwurf für den Standort beim S tadtth eate r (Volk s kinogebäude) a Is Beratungsunterlage für die Gr em ie n des Gemeinderates vorzubereiten. Wie richtig diese E nt sch e idung war, zeigte s ich bei der Kostenüber- s ic ht. 1n meinem S treben na ch einem gemeinsamen Beschluß des Gemeinderates versäumt e ic h auch ni c ht, nac h Erha lt der 1. Unterlagen zunächst die Sprecher der im Gemeinderat vertret e nen Parteien und anschließend den gesamten Gemeinderat in einer Infor- mationssitzung mit d em Projekt z u beschäftigen. LJaß dieses t3emühen nicht vergeblich war, zeigte s ic h in der Sitzung des Gemeinderates am 14. März; in der ein e instimmiger Grundsatzbeschluß für den Bau e ines Stadtsaa les mit Standort beim Theater und Vergabe der Planung an die Gruppe Reitter- Neudeck zustandekam. Die geschätzten Kosten des neuen Projektes gegenüber dem ursprünglich vom Vere in Arbeiterheim beauftragten Cas ino-Projekt, bringen eine Ges amtkostenverminderung um etwa S 10 Millionen, woraus allein schon die Verantwortung für die vorherige Entsche idung voll zur Gel- tung kommt. Darüberhinaus gibt es aber noch weitere Gründe, die dieses Projekt als bevorzugt gel- l n lassen können. Durch den Anbau an das Theater benötigen wir keine eigene Gastronomie, wei 1 der "Theaterkeller" (vorma Is Gasthaus F roschauer) völ Iig erneuert auch für Zwecke des Stadtsaa- les bereitsteht. Darüberhinaus bieten sich mit dem neuen Standor t 360 öffentliche und 306 private Parkplätze an. Bei letzteren wird versucht, die Zustimmung der Bes it zer zu erhalten, was im In- teresse der allgemeinen Nutzung sicher nicht allzu schwer sein so l lte. Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, den Stadtsaal in Verbindung mit dem Theater und dem Theaterkeller wirtschaftlich günstig z u nutzen und in ausreichendem Maße auch gastronomisch versorgen zu können, womit auf der betriebsw irtschaftli chen Seite ein weiterer positiver Faktor dazukommt. Mit der getroffenen Entscheidung bestätigt sich also der Beschluß der Mehrheit des Gemeinderates in der Sitzung am 29.Juni 1972, das Volkskinogebäude vom Verein Arbeiterheim zurückzunehmen und dort ein Kulturzentrum für Steyr zu errichten bzw. auszubauen. Diese Möglichkeit ist nun in größe- rem Maße gewährleistet, zumal auch im Theaterbereich umfangreiche Umbauten und Neuerungen durchgeführt werden und somit im Endzustand sowohl ein renovierter Theatersaal mit entsprechenden Foyerräum li chke iten, Garderoben, Toiletten und Aufgängen in Verbindung zum ebenfa lls bereits um- gebauten Restaurant besteht. Der Stadtsaal ergibt einen eigenen Baukörper, ist aber funktionel I mit denvorher genannten Einrichtungen verbunden. Er wird für 500 Personen bei Tisch Platz bieten und mit einer repräsentativen Ausstattung versehen werden. Der Gemei nderat war also bei seiner Ent- scheidung gut beraten im Interesse verstärkter kul turel Ier Bemühungen in unserer Stadt und im Hin- bli c k auf die 1000-Jahr-Fe ier im Jahre 1980, seine Festlegung noch so rechtzeitig zu treffen, daß bis Herbst 1979 die Bauvollendung erreicht werden kann. Im Zuge meiner Bemühungen, neue Pro- jekte der Öffentlichkeit zeitgerecht vorzustellen, werde ich auch diesmal veranlassen, daß das Stadtsaa lprojekt unter Beistellung eines Baumassemodel ls sowie der nötigen Planungsunterlagen zur öffent li chen Besichtigung im Rahmen einer Ausstellung bereitgestellt wird. In der Gemeinderatsitzung am 14. März nahm ich eingangs auch Gelegenheit, in einer kurzen Ein- leitungsansprache auf die vor 40 Jahren erfolgte Besetzung Österreichs durch deutsche Truppen einzugehen. Der Inhalt meiner kurzen Rede ist im Inneren des Amtsblattes abgedruckt. Überdies gedachte ich der bereits in Ruhestand befindlichen und verstorbenen Mitglieder des Gemeinderates, Altstadtrat Ebmer und Altgemeinderat Kohout ,die durch Jahrzehnte für unsere Stadt und ihre Bürger gewirkt haben. Ihr Franz Weiss Bürgermeister

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ4MjI2